Die Silvesterparty

Vor ein paar Jahren beschlossen meine Stationsschwester und der leitende Oberarzt statt einer Weihnachtsfeier eine Silvesterparty auszurichten. Alle Ärzte und Schwestern von der Herzstation waren dazu eingeladen, bis auf die wenigen Kollegen, die auch an diesem Abend ihren Dienst verrichten mussten.
Lange fieberte ich diesem Event entgegen, sah ich doch schließlich für mich endlich die Chance, meinem Lieblingsoberarzt etwas näher zu kommen. Endlich war der 31. Dezember gekommen. Siegessicher griff ich nach meinem „kleinen Schwarzen“ und zog es über meine schwarze Spitzenunterwäsche und die halterlosen, hautfarbenen Strümpfe an. Wie eine zweite Haut umspielte das Kleid meine weiblichen Kurven und betonte mein volles Dekolleté. Meine dunkelbraunen, schulterlangen Haare trug ich, ganz im Gegensatz zum Dienst im Krankenhaus, offen. Noch ein wenig Make-Up und ein paar Spritzer meines damaligen Lieblingsparfums „Pleasures“ von Esteé Lauder und mein Styling war komplett. Schnell schlüpfte ich in meine roten High Heels, legte meinen dazu passenden Seidenschal um und zog meinen langen, ebenfalls schwarzen Mantel über. Wie immer war ich etwas spät dran.
Als ich in der Steffl Skybar angekommen war, war Gideon, mein Lieblingsarzt bereits da und von meinen Kolleginnen umringt. Unsere Blicke trafen sich, als ich den Raum betrat und wir lächelten uns gegenseitig an. Ein Kellner kam auf mich zu und reichte mir ein Glas Champagner. Im nächsten Augenblick war Gideon verschwunden, offensichtlich war er vor meinen Kolleginnen geflüchtet. Ich konnte nicht länger nach ihm Ausschau halten, denn unser leitender Oberarzt stand bereits in der Mitte des Raumes und bat um unsere Aufmerksakeit, indem der mit einem Messer gegen seine Champagnerglas klimperte. Alle nahmen ihre Plätze entlang einer U-förmigen Tafel ein. Nachdem ich ein bisschen zu spät gekommen war, blieb mir nur ein Sitzplatz an der kurzen, inneren Seite des U übrig. Schnell begab ich mich zu dem freien Stuhl und stellte mit großer Freude fest, dass Gideon auf derselben Seite saß, wie ich. Zwischen uns saßen nur drei weitere gemeinsame Arbeitskollegen.
Die lange Tafel war mit einem weißen Tischtuch, Stoffservietten und einem äußerst eleganten Geschirr mit Goldrand gedeckt. Silbernes und goldenes Konfetti lag kunstvoll verstreut. Auf jedem Teller glänzte ein kleiner Glücksbringer in Form eines flaschengrünen, vierblättrigen Kleeblatts aus Glas. Für jeweils vier Personen stand in der Mitte eine Karaffe mit Wasser und ein Champagnerkühler, mit einer vollen Flasche Dom Pérignon. Wer sollte das alles nur trinken, fragte ich mich im Stillen. Von den Ärzten waren sicher die meisten mit dem Auto gekommen.
Als Dr. Karner, unser Oberarzt, zu einer Rede ausholte, machte ich mir keine Gedanken mehr, welches Ende die vielen Champagnerflaschen wohl nehmen würde und füllte mein Glas erneut an. Auch Gideon schenkte sich nach und prostete mir hinter dem Rücken unserer Kollegen zu. Hinter der Tafel war eine Art Tribüne, von einem schweren Vorhang verdeckt. Dahinter kam per Knopfdruck durch unseren Chef eine Leinwand hervor. Mit Schrecken sah ich kommen, was nun unausweichlich schien: eine PowerPoint-Präsentation. Gideon und ich sahen einander an, prosteten uns erneut zu und verdrehten beide die Augen. Gisela, meine Stationsschwester gesellte sich zu Herrn Dr. Karner in die Mitte des Raumes und hielt kleine gelbe Kärtchen mit ihren Händen festumklammert. Die beiden empfanden diesen Abend als gute Gelegenheit, das vergangene Jahr auf der Herzstation gemeinsam Revue passieren zu lassen. Dazu hatten sie viele bunte Diagramme erstellt, die unsere Bettenauslastung zeigten. Besonders erfreut schien der Oberarzt über die Belegung der Sonderklassezimmer zu sein. Er konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Als die Eurozeichen aus seinen Pupillen wieder verschwunden waren, fand er auch ein paar lobende Worte für die Schwestern und Pfleger, die sich jeden Tag größte Mühe in ihrem Beruf gaben. Erneutes Augenrollen meinerseits und wieder nahmen Gideon und ich gleichzeitig einen großen Schluck aus unseren Gläsern. Gegen Ende der Rede und der langweiligen Präsentation, wusste ich schon gar nicht mehr, wie oft ich mir selbst nachgeschenkt hatte. Ich wusste nur, dass ich schon jetzt ziemlich betrunken war und dringend etwas zu essen brauchte.
Zum Glück war das Buffet gerade eröffnet worden. Mit wackeligen Beinen stand ich auf und bemühte mich um gleichmäßige Schritte durch den Raum. Am Ende der Schlange angekommen, musste ich mich am Tisch festhalten, weil sich um mich herum alles zu drehen begann. Da hörte ich eine Stimme, die von weit her zu kommen schein: „Lana, alles ok mit dir?“ Obwohl ich nickte, packte mich Gideon am Ellbogen und führte mich bestimmt auf die Dachterrasse hinaus. Die kalte Winterluft traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Nach ein paar tiefen Atemzügen ging es mir deutlich besser und die Erde drehte sich für mich wieder mit ihrer gewohnten Geschwindigkeit weiter. „Ich hab‘ es wohl mit dem Champagner ein wenig übertrieben“, gab ich schließlich zu, um die etwas unbehagliche Stille zwischen uns zu brechen. „Bei dieser langen und trockenen Rede, wird dir das niemand zum Vorwurf machen. Aber du hättest vermutlich vorher eine Kleinigkeit essen sollen“, antwortete er in einem leicht tadelnden Tonfall. Zitternd stand ich vor ihm und wollte mich schon zum Gehen abwenden. Doch Gideon legte mir sein Jackett um die Schultern und gab mir mit seinem durchdringenden Blick zu verstehen, dass ich noch ein bisschen länger an der frischen Luft bleiben sollte. Da konnte ich nicht widersprechen. Ich genoss einfach seine Anwesenheit und den atemberaubenden Ausblick über Wien. Der Stephansdom schien zum Greifen nahe und die vielen Lichter in der ganzen Stadt leuchteten strahlend hell. Es muss wohl der Alkohol gewesen sein, denn anders konnte ich mir meinen plötzlichen Mut nicht erklären. Ich sah ihm direkt in die Augen und die Worte verließen einfach so meinen Mund: „Weißt du eigentlich, dass du bei uns auf der Station der meist begehrte Arzt bist?“ „Ach so?“, fragte er gespielt überrascht nach. „Wer findet mich denn so begehrenswert?“, wollte er wissen und konnte seine Freude über dieses Kompliment kaum verbergen. „Zwei oder drei Kolleginnen“, meinte ich vorsichtig. „Sind die Damen heute hier?“, bekundete er sein Interesse. Ich ließ mir Zeit, um den Raum nach den anderen Krankenschwestern abzusuchen. Dabei wusste ich doch genau, um wen es sich handelte. Gideon wirkte ein wenig ungeduldig und so gab ich zumindest die Kollegin an, von der ohnehin schon alle wussten, dass sie es auf ihn abgesehen hatte. „Andrea schwärmt besonders von dir, das kann dir ja nicht entgangen sein“, meinte ich trocken und ärgerte mich, was ich hier veranstaltete. Eigentlich wollte ich doch diesen Abend nutzen, um meinem Lieblingsarzt näher zu kommen, doch aktuell schilderte ich ihm nur eine willige Krankenschwester, die mit ihm vermutlich sofort ins Bett gehen würde. „Ja, ja. Das ist mir nicht entgangen. Im letzten Dienst wollte sie, dass ich ihr ein EKG schreibe, für ihren angeblichen Tauchkurs“, erklärte er schmunzelnd. Wow, die fährt ja ganz schön schwere Geschütze auf, dachte ich mir und hasste sie gleich ein bisschen mehr. Unabhängig davon, dass uns offensichtlich derselbe Mann gefiel, konnte ich Andrea schon vom ersten Tag an nicht leiden und dieses Gefühl beruhte wohl auf Gegenseitigkeit. „Und wer findet mich noch attraktiv?“, unterbracht Gideon meine Gedanken. „Attraktiv hab ich nie gesagt – begehrt ist das richtige Wort“, gab ich keck zurück. „Gut, also wer findet mich noch begehrenswert?“. Augenrollend gab ich seiner Neugier nach: „Julia ist recht angetan von dir“. Offensichtlich sagte ihm der Name nichts. „Die kleine Rothaarige, die nach den Feiertagen auf die Stroke-Unit wechseln wird“, half ich ein wenig nach. Immer noch standen ihm die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Aber darauf ging keiner von uns beiden weiter ein. „Und die dritte, ist sie heute Abend auch hier?“, fragte er und sah mir dabei direkt in die Augen. Zum Glück war es draußen so dunkel, dass er wahrscheinlich nicht sehen konnte, wie meine Wangen feuerrot anliefen. „Sie gehört sicher zu den jüngeren Schwestern, stimmts?“, hakte er nach. Ich nickte. „Sie arbeitet erst seit zirka einem halben Jahr auf der Herzstation?“ Das traf auf insgesamt zwei Krankenschwestern zu. Wieder nickte ich. Dann schien er angestrengt überlegen zu müssen. Nun war er es, der sich Zeit ließ. Dabei ließ er mich nicht aus den Augen und ich hatte das Gefühl, dass er allein mit seinem Blick meine Gedanken lesen konnte. Er trat näher an mich heran. „Sie steht hier mit mir auf der Dachterrasse, hab‘ ich Recht?“.
Ich konnte ihn nur ein wenig verlegen anlächeln, bevor er seine Lippen auf meine legte. Neugierig erforschte seine Zunge meinen Mund. Ich schlang meine Arme um ihn und presste meinen Körper gegen seinen. Dabei erwiderte ich seinen innigen Kuss und fühlte mich wie im siebten Himmel. Er schmeckte nach purer Lust. So nah an ihm dran, konnte ich sein verführerisches Aftershave riechen. Ich sog seinen betörenden Duft ein, als sein Jackett von meinen Schultern rutschte und auf dem Boden landete. Doch das war mir in diesem Moment völlig egal. Gideon zog mich noch näher an sich heran. In seinen starken Armen kam ich mir gleichzeitig beschützt und begehrt vor – eine gewaltige Kombination. Viel zu früh beendete er den Kuss und ging vor mir in Knie, während er mit einer Hand zunächst meine Hüfte und dann mein Bein entlang hinab fuhr. Er hob sein Jackett auf und legte mir seine Hand behutsam über mein Kreuzbein. „Wir sollten wieder reingehen, bevor du dich noch erkältest“, sagte er bestimmt und schob mich mit sanftem Druck durch die Glastür. Ein Gefühl der Enttäuschung machte sich in mir breit. Doch dann flüsterte Gideon mir ins Ohr: „Nachher sollten wir unbedingt an dieser Stelle weiter machen“ und zwinkerte mir zu. Ich konnte seinen feuchten, warmen Atem an meinem Hals spüren und ein wohliger Schauer lief über meinen Rücken.
Während des Essens beachtete Gideon mich kaum und auch ich unterhielt mich mit anderen Kollegen. Als es zehn Minuten vor Mitternacht schlug, klimperte Dr. Karner erneut gegen sein Glas. Daraufhin begaben sich alle auf Geheiß unseres Oberarztes auf die wundervolle Dachterrasse. Eifrige Kellner wuselten mit vollen Tabletts herum und verteilten Champagner. Dicht gedrängt standen wir im Freien und genossen den Ausblick über die Stadt, die heute Nacht auch nicht zu schlafen schien. Die verbleibenden Minuten des Jahres waren verstrichen und so zählten wir gemeinsam den Countdown ins neue Jahr hinunter. Plötzlich stand Gideon hinter mir. Ich konnte ihn zwar nicht sehen, jedoch spürte ich seine Anwesenheit ganz deutlich. Bei „3“ zog er mich rasch in einen abgelegenen, dunklen Winkel. Um Punkt Mitternacht drückte er mich gegen die Mauer und küsste mich voller Leidenschaft. Diesmal wurde mir nicht vom Alkohol schwindelig. Während die Bummerin in unseren Ohren dröhnte und die ersten Takte des Wiener Walzers aus der Ferne zu uns drangen, schob er mein Kleid hoch und meinen feuchten String ein Stück hinunter. Die bunten Funken des Feuerwerks knallten um uns herum und es fühlte sich passend zum Rhythmus meiner pulsierenden Pussy an. Er begann meinen Hals zu küssen und mit seinen Fingern über meinen glattrasierten Venushügel zu streifen. Er berührte mich dort, wo sich meine Schamlippen teilten. Ich biss mir auf die Unterlippe, um ein Stöhnen zu unterdrücken. „Schhhh, reiß dich zusammen“ flüsterte er mir mit seiner verwegenen Stimme ins Ohr. Ich konnte mich nur schwer beherrschen. Mit sanften Druck hielt er mit einer Hand meinen Mund zu. Das erwartungsvolle Pochen meiner Klitoris wurde immer heftiger. Seine sinnlichen Berührungen versetzten meinen Lustpunkt in zarte Schwingungen. Mein Atem wurde schneller und mein Herz hämmerte gegen meinen Brustkorb als ob es gleich hinaus springen wollte. Ich hob ein Bein und schlang es um sein Becken, um seinen geschickten Fingern mehr Spielraum zu gewähren. Gemeinsam mit dem Feuerwerk explodierte ich um die Wette. Meine Schenkel verkrampften sich und ich krallte mich an seinem Nacken fest, als ein unbändiger Orgasmus über mich hineinbrach.
Als ich mich wieder beruhigt hatte, rückte ich mein Outfit zurecht. „In zehn Minuten treffen wir uns beim Aufzug“, bestimmte Gideon und verschwand plötzlich in der Menge.
Also verabschiedete ich mich von meinen Kolleginnen und holte den Mantel aus der Garderobe. Beim Aufzug wartete Gideon bereits auf mich. Die Türen schlossen sich hinter uns und wieder fielen wir über einander her. Wir hatten es eilig, endlich in seine Wohnung zu kommen und den hemmungslosen Sex zu haben, für den wir beide geschaffen waren. Nur zwei Gassen weiter wartete bereits ein Taxi auf uns. Gideon nannte dem Fahrer die Adresse. Wir konnten die Finger nicht von einander lassen. Diesmal küsste ich ihn zuerst und fasste mit meiner Hand in seinen Schritt. Das Leuchten in seinen Augen verriet mir, dass ihm gefiel, wie ich ihn massierte. Er griff nach meiner Brust und schaffte es sogar durch den Stoff des Kleides und den BH meine Brustwarze zu zwirbeln. Ich stöhnte leise aus. „Schhhh, reiß dich zusammen“. Er küsste mich mit einer Mischung aus Macht und Begierde. „Bist du eher devot oder dominant?“, hauchte er mir ins Ohr. „Ein bisschen was von beidem“ gab ich zu und biss mir auf die Unterlippe. Und wieder fiel er über mich her, diesmal noch leidenschaftlicher, noch heftiger. Zum Glück waren wir endlich angekommen.
In einander verschlungen stolperten wir in seine Wohnung. Gideon führte mich direkt in sein Schlafzimmer. Gegenseitig rissen wir uns die Kleider vom Leib, nur die Strapse behielt ich an. Er setzte sich aufs Bett und zog mich rittlings auf seinen Schoß. Der sinnlichen Ästhetik seines Körpers war ich mir in diesem Moment nur allzu bewusst. Endlich nahm ich seinen harten Schwanz in mich auf. Ich drohte vor Geilheit zu explodieren und ritt ihn wild, als ob es kein Morgen gäbe. Mit einem Arm umschlang er meine Taille und mit der zweiten Hand packte er mich am Hals. In seinen Händen wurde ich zu Wachs und genoss seine wohldosierte Grobheit.
Er kam mir mit dem Becken entgegen und stieß tief in mein Inneres. Nun musste ich mich nicht mehr zusammen reißen und stöhnte hemmungslos. Mit Schwung drehte er uns beide plötzlich um, sodass ich auf dem Rücken lag. Gideon legte meine Beine auf seine Schultern und fickte mich hart. Eine abrupte Pause ließ mich wieder zu Atem kommen. Seine Bewegungen wurden immer langsamer, sodass ich unter ihm Höllenqualen erlitt. Ich wollte in tief und heftig in mir spüren. Mit seiner Taktik brachte er mich beinahe um den Verstand. Ich versuchte, mit meinem Becken den Rhythmus vorzugeben, da schlug Gideon mich mit der Hand ins Gesicht. Noch nie zuvor hatte mich ein Mann geschlagen. Ich musste zugeben, dass ein wenig Schmerz, mir tatsächlich Lust bereitete. Also lächelte ich ihn frech an und bewegte meine Hüften, um ihn tiefer in mir spüren zu können. Gideon schlug mich ein zweites Mal. „Willst du wohl endlich still halten?“, sagte er und bedachte mich mit seinem strengen Blick, bei dem es mir jedes Mal eiskalt den Rücken herablief. Wie ein Blitz schlug dieser wohlige Schauer zwischen meinen Beinen ein. Ich schlug die Augen nieder, was er als Zustimmung verstanden hatte. Seine Stöße wurden wieder tiefer und kräftiger. Innerlich jubelte ich, doch ich ließ es mir nicht anmerken. Ich versuchte, mich zu beherrschen, weil ihm das zu gefallen schien. „Braves Mädchen“, lobte er mich, was mich nur noch heißer machte. Er stieß immer heftiger in mich hinein und belohnte so meine Geduld. Ich spürte sein gesamtes Körpergewicht auf mir. Mit einer Hand hielt er meine Handgelenke fest. Ich konnte nichts mehr machen und war ihm völlig ausgeliefert. Endlich konnte ich loslassen und mich ihm komplett hingeben. Gemeinsam erlebten wir einen gigantischen Orgasmus. Keuchend lagen wir beide neben einander. „Wow, einfach nur wow“, brachte ich erschöpft hervor. „Mir gefällt es, wenn du ein bisschen dominant bist. Ich kann es kaum noch glauben, dass wir…“ „Schhh, schhh“, unterbrach er mich und legte einen Finger auf meine Lippen. „Morgen früh brauche ich dich fit und ausgeschlafen.“

Der Saunabesuch

Ich verbrachte heute einen entspannten Tag mit meinem Mann in der Therme. Normalerweise nehme ich meine Handy nicht mit, aber ich bin froh, dass ich es heute ausnahmsweise gemacht habe. Wir sind in die Sauna zum Kräuteraufguss gegangen und ich könnte nicht behaupten, dass ich ein besonderes Faible für Saunameister hätte. Zwar „leide“ ich unter einem ausgeprägten Arzt-Fetisch kann aber zum Beispiel einem Gärtner oder Tennislehrer nur aufgrund seines Berufes nicht viel abgewinnen.

Wie immer setzte ich mich also in die unterste Reihe, fussfrei. Der Raum füllte sich schnell mit anderen Schwitz-Begeisterten. Dominik saß weiter oben, zwei Reihen hinter mir. Plötzlich erschien dieser Halbgott von einem Mann, nur mit einem kurzen weißen Handtuch bekleidet. Er trug ein schmales Lederarmband am Handgelenk und stellte sich als „Rob“ vor. Sein ungarischer Akzent fiel mir sofort auf. Er erklärte, er würde nun die Düfte Kamille, Eukalyptus und anschließend Lavendel verwenden. Ich hing förmlich an seinen Lippen. Seine Stimme war tief und fest, gleichzeitig auch sehr samtig und freundlich. Sein Gesicht war nichts Besonderes. Dunkle Haare und dunkle Augen. Ein männlicher messy-hair-bun und ein typischer Hipster-Bart verliehen ihm ein verspieltes jugendliches Antlitz, wobei ich ihn kaum älter als 25 Jahre schätzte. In meiner Fantasie war er Student, wahrscheinlich Sportwissenschaften oder etwas in der Art.

Der erste Aufguss begann und Rob nahm einen riesigen Fächer zur Hand. Geschmeidig, ja beinahe schon grazil bewegte er sich durch den Raum und verteilte die warme Luft um uns herum. Als er an mir vorbei kam, wurde es deutlich heißer. Sein schlanker und gleichzeitig leicht trainierter Oberkörper zog genau auf Augenhöhen an mir vorbei. Markellos würde nur annährend seinen schönen Körper beschreiben und dabei finde ich das Wort „schön“ für einen Mann normalerweise unpassend. Aber Rob war einfach ein schöner Mann. Ich konnte meine Augen gar nicht von ihm lassen und so folgte mein Blick ihm weiter durch den Raum. Ohne ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung hätte ich wohl fast zu sabbern begonnen. Langsam kam ich ins Schwitzen aber auch zwischen meinen Beinen wurde es zunehmends feuchter.

Runde zwei. Galant und mit Bewegungen, die in Zeitlupe ablaufen zu schienen, schwang er gefühlvoll und anmutig zugleich ein großes Handtuch. Der Raum war erfüllt von Eukalyptus. „Bitte setzen Sie sich alle gerade hin und atmen sie tief ein“ erklang seine maskuline und doch auch sanfte Stimme. Gerne kam ich seiner Bitte nach, denn so konnte ich ihn mir noch viel besser aus der Nähe ansehen. Mittlerweile war auch Rob schon sehr verschwitzt. Sogar sein Schweiß schien makellos zu sein und lief in paralellen Bahnen seinen perfekten Oberkörper hinab. Gierig verfolgte ich diese Linien bis zu dem tief sitzenden Handtuch auf seinen Hüften. Erst jetzt fiel mir auf, dass er gar keinen „Saunarock“ sondern nur ein gewöhnliches Handtuch trug. Ich schickte ein Stoßgebet zum Himmel, dieser Knoten möge sich lösen: hier und jetzt. Telepathisch versuchte ich nachzuhelfen, doch ohne jeglichen Erfolg. Sowohl die Schwerkraft als auch andere physikalische Gesetzte ließen mich, wie schon so oft in meinem Leben im Stich. Als der ungarische Adonis sich streckte, um auch den Saunagästen in der obersten Reihe heiße Luft zuwacheln und somit Feuer unter ihren Hintern machen zu können, hielt der Knoten bombenfest. Rob musste wohl über „gordische“ Fähigkeiten verfügen, die auch im Schlafzimmer ganz praktisch sein könnten.

Als nächstes bat Rob uns nach draußen und teilte kleine Schälchen mit Salz aus. Damit rieben Dominik und ich uns gegenseitig ein. Wir nahmen wieder in der Sauna Platz und Dominik setzte sich nun direkt hinter mich. Ihm war nicht entgangen, wie sehr ich den ungarischen Halbgott während seiner Vorführung bewundert hatte. Rob stand noch vor der Sauna und wartete, dass alle Gäste wieder zu ihren Plätzen fanden. Währenddessen schnappte er sich einen Besen und kehrte das Salz am Boden weg. Ich schwöre es euch, in diesem Moment muss ich einen spornten Eisprung gehabt haben. Ein gut gebauter Mann, gepflegt, nur mit einem Handtuch bekleidet und triefend nass mit männlichem Schweiß bedeckt verrichtet simple „Hausarbeit“ und das mit einer Dynamik und Körperspannung, die jeden Bodenturner alt aussehen ließ. „Wow“ hauchte ich vor mich hin. Dominik sah mich grinsend an. „Glaubst, das macht er zuhause auch so?“, fragte ich meinen Mann. Dominik, der meine Illusion des perfekten Mannes nicht zerstören wollte, meinte: „Ganz sicher, mein Schatz“. Wir mussten beide lachen.

Zum Abschluss verteilte Rob nun große Eiskugeln mit seinen bloßen Händen auf den heißen Steinen. Es zischte und dampfte. Robs Körper glitt nass und glänzend an mir vorüber. Am liebsten hätte ich mit meiner Zunge über seine harte Brustwarzen geleckt und mit meinen Fingern seine dezente Brustbehaarung gestreichelt. Anschließend hätte ich ihm das Handtuch vom Leib gerissen und in sein Po gebissen. Ja gebissen! So hinreißend sah seine bedeckte Kehrseite aus. Als er sich einmal umdrehte, konnte ich seinen Rücken bestaunen. Wundervolle, aufrechte Haltung, ebenfalls leicht trainierte Muskulatur. Ich war schlicht und ergreifend tief beeindruckt von diesem sportlichen Rücken. Und von den zwei kleinen Grübchen, genau über der Handtuchkante.

Bevor ich mich weiter in meiner Schwärmerei verlieren konnte, klatschten die anderen Saunagäste anerkennend für Rob und bedankten sich für den tollen Aufguß. Nach und nach drängte die Menge nach draußen, jeder wollte unter die kühle Dusche. Nur Rob war nirgends zu sehen. Jedoch wusste ich, dass die Saunameister immer erst länger nach den Gästen duschen gingen. Schade, aber verständlich. Draußen, etwas abseits stand Rob und sah ein wenig erschöpft aus. Wenn er jetzt kollabiert, ich würden ihn liebend gerne Mund-zu-Mund beatmen, schoß es mir durch den Kopf.

Die anschließende kalte Dusche brachte mich wieder zurück in die Realität. Ich ging ins große Becken und schwamm ein paar Längen. Als ich fertig war, fiel mir ein, dass ich meine Sonnenbrille im Vorraum zur Sauna ableget hatte. Also ging ich noch mal zurück und sah Rob, wie er gearde unter der Dusche stand. Leider oder doch vielleicht glücklicherweise stand er mit dem Rücken zu mir und so konnte ich nur wieder seine Kehrseite bewundern, diesmal jedoch ganz in Natura und wie ihr euch vielleicht mittlerweile denken könnt – sein Hintern war perfekt!

Soccer Mom goes Hunting

Samstag Morgen

Ich hab gleich ein total spontanes Date zum Frühstück oder auch mehr, wer weiß? Interessant, was sich aus einer Eltern-WhatsApp-Gruppe alles ergeben kann. Ich erzähle euch später wie es/was gelaufen ist 😉

Samstag Abend

Es war wild, beinahe animalisch, es war schmutzig, es war heiß. Obwohl der erste Kuss so zart war, hat sich Single-Dad als böser Wolf im Schafspelz entpuppt. Ich hatte einen kurzen Rock an und nichts darunter. Als er mein Geheimins im wahrsten Sinne des Wortes gelüftet hatte, strahlte er übers ganze Gesicht. „Da hatte wohl jemand ein Plan“, meinte er schmunzelnd. „Ich wollte nur vorbereitet sein“, erwiderte ich mit einem Lächeln auf den Lippen. „Übrigens, unter einem Rock oder Kleid trage ich fast nie Unterwäsche. Beim nächsten Elternabend werde ich wahrscheinlich auch einen Rock anziehen“, sagte ich kokett. „Du machst mich wahnsinnig“, antwortete er, bevor er über mich herfiel. Wir begannen auf der Couch und wanderten dann hinüber in sein neues Wasserbett, um es „einzuweihen“. Selbst wenn er das zu jeder Frau sagte, es funktionierte. Dort ritten wir mit den Wellen um die Wette. Es war von allem etwas dabei, er oben, ich oben, von hinten, reversed Cowgirl. Ein bisschen lecken, ein bisschen blasen, Backdoor. Und das große Finale dann in der Küche im Stehen, er hinten und ich gegen die kalte Arbeistplatte aus Marmor gedrückt. Dazwischen mal Haarereißen und eine Hand, die meinen Hals etwas zudrückt. Das war ein eindeutiger Sieg für den Single-Dad, da wird es sicher ein Re-Match geben. 😉

Mittwoch Abend

Dominik und ich hatten gerade einen wilden Quickie im Wohnzimmer gehabt. Unsere neue Sitzecke um den Esstisch wollten wir schon längst einweihen und endlich hatten wir es geschafft. Er hat mich einfach über die Sitzbank ohne Lehne gedrückt. Er stand hinter mir und fickte mich hart. Das war unglaublich geil, wie immer, wenn er mich hart ran nahm. Gerade als mein Keuchen wieder in eine normale Atmung übergegangen war und ich einen Schluck Wein trank, vibrierte mein Handy. SingleDad war gerade von einer Geschäftsreise zurück gekommen.

Single-Dad

Wanna come over tonight?

10:20 pm

Gegenfrage: wanna come over here tonight?

10:22 pm

Single-Dad

Du willst doch nur deinen Dreier 😉

10:22 pm

Relax, ich hatte schon ein paar 3er.

10:23 pm

Nach unzähligen weiteren Nachrichten hatten wir fest gestellt, das Single-Dad noch immer erst am Flughafen war und nicht vor Mitternacht hier sein konnte. Wir hielten es spontan, bis um 23:14 wieder eine Nachricht eintrudelte.

Single-Dad

Hey…bin jetzt Zuhause, aber ziemlich geschafft. Können wir das auf Bald verschieben? Müsste nämlich noch duschen etc. und dann wirds echt spät.

11:14 pm

Zunächst dachte ich „faule Ausrede“, jeder Single-Mann möchte doch Sex haben, egal zu welcher Uhrzeit und egal wie müde man(n) dann am nächsten  Morgen mit einem dämlichen Grinsen im Büro saß. „Maybe he’s not that into me“ hörte ich eine leise Stimme in meinem Kopf.  Doch diese Stimmte brachte ich schnell zum Schweigen, das war sicher nicht der Fall. Ich kam eher auf den Gedanken, mir einen jüngeren Lover zu suchen, schließlich ging Single-Dadauch schon auf die große vier/null zu. Aber eine Chance würde ich ihm noch geben, jetzt war nur noch die Frage, wann „bald“ sein würde.

Zweieinhalb Wochen später…

„Bald“ war übrigens schon der darauffolgende Sonntag. Ich hatte Single-Dad erzählt, dass wir Besuch von unserem befreundeten Pärchen The Greys, wie wir sie nennen, bekommen werden. Unerfahrener Single-Dad glaubte zuerst, dass wir einfach Freunde waren, bis ich ihn eines Besseren belehrte. „Wow, das ist ja heiß! Ein Dreier ist sicherlich schon geil, aber Pärchensex muss ja der Oberhammer sein“, bekundete er seine Begeisterung. Relativ spontan lud ich also Single-Dad ein, am Sonntag auf einen Drink bei uns vorbei zu schauen. Zu meinem großen Glück waren auch The Greys offen und neugierig auf eine neue Bekanntschaft.  „Aber bin ich dann nicht sprichwörtlich das fünfte Rad am Wagen?“, fragte er mich etwas verunsichert via WhatsApp. „Das ist schwer zu erklären, am besten zeige ich dir später, dass dem nicht so ist ;)“, schrieb ich ihm keck zurück.

Gegen 15.00 Uhr waren endlich alle eingetroffen. Ich war aufgeregt und von so viel erotischer Energie durchflutet, dass es mir vorkam, als würde ich schweben. Alles fühlte sich so schön, so bunt und so flauschig an, wie ein einziger Rausch. Zur Begrüßung tranken wir alle eine Runde Aperol Spritz. Mrs. Grey mischt als feurige Italienerin die besten Drinks und für uns ist das schon zu einem netten Ritual geworden. Mittlerweile findet man in unserem Kühlschrank immer eine Flasche Prosecco. Unglaublich aber wahr, Single-Dad hat an diesem Nachmittag seinen ersten Aperol Spritz genossen. The first of many other firsts on this day…

Nachdem es plötzlich zu regnen begonnen hatte, fiel unser letztes BBQ für diesen Sommer im wahrsten Sinne des Wortes dann ins Wasser. Pizza musste also her und das pronto! Satt und zufrieden machten wir es uns auf dem Sofa gemütlich. Single-Dad fragte ob noch jemand Lust auf Nachtisch hatte und holte eine große Kühlbox vom Eissalon. Doch zuvor begann eine Nascherei der etwas anderen Art.

Mrs. Grey und ich saßen nebeneinander und begannen uns zu küssen und zu streicheln. Ich liebe ihre langen, dunklen Haare, die ich ihr immer zur Seite nehme, damit ich ihren Hals besser küssen kann. Wir stöhnten beide leise, als wir uns gegenseitig liebkosten, während die Männer erst mal nur zu sahen. Ich sah Single-Dad in die Augen und deutete ihm, er solle näher kommen. Mit meiner Hand griff ich zwischen seine Beine und massierte seinen Schaft durch die Hose. So schüchtern wie er zu nächst behauptet hatte, schien er aber nicht zu sein. Nach und nach kamen auch Dominik und Mr. Grey mit ins Spiel und küssten jeweils die „eigene“ Partnerin. Es war so schön, so unglaublich, so unbeschreiblich. Trotzdem will ich versuchen, diesen Moment zu beschreiben.

Es ist einfach wundervoll, wenn ich weiche, warme Lippen küssen kann, während ein anderer Mund meinen Rücken mit zärtlichen Küssen bedeckt. Eine Hand kümmert sich um meinen Busen und gleichzeitig erkundet eine weitere schon das Feuchtgebiet zwischen meinen Beinen. Und dann gibts es noch mehr geschickte Finger, die meine Nippel zwirbeln und meine Clitgekonnt stimulieren. Oooooooh! Aaaaaaah! Am Anfang bin ich noch aufmerksam, wer macht was? Wer berührt mich wo und wie? Nach einer Weile scheint es so, als wären wir alle mit einander verschmolzen. Lauter nackte Körper, die sich gegenseitig erforschen und befriedigen.
Zum Finale löste sich dann der gordische Liebesknoten wieder auf. Mrs. Grey wurde von Mr. Grey und Dominik gleichzeitig mit einem Pearl Necklace verziert. Wow – what a timing? Single-Dadhat mir zeitgleich beinahe das Hirn raus gevögelt. Es war einfach wundervoll. Als krönenden Abschluss haben wir uns noch die Eisbox geholt und uns noch einmal gegenseitig vernascht.

Ein paar Tage später traf ich Single-Dad spontan im Coffee Shop. Seit unserer kleinen Orgie hatte ich nichts mehr von ihm gehört und auch keine Antworten mehr auf meine WhatsApp-Nachrichten erhalten. Das hatte mich doch ziemlich verärgert, da er ja behauptet hatte, er wollte neue Freunde finden, da er ja erst vor kurzem nach Wien gezogen war. Also erklärte ich ihm bei einem Café Latte, was Dominik und vor allem ich mir unter Freundschaft+ mit ihm vorstellten.„I wanna be treated like a lady and fucked like slut“, lautete mein Schlussplädoyer. Ganz begeistert hatte er dem zugestimmt. Um diese Vereinbarung quasi zu besiegeln, verließen wir eilig den Coffee Shop und fuhren zu mir nach Hause. Wir rissen uns die Kleider vom Leib und fielen übereinander her. In der Hitze des Gefechts und weil es wieder einmal eine sehr spontan Aktion von mir war, hatte ich Dominik von dieser Entwicklung noch gar nichts erzählt, was eigentlich gegen unsere Vereinbarung war. Normalerweise erzählten wir uns immer vorab, wann es wieder mit wem zu einem Date kommen würde.

Single-Dad und ich war mitten drin, als ich plötzlich hörte, wie die Haustür aufgesperrt wurde. Abrupt stieg ich von meinem Hengst ab und fühlte mich sofort ertappt, wie die untreue Ehefrau. Hastig warf ich einen Bademantel über und kam Dominik auf der Treppe entgegen. „Hallo Schatz!“, begrüßte ich ihn und fiel ihm um den Hals. „Das kommt jetzt etwas überraschend, aber ich bin nicht allein“, gestand ich ihm und spürte wie meine Wangen nur so glühten. „Aso?“, wunderte sich Dominik. „Wen versteckst du denn da oben im Schlafzimmer?“, fragte er schmunzelnd. „Sind die Grey’s etwa hier?“ Ich schüttelte nur den Kopf und biss mir auf die Unterlippe. „Na dann macht dein Doktor vielleicht wieder einen Hausbesuch?“ Wieder schüttelte ich den Kopf. In diesem Moment konnte ich ihm gar nicht in die Augen sehen, als ich zugab, dass SingleDad in unserem Schlafzimmer auf mich wartete. Etwas ungläubig trat Dominik in unser Boudoir. Und dann reagierte mein wundervoller Ehemann einfach nur cool und genial. Er zog sich aus und hielt mir seinen harten Schwanz vors Gesicht. „Stört euch doch nicht, wenn ich mitmache, oder?“, fragte er während er mir sein bestes Stück in den Mund schob. Auch Single-Dad war ganz erleichtert und meinte nur „The more the merrier“. Nach diesem ungeplanten Dreier, verließ uns Single-Dad aber dann doch recht schnell. Ganz wohl hatte er sich nicht in seiner Haut gefühlt, als wir von Dominik in flagranti erwischt worden waren. „Du bist wirklich die einzige Frau auf der ganzen Welt, die es schafft, selbst in einer offenen Beziehung noch zu betrügen“, sagte Dominik mit ernster Stimme und gabe mir einen ordentlichen Schlag auf meinen Po. Und das war erst der Erste von vielen.

Drei Wochen sind mittlerweile seit unserem Frühstück vergangen. Dominik und ich hatten uns erhofft, in Single-Dadeinen „Friend with Benefits“ gefunden zu haben. Doch mittlerweile habe ich festgestellt, dass Single-Dad mehr an den Benefits als an einer zusätzlichen Friendship interessiert ist. Das finde ich sehr schade, weil es meiner Meinung nach den Sex noch besser macht.

 Deswegen schreib‘ ich grad das Ende
Es fällt mir nicht mal schwer
Nur für uns drei gibt’s gar keine Chance mehr
Ich weiß, du wünschst dir, dass ich grade bei dir wär‘
Nur dein Wasserbett bleibt weiterhin leer.

Ende

Text frei nach „Mathea 2x

Fallen Angel – Nachtrag

Meine Kreativität und meine Fantasie weiß ich sehr zu schätzen und bin auch dankbar für diese „Gaben“. Oft reicht nur ein Moment, ein Lied oder ein Geruch aus und mein Kopfkino läuft auf Hochtouren. Das ist wirklich toll und beflügelt mich sehr. Doch die Kehrseite der Medaille: meine Erwartungen sind teilweise viel zu hoch.

Elio und meine Vorgechichte haben so viel Kopfkino produziert, da hätte ich mindestens eine aufregende Triologie damit füllen können.

Gestern früh war ich laufen und hab mir einfach irgendeine 90er Playlist eingeschaltet. Als die ersten Töne zu „La Copa de la Vida“ von Ricky Martin (https://youtu.be/8BkYKwHLXiU) erklangen, dachte ich mir sofort, wie ich es mir mit Elio eigentlich vorgestellt hatte: Sambamusik im Hintergrund, bunte Lichter um uns herum, Konfetti, das vom Himmel fällt und zum Schluss ein krönendes Feuerwerk.

Fallen Angel oder Wie ich endlich mit meinem Orthopäden schlief

Elio und ich haben uns kurz nach dem Millenium kennengelernt, als ich ehrenamtliche Rettungssanitäterin war und er Zivildiener. Während er seinen Zivildienst nach abgeschlossenem Medizinstudium nachholte, war ich schon in Ausbildung zur Diplomkrankenschwester. Leider hatten wir nie einen gemeinsamen Dienst, aber unser aller erstes Treffen hat in der Rettungszentrale statt gefunden. Wir hatten uns beide einen Kaffee vom Automaten geholt und begannen einfach so zu plaudern. Optisch hat er mir damals gleich gefallen, wobei ich sagen muss, dass er heute, unzählige Jahre später, eigentlich viel besser aussieht. Er war ein nur ein bisschen größer als ich, hatte dunkle Augen und ebenfalls dunkles, leicht gelocktes Haar. Jedenfalls haben wir uns unterhalten, bis einer von uns die nächste Ausfahrt hatte.

Ein paar Wochen später trafen wir uns im Nachtdienst erneut in der Rettungszentrale. Ich hatte mir einen Dienst mit Ben eingeteilt. Bei dieser Rettungsorganisation war „Fahren wir mal einen Dienst zusammen?“ Code für „ich finde dich süß/sympathisch/geil und würde dich gern näher kennenlernen, gegebenenfalls auch die Nacht mit dir verbringen“ (unschuldig im Mannschaftsschlafraum á 3 Betten, aber immerhin). Ben und ich hatten also gemeinsam Nachtdienst und unerwartet traf ich Elio wieder, der mich fragte, ob ich nicht lieber Dienst mit ihm am Notarztwagen mache wolle, er würde das der Leitstelle schon verklickern (von meiner Ausbildung her hätte ich nur Dienste am Rettungswagen machen dürfen). Unter meinen Kollegen war ich damals als „blaulichtgeil“ bekannt, was soviel bedeutete, dass mir die aufregenderen Einsätze, eben mit Blaulicht und Martinshorn begleitet, viel mehr Spass bereiteten, als die langweiligen Transporte zur Dialyse oder zurück ins Altersheim. Ich hätte diese Chance wahrnehmen sollen, schon allein, um etwas Neues zu lernen. Aber als ich Ben ansah, der die Unterhaltung mitbekommen hatte, brachte ich es einfach nicht übers Herz, den Wagen zu wechseln. Wer weiß, was aus Elio und mir geworden wäre, wenn ich diese eine Nacht mit ihm (und zugegebenermaßen seinem Kollegen) verbracht hätte. Ob wir damals Telefonnummern ausgetauscht haben, weiß ich nicht mehr. Aber fürs Erste haben wir uns aus den Augen verloren.

Einige Jahre später, arbeitete ich in einem großen Krankenhaus in Wien. Es war meine erste Stelle nach der Ausbildung auf einer Abteilung für innere Medizin. Eines Tages, ich war noch gar nicht lange auf dieser Station tätig, kam ein Konsiliararzt für Orthopädie zu einem meiner Patienten. Zu meiner großen Überraschung war es Elio, der mich nach dem Patientenakt fragte. Wir lächelten uns an und natürlich gab ich ihm die gewünschten Unterlagen. Nachdem er sich den Patienten angesehen hatte, kam er noch mal zu mir zum Schwesternstützpunkt zurück. Da gerade nicht viel zu tun war, bot ich ihm eine Tasse Kaffee an. Wir setzten uns und plauderten wieder über dieses und jenes. Dabei hatte ich total die Zeit übersehen und bin viel zu spät zur Nachmittagsvisite gekommen, was die diensthabende Oberärztin ziemlich verärgert hatte .Elio machte sich aus dem Staub und zwinkerte mir zum Abschied noch aufmunternd zu. Am nächsten Tag wurde ich wegen meinem kleinen Flirt gleich von der Stationsschwester zurechtgewiesen. Auch diesmal wurde nicht mehr aus Elio und mir als zufällige Bekannte, die sich nur äußerst selten über den Weg liefen, denn damals waren wir beide bereits in festen Beziehungen.

Unser nächstes Wiedersehen sollte erst wieder einige Jahre später stattfinden. Ich hatte sowohl das Krankenhaus als auch die Abteilung gewechselt. Erst seit kurzem arbeitete ich in dem neuen, modernen Krankenhaus. Ich hatte noch keine Freundinnen unter den neuen Kolleginnen gefunden und so kam es öfter vor, dass ich alleine in den Speisesaal zum Mittagessen ging. So stand ich also wieder einmal mit meinem Tablet in dem riesigen Speisesaal und hielt Ausschau nach einem freien Sitzplatz. Plötzlich erkannte ich ein bekanntes Gesicht in der Menge, das mir ein strahlendes Lächeln schenkte. Elio winkte mir und bedeutete mir, ich solle mich zu ihm setzen. In der Zwischenzeit war er Oberarzt für Orthopädie, verheiratet, keine Kinder. Nebenbei führte er seine glänzende Privatordination. Außerdem unterrichtete er Anatomie in der Krankenpflegeschule, in der ich vor einer halben Ewigkeit meine Ausbildung absolviert hatte. Oh ja, Anatomie-Stunden mit Elio konnte ich mir wirklich vorstellen. Unsere Mittagspause war viel zu schnell zu Ende. Umso mehr freute es mich, als am Nachmittag Elio mit zwei Bechern Kaffee überraschend auf meiner Station aufkreuzte. Er kam auf mich zu und hielt mir einen Becher hin. Ich wollte ihn schon nehmen, doch dann fiel mir ein, wie meine letzte Kaffeepause mit ihm ausgefallen war. „Du bringst mich in Schwierigkeiten“, flüsterte ich ihm zu und nahm den Becher nicht an. Meine Kolleginnen waren vollkommen hin und weg von seiner Erscheinung und natürlich kannten sie ihn bereits. „Oh, Herr Oberarzt, kommen Sie doch, setzen Sie sich kurz zu uns ins Schwesternzimmer“, flötete schon Schwester Caroline. So schnell konnte ich gar nicht schauen, saß Elio schon im Aufenthaltsraum, umringt von meinen Kolleginnen, die alle synchron mir ihren Wimpern zu klimpern schienen. Sein Ehering schien sie nicht im geringsten zu stören. Erst viel später erfuhr ich von seinem Ruf als „Schwesternkittel-Jäger“.

Er unterhielt die gesamte Schwesternschaft mit seinen Geschichten über seine Band, in der er Leadsänger war und stimmte sogar ein Lied an. Ein bisschen eingebildet kam er mir in diesem Szenario schon vor, dennoch gefiel mir seine selbstbewusste Ausstrahlung. Nebenbei erwähnte er noch, dass er gerade für den Wings for Life World Run trainierte, bei dem er seit Beginn des Events jedes Jahr startete. Ich bildete mir ein, ehrfürchtig gehauchte „Oohs“ und „Aahs“ begleitet von zusätzlichen Wimpernaufschlägen meiner Kolleginnen zu hören. Elio stand auf, um zu gehen und ließ es sich nicht nehmen, mich zum Abschied auf beide Wangen zu küssen. Ich konnte förmlich die neidischen Blicke auf meinen geröteten Wangen spüren. Kurzfrisitng wurde ich dadurch zum Mittelpunkt des Interesses meiner Station.

Nach diesem Wiedersehen träumte ich in der darauffolgenden Nacht von Elio. Es war ein hoch erotischer Traum, an den ich mich heute – Jahre später – leider nicht mehr genau erinnern kann. Woran ich mich jedoch sehr gut erinnern kann, war diese Lust oder auch Sehnsucht nach ihm, die von mir Besitz nahm. In meinen stillen, privaten Gedanken tauchten plötzlich Fragen der Kategorie „Was wäre wenn…“ auf. Was wäre vielleicht aus uns geworden, wenn ich damals mit ihm im Notarztwagen mitgefahren wäre? Was hätte aus unserem ersten Stationsflirt werden können, hätten wir damals gerade keine festen Partner gehabt? Diese und noch viele andere Fragen spukten mir ein paar Tage lang durch den Kopf, bis ich mir selbst die von mir erfundene „mentale Watschn“ (= wienerisch für Ohrfeige) gab. Von einer Sekunde auf die andere war Schluss mit dieser Träumerei, denn – sein wir uns mal ehrlich – Elio war doch auch nur ein gewöhnlicher Mann, der seine getragen Socken neben dem Bett liegen und seinen schmutzigen Teller auf dem Tisch stehen ließ. Ja sicher, er war ein gutaussender Arzt (mit spanischen Wurzeln) und zugebenermaßen gefiel mir das, aber das bedeutete auch, dass er sehr viel arbeiten musste und ich als seine hypothetische Freundin sehr viel Zeit alleine verbringen würde. Die rare Freizeit müsste ich dann auch noch mit seinen Bandproben und beinahe fanatischen Lauftrainings teilen. Vielleicht würde ich ja gemeinsam mit ihm laufen, aber sicher nicht dreimal pro Woche bei jedem Wetter. Vielleicht würde ich mittlerweile auch fließend Spanisch sprechen und regelmäßig seine Verwandschaft in Barcelona besuchen (auch ohne ihn, da er ja sehr beschäftigt ist). Klatsch – wieder die mentale Watschn.

So langsam geriet Elio ein wenig in Vergessenheit, bis ich eines Tages meinen Hausarzt wegen Rückenschmerzen aufsuchen musste. Dr. Bauer war ein guter Allgemeinmediziner und wusste genau, wann er an die Grenzen seiner Kompetenz stieß. Er meinte, mit meinen Beschwerden wäre es auf jeden Fall ratsam, einen Orthopäden aufzusuchen. „Kennen Sie einen Facharzt für Orthopädie?“, wollte er von mir wissen. Das sah ich wieder ganz deutlich Elio‘s strahlendes Lächeln, seine schwarzen Haare und die immer sonnengebräunte Haut vor meinen Augen. Dr. Bauer schien meine kurze Tagträumerei zu ignorieren und hielt mir die Visitenkarte eines Orthopäden hin. Ich überlegte lange hin und her. Damals war ich mir gerade über meine Vorliebe für weiße Erotik bewusst geworden. Ich sprach mit Dominik darüber, der von meiner kleinen Schwärmerei für Elio wusste. Er hatte nichts dagegen und stellte mir sogar eine Challege für meinen ersten offiziellen Ordinationsbesuch bei Elio: „Lass dir von ihm eine Spritze in deinen süßen Po geben. Ich meine aber wirklich eine Plastikspritze mit einer Nadel dran“.

Noch in derselben Woche hatte ich einen Termin bei Elio in seiner Privatordination. Er begrüßte mich überschwänglich und war sichtlich erfreut, mich zu sehen. Nach einem kurzen Anamnesegespräch untersuchte er mich gründlich. Dafür musste ich mich bis auf die schwarze Spitzenunterwäsche ausziehen. Er ließ mich im Untersuchungszimmer ein paar Mal auf und ab gehen. Seine dunkeln Augen folgten meinen Bewegungen und ich konnte förmlich spüren, wie er mich mit seinen Blicken auszog. Mit seinem Rollhocker kam er näher zu mir heran, ich musste mich nach vorne bücken und zu beiden Seiten neigen, während seine warmen Hände auf meinen Hüften ruhten. Dabei war mein Po für ihn genau in Augenhöhe. Elio verhielt sich die ganze Zeit über sehr professionell. Gegen die akuten Schmerzen wollte er mich infiltrieren und mir Physiotherapie verordnen. „Na , dann hüpf mal rauf auf die Untersuchungsliege und bleib erst mal sitzen“ forderte er mich freundlich auf. Er prüfte noch meine Reflexe und richtete danach die Injektionen für mich her. „Wenn ich schon hier bin, könntest du mir bitte auch gleich meine Vitamin B-Spritze verabreichen? Die hat mir mein Hausarzt verordnet, der ist aber leider diese Woche auf Urlaub“ fragte ich ganz unschuldig. Das war total erfunden, ich hab mir die Fertigspritzen online bestellt für Doktorspielchen mit Dominik, aber das musste Elio ja nicht wissen. Überrascht sah er mich an. „Ich hab sie sicherheitshalber gleich mitgebracht“ sagte ich. „Klar kann ich machen, wenn du das willst“, antwortete Elio und bat mich, mich auf den Bauch zu drehen. Aber zuerst kümmern wir uns um deine akuten Rückenschmerzen. Der kaltnasse Tupfer hinterließ eine Gänsehaut über meiner Wirbelsäule. Schon im nächsten Augenblicke folgten vier oder fünf kurze Piekser. Daraufhin angelte ich mir meine Handtasche und überreichte Elio die Fertigspritze. Er nahm sie entgegen und setzte sich kurz an seinen Schreibtisch. Schnell tippte er etwas in seinen Computer. Scheinheilig fragte ich ihn, ob er mir die Spritze ihn den Oberarm geben konnte. „Fünf Milliliter sind zu viel, du würdest mich dafür hassen“ lautete seine etwas abwesende Antwort. Ich war neugierig geworden, was er so konzentriert an seinem Computer arbeitete, also ging ich zu ihm rüber und stellte mich hinter ihn. Mit ein wenig Entsetzten musste ich feststellen, dass mein Lieblingsarzt, Facharzt für Orthopädie, Leiter einer Abteilung gerade „i.m. Injektionen“ gegoogelt hatte. „Ich hab das schon ewig nicht mehr gemacht, weißt du. Und gerade bei dir will ich nichts falsch machen“ erklärte er mir entschuldigend. In diesem Moment wollte ich einen Rückzieher machen, entschied mich jedoch dagegen. Wie schlimm konnte es schon werden? Ok, es war wirklich schlimm. Elio hat viel zu zögerlich zugestochen, nachdem er meine Brazilian Pantys etwas hinunter geschoben und die Punktionsstelle desinfiziert hatte. Danach hat er den Inhalt viel zu schnell injeziert. Mein erster Gedanke war: er hat einen Nerv getroffen, mein zweiter: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Nachdem ich mich von meinem kleinen Schock erholt hatte, zog ich mich wieder an. Elio stellte mir ein Rezept für ein neues Schmerzmedikament und die Verordnung zur Physiotherapie aus. Zum Abschied küsste er mich wieder auf beide Wangen. Ab jetzt würden wir uns regelmäßig einmal die Woche sehen.

Für jeden neuen Termin wählte ich in Absprache mit Dominik ein sexy Outfit aus. Meist zog ich kurze oder eng anliegende Röcke an, kombiniert mit einem hübschen Top oder einer Bluse. Je nach Wetterlage trug ich halterlose Strümpfe oder auch nichts darunter. Und damit meine ich wirklich nichts.

Mittlerweile behandelte Elio mich mit Akupunktur, was mir auch tatsächlich zu helfen schien. Dafür musste ich mich auf die Untersuchungsliege legen. Beinahe zärtlich fühlte er meinen Puls, um so die optimalen Akupunktionspunkte für meine Beschwerden zu finden. Vorsichtig setzte er die dünnen Nadeln an den entsprechenden Stellen an meinem Körper. Einmal hatte ich einen Abendtermin bei ihm und wusste, dass ich die die letzte Patientin war. Ich wusste auch, dass wir ganz allein in der Ordination waren. An diesem Abend trug ich eine enganliegende schwarze Hose, die auf der Rückseite beider Beine vom Knie abwärts geschnürt war. Dazu ein ebenfalls schwarzes Top mit tiefem Dekolleté, gepaart mit roten High Heels. Elio sah mich verblüfft an, als ich so in seiner Praxis erschien. Nachdem er mich begrüßt hatte, tadelte er mich für meine hohen Schuhe, meinte aber auch gleichzeitig mit einem frechen Grinsen im Gesicht, dass meine Rückenschmerzen sich wohl gebessert haben mussten. „Zieh doch die Hose bitte aus, ich würde heute gerne zwei Nadeln an jedem Knie setzen.“ Erschrocken sah ich ihn an. Erstens, würde das sicher sehr weh tun, zwei Nadeln in jedem Knie – war das sein Ernst? Zweites trug ich an diesem Abend keine Unterwäsche, weil die Hose so eng anliegend war und ich nicht wollte, dass sich mein Tanga darunter abzeichnete. Elio konnte anscheinend meine Gedanken lesen, zumindest den ersten. „Keine Sorge, es tut nicht mehr weh als an den anderen Punktionsstellen und die meisterst du doch auch ganz tapfer“. Einen Moment lang fürchtete ich schon, ich müsste Elio die Wahrheit erzählen und ihm beichten, dass ich heute „commando“ zu unserem Termin erschienen war. Glücklicherweise fiel mir ein, dass ich ja einfach die Hose hinten aufschnüren und hochschieben konnte. Während der Akupunktursitzung musste ich ununterbrochen daran denken, wie er wohl reagiert hätte, wenn ich tatsächlich meine Hose ausgezogen hätte. Wahrscheinlich hätte er so getan, als wäre ihm nichts aufgefallen. Schließlich war er stets professionell und eigentlich auch verheiratet. Ich verbuchte unsere kleine, harmlose Flirterei stets unter dem Gesichtspunkt „bellende Hund beißen nicht“. Doch langsam beschlich mich die Frage, ob Elio nicht doch eines Tages zuschnappen würde. Nach dieser Sitzung wurde mir klar, dass ich vielleicht doch mehr von Elio wollte, als ein bisschen flirten. Diese Gedanken und Gefühle behielt ich jedoch vorerst für mich. Zuerst müsste ich mir im Klaren sein, wie das konkret funktionieren könnte, bevor ich mit Dominik darüber sprechen würde. Da ich so schnell keine Entscheidung treffen konnte, ließ ich zunächst alles beim Alten. Einmal die Woche ging ich weiterhin zur Schmerztherapie und Akupunktur zu Elio in die Praxis. An einem üblichen Freitag schickte er mir eine Whatsapp-Nachricht von seinem privaten Handy mit der Bitte, den Termin vorverlegen zu können. Ich war einverstanden und antwortete ihm auch sogleich. Von da an begannen wir öfter kurze Nachrichten auszutauschen, manche von ihnen völlig harmlos, andere wieder etwas frecher oder frivoler. Eines Donnerstag Abends schrieb er mir: „Und, was ziehst du morgen wieder geiles an? Freu mich schon! ;)“ Diese Worte verursachten ein wohliges Prickeln auf meiner Haut. Am nächsten Morgen hatte ich einen kleinen Autounfall, wobei nur ein Blechschaden entstanden war. Mir war zum Glück nichts passiert. Gut, dass ich an diesem Tag auch nicht arbeiten musste, denn mein Job, damals in einer Gemeinschaftpraxis, gefiel mir überhaupt nicht und ich hatte auch schon meine Kündigung eingereicht.

Als ich am Abend zu Elio in die Ordination kam, war ich nicht so unbeschwert und fröhlich wie sonst. Er schien es zunächst nicht zu bemerken. Während der Akupunktur, setzte er mir eine Nadel, die richtig weh tat. Was sich sonst wie ein kleiner Piekser anfühlte, kam mir jetzt wie ein rasiermesserscharfes, spitzes Ding vor, dass sich durch meine Haut bohrte und und einfach nur höllisch stechende Schmerzen verursachte. Ich jaulte kurz auf, aber Elio meinte nur, das würde gleich besser werden und ich solle den Schmerz veratmen. Stattdessen biss ich die Zähne zusammen und hielt unbewusst die Luft an. Ich war so auf den Schmerz fixiert, dass ich gar nicht merkte, wie einzelne Tränen meine Wangen hinab rollten. „Hey, was ist denn los? Ist es wirklich so schlimm?“, hörte ich Elios mitfühlende Stimme und spürte seine warme Hand an meinem Gesicht. Beschämt versuchte ich meine Tränen wegzublinzeln, um ihn anzusehen. Doch die Tränen wollten einfach nicht versiegen. Der Schock über den Unfall, die starken Schmerzen der letzten Tage, der Ärger über meine eigene Dummheit unter Medikamenteneinfluss Auto zu fahren und der Stress in der Arbeit scheinen mich plötzlich zu überwältigen. Mit einem Schluchzen wischte ich mir mit dem Handrücken über meine Wangen, während er mir bereits ein Taschentuch hinhielt. Dankbar nahm ich es an. „Also, was ist heute los mit dir?“, fragte er mich erneut. „Ich weiß nicht“,antwortete ich kleinlaut. „Vielleicht hat es mit dem Unfall von heute morgen zu tun“, antwortete ich beinahe tonlos. „Was ist denn passiert?“, wollte er wissen. Ich erzählte ihm, dass ich in der früh so starke Schmerzen gehabt hatte, dass ich Tramal-Tropfen eingenommen hatte und danach ein kurzes Stück mit dem Auto gefahren war und wie es zu dem Unfall gekommen war. Betroffen schüttelte er den Kopf und nahm mich zärtlich in den Arme. „Ehrlich Lana, ich mache mir Sorgen um dich“, flüsterte er in mein Haar. Seine Worte waren Musik in meinen Ohren. Auch wenn die Umstände weniger schön waren, gefiel es mir irgendwie, dass Elio sich um mich sorgte. Nach der Behandlung setzte ich mich etwas zu schnell auf, sodass mir schwindelig wurde. Elio eilte sofort an meine Seite und wollte mich schon wieder in eine liegende Postion bringen, doch ich meinte, es würde im Sitzen schon gehen. So saß ich nun auf der Untersuchungsliege während er vor mir stand und mich stütze. Meine Knie berührten seine Oberschenkel. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals. Schon zum zweiten Mal an diesem Abend kamen wir uns so Nahe wie noch nie zu vor. Von unten sah ich zu ihm auf. In diesem Moment wusste ich es genau, er wollte mich küssen.In diesem Moment trafen seine Lippen auf die meinen. Zunächst erwiderte ich den Kuss. Doch als sich der Überraschungsmoment gelegt hatte, sprang ich auf und verließ die Praxis fast im Laufschritt. Huch, das war ganz schön knapp. Ich musste unbedingt mit Dominik reden.

Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich Domink zunächst den Kuss zwischen mir und Elio verschwiegen hatte. Aber ich sagte ihm, dass ich den Wunsch hegte mit meinem Arzt zu schlafen. Wir kannten uns schon so lange und da war immer diese gewisse Chemie zwischen uns. Ich wusste, den Gedanken an ein Abenteuer mit meinem Orthopäden würde ich wohl nie loslassen können. Da ich auch erst einmal selber verstehen wollte, was hier vor sich ging, begann ich ein bisschen im Internet zu recherchieren. Damit meine ich, dass ich verstehen wollte, warum ich trotz glücklicher Ehe und erfülltem Sexleben fremd gehen wollte. Ich stieß auf diverse Polyamorie- und Bigamiegruppen in den verschiedensten Erotikforen. Obwohl das für mich totales Neuland war, konnte ich gleich zu Beginn ein wenig verstehen, wie Polyamorie-Beziehungen entstehen und funktionieren konnten. Doch eine wichtige Frage musste ich mir selbst stellen: war ich in Elio verliebt? Die Antwort war ein eindeutiges Nein. Ich fand ihn durchaus attraktiv und fühlte mich zu ihm hingezogen. Eine gewisse Schwärmerei hatte ich über die Jahre auch für ihn entwickelt, aber mehr war es nicht. Die Frage nach dem „was wäre wenn gewesen“ schien wie das Damoklesschwert über uns zu hängen. Das wohl viel Verlockendere war wahrscheinlich, etwas Verbotenes zu tun. Einfach so ins Paradies hinzuspazieren, mir den größten und schönsten Apfel zu schnappen und einfach zu genießen. Die Schlange brauchte ich dazu nicht. Wir waren beide verheiratet und standen zusätzlich noch in einer Arzt-Patientin-Beziehung zu einander, das machte den wesentlichen Kick für mich aus. Als ich mir sicher war, dass ich wirklich nur Sex mit ihm haben wollte, keine Affäre und schon gar nichts darüber hinaus, sprach ich wieder mit Dominik. Zunächst wollte ich meinen Mann bitten, ob wir einen Dreier mit Elio haben könnten. Wir hatten erst vor kurzem die Konstellation MMF ausprobiert, aber das ist eine andere Geschichte 😉

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, Dominik wäre zunächst nicht etwas geschockt von meinen Wünschen gewesen. Wir besprachen verschiedene Möglichkeiten und kamen zu dem Schluss, dass ich Elio allein genießen durfte. Natürlich nur unter der Vorraussetzung, dass ich Dominik über das Geschehene nicht anlog und nur Safer Sex mit Elio praktizierte. Ich konnte gar nicht glauben, wie aufgeschlossen mein Mann war und wir tatsächlich den Sprung wagten, auch unsere Ehe ein wenig zu öffnen. Aus meiner Sicht sollte Dominik die gleichen Vorteile daraus ziehen können wie ich, aber darüber werde ich zu einem anderen Zeitpunkt ausführlich berichten.

Als Nächstes machte ich mir einen neuen Termin bei Elio aus. Offensichtlich erfreut wieder von mir zu hören, nachdem ich das letzte Mal seine Praxis so überstürzt verlassen hatte, bot er mir einen Vormittagstermin in drei Tagen an. Es war ein warmer Herbsttag und die Sonne schien. Ich entschied mich für meinen Jeans-Minirock und eine weinrote Bluse. Als ich mich in der Früh nach dem Duschen schminkte, trat Dominik von hinten an mich heran und küsste meinen Hals. „Pass auf dich, mein Liebling! Ich wünsche dir viel Spass und freu‘ mich schon auf unsere Nachbesprechung“, sagte er und meinte es auch tatsächlich so. „Nachbesprechungen“ hielten wir auch nach unseren gemeinsamen Dates oder Swingerclubbesuchen. Schließen holten wir uns auf diese Art auch neue Ideen und Anregungen. Als ich schließlich fertig war, fuhr ich voller Elan in die Stadt. Die Musik im Radio auf volle Lautstärke aufgedreht, kam ich ohne Stau bestens voran. Ausnahmsweise fand ich sogleich einen Parkplatz, direkt vor Elios Ordination. Im Rückspiegel begutachtete ich nochmals Make Up und Frisur. Perfekt! Ich klingelte also an der Gegensprachenalage und wurde sofort eingelassen. Im ersten Stock angekommen, erwartete Elio mich bereits an der Eingangstür. Er schien sofort den wahren Grund meines Besuchs zu kennen. Schon im Voraum drückte er mich gegen die Wand und begann mich zu küssen. Ich erwiderte seinen Kuss, doch er fiel nicht so leidenschaftlich aus, wie ich es erwartet hatte. Elio war sehr zärtlich. Schon bald spürte ich seine Erektion, wie sie sich gegen meinen Oberschenkel presste. Meine Neugier leitete meine Hand in seinen Schritt. „Nicht schlecht“, war mein erster Gedanke und ich musste unweigerlich grinsen. Elio knabberte zärtlich an meinem Ohrläppchen, während ich seinen Hals küsste, stets darauf bedacht, keine sichtbaren Spuren zu hinterlassen. Irgendwie waren wir bereits in den Behandlungsraum gestolpert. Obwohl er beim Küssen eher langsam, ja beinahe schon zurückhaltend war, umso schneller war er, als es darum ging, mir aus meinen Kleidern zu helfen. Im Nu stand ich nur noch in Unterwäsche vor ihm, während er noch vollständig angezogen war. Ich hatte meine olivgrüne Spitzenunterwäschen angezogen, Push-Up BH und Tanga. Der Fairness halber befreite ich ihn aus seiner Jeanshose. Mit kreisenden Hüftbewegungen streifte er mit seiner Erektion immer wieder gegen meinen Tanga, während er mich umarmte und wieder küsste. Ich fand es irgendwie irritierend oder sogar etwas nervig, dass er mir seine Latte auf diese Art ständig präsentierte. Schon in diesem Moment ärgerte ich mich, dass sich ständig mein Kopf einschaltete und eine Art Vergeichsraster über die Situation legte. Ich wollte doch eigentlich nur ein bisschen Spass und guten Sex haben. Um kleidungsmäßig endlich auf Gleichstand zu kommen, zog ich ihm das Poloshirt aus. Und da war es: das unerwartete, weiße feingerippte Unterhemd – auch bekannt als „wifebeater“. Gedanklich ein fetter Minuspunkt, also schnell weg damit! Am liebsten hätte ich es ihm einfach vom Leib gerissen und in einem der orangenen Mistsäcke verschwinden lassen. Stattdessen landete es zerknüllt auf dem Boden.

Kaum war der weiße Liebestöter verschwunden, musste ich feststellen, dass Elio für einen Mann einen ziemlich schmalen Oberkörper hatte. Das war mir in dem Poloshirt bisher noch nie aufgefallen. Sicherlich hatte auch das Unterhemd einen falschen Eindruck vermittelt. Elio schien nicht zu merken, dass ich etwas abgelenkt war. Er entledigte sich seiner Boxershort – Gott sei dank nicht noch ein Feinrippmodell! Er führte mich weiter zu seinem Schreibtisch. Seine unterste Schublade war bis oben hin mit Kondomen gefüllt. „Ganz gut vorbereitet, der Herr Doktor“, schoss es mir durch den Kopf. Er zog sich das Präservativ selbst über und zog mich zur Untersuchungsliege. „Gleich passiert es, gleich werde ich endlich mit meinem Orthopäden schlafen“. Mittlerweile hatte ich festgestellt, dass Elio bestenfalls durchschnittlich gebaut war. Das musste ja kein Nachteil sein. In einem Film – vielleicht war es „Geschenkt ist noch zu teuer“ mit Tom Hanks? – kam einmal folgender Satz vor:“ Es kommt nicht auf die Größe des Hammers an, sondern wie man damit nagelt“. Ganz nach diesem Motto ließ ich mich also möglichst unvoreingenommen auf das Weitere ein: Sanft drückte er mich auf die Liege. Er stand am Rand, zwischen meinen bereits gespreizten Beinen. Endlich drang er in mich ein, doch die Freude hielt nur kurz an. Nach nur drei Stößen rutschte er ab und nutze ungefragt mein Hintertüchen für einen Neustart.

Jeder, der meinen Blog kennt, weiß, dass ich auf Analsex stehe. Elio gehört wohl eher nicht zu meinen Lesern und daher fand ich diesen abrupten Wechsel schon ziemlich frech von ihm. Gehörte es denn nicht mehr zur guten Stube, mal mit einem Finger vorzufühlen oder vielleicht Gleitgel bereit zu stellen? War ich schon so lange aus der Dating-Szene draußen und es exsitierte keine „Sex-Knigge“ mehr? Konnte man heutzutage schlechtes Benehmen beim Sex nur noch durch „Safe Words“ abwenden?

Wie dem auch sei, ich hätte sowieso keine Zeit mehr für ein Safe Word oder eine Beschwerde gehabt, denn nach weiteren drei Stößen war das Liebesspiel beendet. Schwer atmend beugte sich Eilo zu mir herunter und entschuldigte sich, dass er viel zu schnell gekommen war. Gut, kann doch mal passieren. Die Hormone der letzten Jahre hatten sich einfach aufgestaut, kann frau ja verstehen. Er machte aber dann keinerlei Anstalten, mich noch lecken oder sonst irgendwie verwöhnen zu wollen – für mich ein absolutes No-Go!

Während er sich bereits wieder anzog bot er mir einen Espresso – wohl nur pro forma – an, den ich jedoch ablehnte. Ein freundschaftliches Bussi auf die Wange später fand ich mich auch schon auf der anderen Seite der Türe wieder. Sowohl vor den Kopf als auch aus der Ordination gestoßen stand ich etwas verdattert einen Moment lang auf dem Gang. Eigentlich hatte ich mir eine schöne Siesta mit einem Latin Lover ausgemalt, doch stattdessen hatte ich nur einen billigen Quickie mit Speedy Gonzales.


ENDE



The Lana Diaries

Hallo ihr Lieben!

Hiermit möchte ich eine neue Kategorie meines Blogs ins Leben rufen. Ich werde sie mit Geschichten aus meinem (Sex-) Leben füllen, die eine Facette zeigen, wie ich zu der Frau wurde, die ich heute bin. Schon lange überfallen mich immer wieder Gedanken und Erinnerungen, die ich gerne hier festhalten möchte. Ich freue mich schon jetzt über die Reise in meine Vergangenheit bis hin zur Gegenwart und natürlich auch auf eure Kommentare!

Keep it kinky,

Lana