Überraschung beim HNO-Arzt: Teil II

Hier geht es zum ersten Teil der Geschichte…

Die nächsten drei Wochen vergingen wie im Flug. Der Ablauf war mittlerweile gut eingespielt. Hanna zog sich hübsch an und achtete auf zusammenpassende Unterwäsche. Die Infusionen ließ sie sich beinahe anstandslos verabreichen, nur bei den Vitaminspritzen zickte sie ein wenig herum, was dem stets so charmanten Miguel immer wieder ein verschmitztes Lächeln entlockte. Während der gesamten Behandlung flirteten sie miteinander, dass die Funken nur so sprühten. Zum Abschied gab es dann immer ein Küsschen auf jede Wange, wobei Miguel der zweiten Wange immer einen Hauch mehr Zärtlickeit schenkte und sich einen Augenblck länger an sie schmiegte.

Der letzte Behandlungstag war viel zu schnell gekommen. Hanna war spät dran und musste sich hetzen, um rechtzeitig in Miguels Ordination anzukommen. Unten auf der Strasse standen ein Rettungswagen (RTW) und ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) genau vor seinem Hauseingang. Halb in Alarmbereitschaaft nahm Hanna das Szenario im Vorbeifahren war, als zwei Sanitäter eine Trage ausluden und im dunklen Hauseingang verschwanden. Ums Eck hatte sie einen Parkplatz gefunden und hechtete die Stufen hinauf zur Facharztpraxis. Oben angekommen, stellte sie erleichtert fest, dass der Notfall wohl nicht in der HNO-Praxis stattgefunden hatte. Atemlos betätigte sie den Summer an der Tür und trat ein. Sie war überrascht, ein menschleeres Wartezimmer vorzufinden. Nicht einmal Miguels Sprechstundenhilfe schien heute da zu sein. Er trat aus einem Behandlungsraum hinaus und wollte sie gerade begrüßen, als ihm auffiel wie abgehetzt und vor allem kurzatmig sie an der Wand lehnte. „Alles ok mit dir?“, fragte er besorgt. „Ja, geht schon. Ich bin nur aus irgendeinem Grund wie eine Wahnsinnige die Stiegen rauf gesprintet, weil ich dachte, du hättest einen medizinischen Notfall hier oben.“ Ihr Herz hämmerte noch immer wie wild im Inneren ihres Brustkorbs. Miguel sah sie perplex an und wusste gar nicht, was sie meinte. „Unten vor deiner Haustür“, sie schnappte nach Luft, „stehen sowohl ein RTW als auch NEF“, berichtet sie und merkte, dass sich ihre Atmung nur langsam normalisierte. „Aso. Im Stock über mir hat ein Internist seine Ordination. Ich schätze mal, dass das der Einsatzort ist. Komm doch erst mal rein und setz dich auf die Liege. Du siehst irgendwie erledigt aus.“ Hanna schenkte ihm ein müdes Lächeln, bevor sie Platz nahm. „Ich bin einfach so gestresst im Moment“, gab sie zu. „Der neue Job und alles drum herum, ich hab das Gefühl, als würde ich das nicht mehr lange durchhalten.“, gestand sie ihm. Er nahm sie in den Arm und drückte sie kurz an sich. Draußen am Gang wurde es plötzlich laut, als sich die Sanitäter abmühten den übergewichtigen Patienten auf der Trage runter zu schleppen. „Ja, ja. Das waren noch Zeiten. Kannst du dich erinnern, als wir beide noch im Rettungsdienst aktiv waren?“ fragte sie, als ob sie plötzlich von neuer Energie durchflutet werden würde. „Ja, klar“, antwortete er prompt. „Ich hab dir übrigens immer noch nicht verziehen, dass du damals den Nachtdienst nicht mit mir gefahren bist.“, sagte er und sah ihr dabei tief in die Augen. „Was wurde damals eigentlich aus dir und diesem Notfallsanitäter, mit dem du die Nacht vebracht hast?, fragte er weiter nach und schien sie mit seinen Augen bereits auszuziehen. „Also, erstens haben wir nicht die Nacht zusammen verbracht, sondern hatten einen wirklich anstrengenden Dienst.“ Wir waren fast die ganze Nacht durchgehend unterwegs. „Und zweitens?“, fragte er schmunzelnd nach. „Kein zweitens. Wir waren für ungefähr ein Jahr ein Paar und danach haben wir uns wieder getrennt“, erklärte sie sachlich. „Und jetzt? Hast du keinen Rettungssanitäter mehr an deiner Seite?“, flüsterte er ihr schon fast ins Ohr und war ihr so nah wie noch nie. „Nein“, stotterte sie. „Jetzt habe ich keinen Sanitäter mehr an meiner Seite“, antwortete sie kaum hörbar. Allein durch seine Nähe beschleunigte sich ihr Puls fühlbar. Unbewusst hielt sie den Atem an. Spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, ihn nach seinem Ehering zu fragen. Aber Hanna wollte es in diesem Moment gar nicht wissen. Plötzlich spürte sie seinen warmen, weichen Mund und erwiderte seinen zärtlichen Kuss. Mit beiden Händen hielt er ihr Gesicht fest, während seine Zunge ihren Mund erforschte. Sie fühlte sein Verlangen, seine Leidenschaft. Sie wusste einfach, dass er sie wollte. Hier und jetzt. Sie haderte mit ihrem Gewissen, konnte sie tatsächlich mit einem verheirateten Mann schlafen? Doch wie von selbst strichen ihre zierlichen Hände durch sein leicht gewelltes Haar. Sie konnte gar nicht lange darüber nachdenken. Miguel und Hanna hielten einander fest umschlungen und bedeckten sich gegenseitig mit gierigen Küssen. Ihr Gewissen wurde damit nun endgültig zum Schweigen gebracht. Seine Hand wanderte langsam ihren Rücken hinab. Geschickt öffnete er ihren BH durch ihre Bluse bevor er ihren Po zärtlich streichelte. Einen Augenblick lang sahen sie sich tief in die Augen bevor die brennende Lust von ihren beiden Körpern Besitz nahm. In der Hitze des Gefechts rissen sie sich gegenseitig die Kleider vom Leib, die überall auf dem Boden verstreut landeten. Mit seinen kräftigen Händen umfasste er ihren Po und hob sie hoch. Hanna schlang ihre langen Beine um sein Becken und spürte dabei wie sich seine Erektion gegen den Spitzenstoff ihres Tangas presste. Er hingegen fühlte deutlich die feuchte Wärme in ihrem Schritt. Mit einem sanften Ruck setzte er sie auf der Untersuchungsliege ab. Routiniert griff er hinter sich in die oberste Lade eines schmalen Regals und brachte ein Kondom zum Vorschein. Hastig schob er die Boxershort nur weit genug nach unten, um an sein bestes Stück heran zukommen. Mit einer Hand hielt er ihren Nacken fest, während er sie leidenschaftlich küsste. Mit der anderen schob er den Tanga beiseite und drang in sie ein. Beide stöhnten auf, als wäre nun endlich das passiert, was ihnen beiden bestimmt war. Hanna rutschte mit ihrem Becken etwas nach vorne und umklammerte Miguels Körper mit ihren Beinen. Sie hielt sich an seinen Schultern fest und zog ihn noch näher zu sich heran. Er war so tief in ihr, dass sie glaubte, jeden Moment zu zerspringen. Im Rhythmus ihrer beiden Körper schienen sie sich zu vereinigen bis sie in einem gigantischen Feuerwerk der Lust zu explodieren drohten. Hannas Wände zuckten unkontrollierbar und melkten Miguel auf eine Art und Weise, dass er fürchtete, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Atemlos und von Endorphinen durchflutet lehnte Miguel sich an Hanna an. Mit seiner rechten Hand liebkoste er ihren Oberschenkel. Dabei fiel ihr sein Ehering erneut ins Auge. Schamesröte stieg ihr ins Gesicht und sie wendete sich von ihm ab. Miguel wusste instinktiv sofort was los war. „Ich werde es dir bald erklären. Es ist kompliziert. Aber bitte, versprich mir, dass wir uns Wiedersehen“, flehte er und küsste das kleine Muttermal über ihrem Knie. Sie brachte nur ein stummes Nicken zustande, bevor sie sich wieder anzog. Genau in diesem Moment klingelte es an der Tür. Auch Miguel war wieder vollständig angezogen. „Ich erwarte noch eine Patientin“ erklärte er ruhig. „Ich ruf‘ dich nachher an, einverstanden?“, fragte er hoffnungsvoll und gab ihr einen innigen Abschiedskuss, den sie erwiderte. Auf dem Weg nach draußen kam ihr eine hübsche, langbeinige Blondine entgegen. Im Vorübergehen schien sie Hanna mit einem wissenden Blick zu mustern. Schlagartig wurde ihr etwas klar: sie war vermutlich nur eine von Vielen.


ENDE

Fallen Angel oder Wie ich endlich mit meinem Orthopäden schlief

Elio und ich haben uns kurz nach dem Millenium kennengelernt, als ich ehrenamtliche Rettungssanitäterin war und er Zivildiener. Während er seinen Zivildienst nach abgeschlossenem Medizinstudium nachholte, war ich schon in Ausbildung zur Diplomkrankenschwester. Leider hatten wir nie einen gemeinsamen Dienst, aber unser aller erstes Treffen hat in der Rettungszentrale statt gefunden. Wir hatten uns beide einen Kaffee vom Automaten geholt und begannen einfach so zu plaudern. Optisch hat er mir damals gleich gefallen, wobei ich sagen muss, dass er heute, unzählige Jahre später, eigentlich viel besser aussieht. Er war ein nur ein bisschen größer als ich, hatte dunkle Augen und ebenfalls dunkles, leicht gelocktes Haar. Jedenfalls haben wir uns unterhalten, bis einer von uns die nächste Ausfahrt hatte.

Ein paar Wochen später trafen wir uns im Nachtdienst erneut in der Rettungszentrale. Ich hatte mir einen Dienst mit Ben eingeteilt. Bei dieser Rettungsorganisation war „Fahren wir mal einen Dienst zusammen?“ Code für „ich finde dich süß/sympathisch/geil und würde dich gern näher kennenlernen, gegebenenfalls auch die Nacht mit dir verbringen“ (unschuldig im Mannschaftsschlafraum á 3 Betten, aber immerhin). Ben und ich hatten also gemeinsam Nachtdienst und unerwartet traf ich Elio wieder, der mich fragte, ob ich nicht lieber Dienst mit ihm am Notarztwagen mache wolle, er würde das der Leitstelle schon verklickern (von meiner Ausbildung her hätte ich nur Dienste am Rettungswagen machen dürfen). Unter meinen Kollegen war ich damals als „blaulichtgeil“ bekannt, was soviel bedeutete, dass mir die aufregenderen Einsätze, eben mit Blaulicht und Martinshorn begleitet, viel mehr Spass bereiteten, als die langweiligen Transporte zur Dialyse oder zurück ins Altersheim. Ich hätte diese Chance wahrnehmen sollen, schon allein, um etwas Neues zu lernen. Aber als ich Ben ansah, der die Unterhaltung mitbekommen hatte, brachte ich es einfach nicht übers Herz, den Wagen zu wechseln. Wer weiß, was aus Elio und mir geworden wäre, wenn ich diese eine Nacht mit ihm (und zugegebenermaßen seinem Kollegen) verbracht hätte. Ob wir damals Telefonnummern ausgetauscht haben, weiß ich nicht mehr. Aber fürs Erste haben wir uns aus den Augen verloren.

Einige Jahre später, arbeitete ich in einem großen Krankenhaus in Wien. Es war meine erste Stelle nach der Ausbildung auf einer Abteilung für innere Medizin. Eines Tages, ich war noch gar nicht lange auf dieser Station tätig, kam ein Konsiliararzt für Orthopädie zu einem meiner Patienten. Zu meiner großen Überraschung war es Elio, der mich nach dem Patientenakt fragte. Wir lächelten uns an und natürlich gab ich ihm die gewünschten Unterlagen. Nachdem er sich den Patienten angesehen hatte, kam er noch mal zu mir zum Schwesternstützpunkt zurück. Da gerade nicht viel zu tun war, bot ich ihm eine Tasse Kaffee an. Wir setzten uns und plauderten wieder über dieses und jenes. Dabei hatte ich total die Zeit übersehen und bin viel zu spät zur Nachmittagsvisite gekommen, was die diensthabende Oberärztin ziemlich verärgert hatte .Elio machte sich aus dem Staub und zwinkerte mir zum Abschied noch aufmunternd zu. Am nächsten Tag wurde ich wegen meinem kleinen Flirt gleich von der Stationsschwester zurechtgewiesen. Auch diesmal wurde nicht mehr aus Elio und mir als zufällige Bekannte, die sich nur äußerst selten über den Weg liefen, denn damals waren wir beide bereits in festen Beziehungen.

Unser nächstes Wiedersehen sollte erst wieder einige Jahre später stattfinden. Ich hatte sowohl das Krankenhaus als auch die Abteilung gewechselt. Erst seit kurzem arbeitete ich in dem neuen, modernen Krankenhaus. Ich hatte noch keine Freundinnen unter den neuen Kolleginnen gefunden und so kam es öfter vor, dass ich alleine in den Speisesaal zum Mittagessen ging. So stand ich also wieder einmal mit meinem Tablet in dem riesigen Speisesaal und hielt Ausschau nach einem freien Sitzplatz. Plötzlich erkannte ich ein bekanntes Gesicht in der Menge, das mir ein strahlendes Lächeln schenkte. Elio winkte mir und bedeutete mir, ich solle mich zu ihm setzen. In der Zwischenzeit war er Oberarzt für Orthopädie, verheiratet, keine Kinder. Nebenbei führte er seine glänzende Privatordination. Außerdem unterrichtete er Anatomie in der Krankenpflegeschule, in der ich vor einer halben Ewigkeit meine Ausbildung absolviert hatte. Oh ja, Anatomie-Stunden mit Elio konnte ich mir wirklich vorstellen. Unsere Mittagspause war viel zu schnell zu Ende. Umso mehr freute es mich, als am Nachmittag Elio mit zwei Bechern Kaffee überraschend auf meiner Station aufkreuzte. Er kam auf mich zu und hielt mir einen Becher hin. Ich wollte ihn schon nehmen, doch dann fiel mir ein, wie meine letzte Kaffeepause mit ihm ausgefallen war. „Du bringst mich in Schwierigkeiten“, flüsterte ich ihm zu und nahm den Becher nicht an. Meine Kolleginnen waren vollkommen hin und weg von seiner Erscheinung und natürlich kannten sie ihn bereits. „Oh, Herr Oberarzt, kommen Sie doch, setzen Sie sich kurz zu uns ins Schwesternzimmer“, flötete schon Schwester Caroline. So schnell konnte ich gar nicht schauen, saß Elio schon im Aufenthaltsraum, umringt von meinen Kolleginnen, die alle synchron mir ihren Wimpern zu klimpern schienen. Sein Ehering schien sie nicht im geringsten zu stören. Erst viel später erfuhr ich von seinem Ruf als „Schwesternkittel-Jäger“.

Er unterhielt die gesamte Schwesternschaft mit seinen Geschichten über seine Band, in der er Leadsänger war und stimmte sogar ein Lied an. Ein bisschen eingebildet kam er mir in diesem Szenario schon vor, dennoch gefiel mir seine selbstbewusste Ausstrahlung. Nebenbei erwähnte er noch, dass er gerade für den Wings for Life World Run trainierte, bei dem er seit Beginn des Events jedes Jahr startete. Ich bildete mir ein, ehrfürchtig gehauchte „Oohs“ und „Aahs“ begleitet von zusätzlichen Wimpernaufschlägen meiner Kolleginnen zu hören. Elio stand auf, um zu gehen und ließ es sich nicht nehmen, mich zum Abschied auf beide Wangen zu küssen. Ich konnte förmlich die neidischen Blicke auf meinen geröteten Wangen spüren. Kurzfrisitng wurde ich dadurch zum Mittelpunkt des Interesses meiner Station.

Nach diesem Wiedersehen träumte ich in der darauffolgenden Nacht von Elio. Es war ein hoch erotischer Traum, an den ich mich heute – Jahre später – leider nicht mehr genau erinnern kann. Woran ich mich jedoch sehr gut erinnern kann, war diese Lust oder auch Sehnsucht nach ihm, die von mir Besitz nahm. In meinen stillen, privaten Gedanken tauchten plötzlich Fragen der Kategorie „Was wäre wenn…“ auf. Was wäre vielleicht aus uns geworden, wenn ich damals mit ihm im Notarztwagen mitgefahren wäre? Was hätte aus unserem ersten Stationsflirt werden können, hätten wir damals gerade keine festen Partner gehabt? Diese und noch viele andere Fragen spukten mir ein paar Tage lang durch den Kopf, bis ich mir selbst die von mir erfundene „mentale Watschn“ (= wienerisch für Ohrfeige) gab. Von einer Sekunde auf die andere war Schluss mit dieser Träumerei, denn – sein wir uns mal ehrlich – Elio war doch auch nur ein gewöhnlicher Mann, der seine getragen Socken neben dem Bett liegen und seinen schmutzigen Teller auf dem Tisch stehen ließ. Ja sicher, er war ein gutaussender Arzt (mit spanischen Wurzeln) und zugebenermaßen gefiel mir das, aber das bedeutete auch, dass er sehr viel arbeiten musste und ich als seine hypothetische Freundin sehr viel Zeit alleine verbringen würde. Die rare Freizeit müsste ich dann auch noch mit seinen Bandproben und beinahe fanatischen Lauftrainings teilen. Vielleicht würde ich ja gemeinsam mit ihm laufen, aber sicher nicht dreimal pro Woche bei jedem Wetter. Vielleicht würde ich mittlerweile auch fließend Spanisch sprechen und regelmäßig seine Verwandschaft in Barcelona besuchen (auch ohne ihn, da er ja sehr beschäftigt ist). Klatsch – wieder die mentale Watschn.

So langsam geriet Elio ein wenig in Vergessenheit, bis ich eines Tages meinen Hausarzt wegen Rückenschmerzen aufsuchen musste. Dr. Bauer war ein guter Allgemeinmediziner und wusste genau, wann er an die Grenzen seiner Kompetenz stieß. Er meinte, mit meinen Beschwerden wäre es auf jeden Fall ratsam, einen Orthopäden aufzusuchen. „Kennen Sie einen Facharzt für Orthopädie?“, wollte er von mir wissen. Das sah ich wieder ganz deutlich Elio‘s strahlendes Lächeln, seine schwarzen Haare und die immer sonnengebräunte Haut vor meinen Augen. Dr. Bauer schien meine kurze Tagträumerei zu ignorieren und hielt mir die Visitenkarte eines Orthopäden hin. Ich überlegte lange hin und her. Damals war ich mir gerade über meine Vorliebe für weiße Erotik bewusst geworden. Ich sprach mit Dominik darüber, der von meiner kleinen Schwärmerei für Elio wusste. Er hatte nichts dagegen und stellte mir sogar eine Challege für meinen ersten offiziellen Ordinationsbesuch bei Elio: „Lass dir von ihm eine Spritze in deinen süßen Po geben. Ich meine aber wirklich eine Plastikspritze mit einer Nadel dran“.

Noch in derselben Woche hatte ich einen Termin bei Elio in seiner Privatordination. Er begrüßte mich überschwänglich und war sichtlich erfreut, mich zu sehen. Nach einem kurzen Anamnesegespräch untersuchte er mich gründlich. Dafür musste ich mich bis auf die schwarze Spitzenunterwäsche ausziehen. Er ließ mich im Untersuchungszimmer ein paar Mal auf und ab gehen. Seine dunkeln Augen folgten meinen Bewegungen und ich konnte förmlich spüren, wie er mich mit seinen Blicken auszog. Mit seinem Rollhocker kam er näher zu mir heran, ich musste mich nach vorne bücken und zu beiden Seiten neigen, während seine warmen Hände auf meinen Hüften ruhten. Dabei war mein Po für ihn genau in Augenhöhe. Elio verhielt sich die ganze Zeit über sehr professionell. Gegen die akuten Schmerzen wollte er mich infiltrieren und mir Physiotherapie verordnen. „Na , dann hüpf mal rauf auf die Untersuchungsliege und bleib erst mal sitzen“ forderte er mich freundlich auf. Er prüfte noch meine Reflexe und richtete danach die Injektionen für mich her. „Wenn ich schon hier bin, könntest du mir bitte auch gleich meine Vitamin B-Spritze verabreichen? Die hat mir mein Hausarzt verordnet, der ist aber leider diese Woche auf Urlaub“ fragte ich ganz unschuldig. Das war total erfunden, ich hab mir die Fertigspritzen online bestellt für Doktorspielchen mit Dominik, aber das musste Elio ja nicht wissen. Überrascht sah er mich an. „Ich hab sie sicherheitshalber gleich mitgebracht“ sagte ich. „Klar kann ich machen, wenn du das willst“, antwortete Elio und bat mich, mich auf den Bauch zu drehen. Aber zuerst kümmern wir uns um deine akuten Rückenschmerzen. Der kaltnasse Tupfer hinterließ eine Gänsehaut über meiner Wirbelsäule. Schon im nächsten Augenblicke folgten vier oder fünf kurze Piekser. Daraufhin angelte ich mir meine Handtasche und überreichte Elio die Fertigspritze. Er nahm sie entgegen und setzte sich kurz an seinen Schreibtisch. Schnell tippte er etwas in seinen Computer. Scheinheilig fragte ich ihn, ob er mir die Spritze ihn den Oberarm geben konnte. „Fünf Milliliter sind zu viel, du würdest mich dafür hassen“ lautete seine etwas abwesende Antwort. Ich war neugierig geworden, was er so konzentriert an seinem Computer arbeitete, also ging ich zu ihm rüber und stellte mich hinter ihn. Mit ein wenig Entsetzten musste ich feststellen, dass mein Lieblingsarzt, Facharzt für Orthopädie, Leiter einer Abteilung gerade „i.m. Injektionen“ gegoogelt hatte. „Ich hab das schon ewig nicht mehr gemacht, weißt du. Und gerade bei dir will ich nichts falsch machen“ erklärte er mir entschuldigend. In diesem Moment wollte ich einen Rückzieher machen, entschied mich jedoch dagegen. Wie schlimm konnte es schon werden? Ok, es war wirklich schlimm. Elio hat viel zu zögerlich zugestochen, nachdem er meine Brazilian Pantys etwas hinunter geschoben und die Punktionsstelle desinfiziert hatte. Danach hat er den Inhalt viel zu schnell injeziert. Mein erster Gedanke war: er hat einen Nerv getroffen, mein zweiter: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Nachdem ich mich von meinem kleinen Schock erholt hatte, zog ich mich wieder an. Elio stellte mir ein Rezept für ein neues Schmerzmedikament und die Verordnung zur Physiotherapie aus. Zum Abschied küsste er mich wieder auf beide Wangen. Ab jetzt würden wir uns regelmäßig einmal die Woche sehen.

Für jeden neuen Termin wählte ich in Absprache mit Dominik ein sexy Outfit aus. Meist zog ich kurze oder eng anliegende Röcke an, kombiniert mit einem hübschen Top oder einer Bluse. Je nach Wetterlage trug ich halterlose Strümpfe oder auch nichts darunter. Und damit meine ich wirklich nichts.

Mittlerweile behandelte Elio mich mit Akupunktur, was mir auch tatsächlich zu helfen schien. Dafür musste ich mich auf die Untersuchungsliege legen. Beinahe zärtlich fühlte er meinen Puls, um so die optimalen Akupunktionspunkte für meine Beschwerden zu finden. Vorsichtig setzte er die dünnen Nadeln an den entsprechenden Stellen an meinem Körper. Einmal hatte ich einen Abendtermin bei ihm und wusste, dass ich die die letzte Patientin war. Ich wusste auch, dass wir ganz allein in der Ordination waren. An diesem Abend trug ich eine enganliegende schwarze Hose, die auf der Rückseite beider Beine vom Knie abwärts geschnürt war. Dazu ein ebenfalls schwarzes Top mit tiefem Dekolleté, gepaart mit roten High Heels. Elio sah mich verblüfft an, als ich so in seiner Praxis erschien. Nachdem er mich begrüßt hatte, tadelte er mich für meine hohen Schuhe, meinte aber auch gleichzeitig mit einem frechen Grinsen im Gesicht, dass meine Rückenschmerzen sich wohl gebessert haben mussten. „Zieh doch die Hose bitte aus, ich würde heute gerne zwei Nadeln an jedem Knie setzen.“ Erschrocken sah ich ihn an. Erstens, würde das sicher sehr weh tun, zwei Nadeln in jedem Knie – war das sein Ernst? Zweites trug ich an diesem Abend keine Unterwäsche, weil die Hose so eng anliegend war und ich nicht wollte, dass sich mein Tanga darunter abzeichnete. Elio konnte anscheinend meine Gedanken lesen, zumindest den ersten. „Keine Sorge, es tut nicht mehr weh als an den anderen Punktionsstellen und die meisterst du doch auch ganz tapfer“. Einen Moment lang fürchtete ich schon, ich müsste Elio die Wahrheit erzählen und ihm beichten, dass ich heute „commando“ zu unserem Termin erschienen war. Glücklicherweise fiel mir ein, dass ich ja einfach die Hose hinten aufschnüren und hochschieben konnte. Während der Akupunktursitzung musste ich ununterbrochen daran denken, wie er wohl reagiert hätte, wenn ich tatsächlich meine Hose ausgezogen hätte. Wahrscheinlich hätte er so getan, als wäre ihm nichts aufgefallen. Schließlich war er stets professionell und eigentlich auch verheiratet. Ich verbuchte unsere kleine, harmlose Flirterei stets unter dem Gesichtspunkt „bellende Hund beißen nicht“. Doch langsam beschlich mich die Frage, ob Elio nicht doch eines Tages zuschnappen würde. Nach dieser Sitzung wurde mir klar, dass ich vielleicht doch mehr von Elio wollte, als ein bisschen flirten. Diese Gedanken und Gefühle behielt ich jedoch vorerst für mich. Zuerst müsste ich mir im Klaren sein, wie das konkret funktionieren könnte, bevor ich mit Dominik darüber sprechen würde. Da ich so schnell keine Entscheidung treffen konnte, ließ ich zunächst alles beim Alten. Einmal die Woche ging ich weiterhin zur Schmerztherapie und Akupunktur zu Elio in die Praxis. An einem üblichen Freitag schickte er mir eine Whatsapp-Nachricht von seinem privaten Handy mit der Bitte, den Termin vorverlegen zu können. Ich war einverstanden und antwortete ihm auch sogleich. Von da an begannen wir öfter kurze Nachrichten auszutauschen, manche von ihnen völlig harmlos, andere wieder etwas frecher oder frivoler. Eines Donnerstag Abends schrieb er mir: „Und, was ziehst du morgen wieder geiles an? Freu mich schon! ;)“ Diese Worte verursachten ein wohliges Prickeln auf meiner Haut. Am nächsten Morgen hatte ich einen kleinen Autounfall, wobei nur ein Blechschaden entstanden war. Mir war zum Glück nichts passiert. Gut, dass ich an diesem Tag auch nicht arbeiten musste, denn mein Job, damals in einer Gemeinschaftpraxis, gefiel mir überhaupt nicht und ich hatte auch schon meine Kündigung eingereicht.

Als ich am Abend zu Elio in die Ordination kam, war ich nicht so unbeschwert und fröhlich wie sonst. Er schien es zunächst nicht zu bemerken. Während der Akupunktur, setzte er mir eine Nadel, die richtig weh tat. Was sich sonst wie ein kleiner Piekser anfühlte, kam mir jetzt wie ein rasiermesserscharfes, spitzes Ding vor, dass sich durch meine Haut bohrte und und einfach nur höllisch stechende Schmerzen verursachte. Ich jaulte kurz auf, aber Elio meinte nur, das würde gleich besser werden und ich solle den Schmerz veratmen. Stattdessen biss ich die Zähne zusammen und hielt unbewusst die Luft an. Ich war so auf den Schmerz fixiert, dass ich gar nicht merkte, wie einzelne Tränen meine Wangen hinab rollten. „Hey, was ist denn los? Ist es wirklich so schlimm?“, hörte ich Elios mitfühlende Stimme und spürte seine warme Hand an meinem Gesicht. Beschämt versuchte ich meine Tränen wegzublinzeln, um ihn anzusehen. Doch die Tränen wollten einfach nicht versiegen. Der Schock über den Unfall, die starken Schmerzen der letzten Tage, der Ärger über meine eigene Dummheit unter Medikamenteneinfluss Auto zu fahren und der Stress in der Arbeit scheinen mich plötzlich zu überwältigen. Mit einem Schluchzen wischte ich mir mit dem Handrücken über meine Wangen, während er mir bereits ein Taschentuch hinhielt. Dankbar nahm ich es an. „Also, was ist heute los mit dir?“, fragte er mich erneut. „Ich weiß nicht“,antwortete ich kleinlaut. „Vielleicht hat es mit dem Unfall von heute morgen zu tun“, antwortete ich beinahe tonlos. „Was ist denn passiert?“, wollte er wissen. Ich erzählte ihm, dass ich in der früh so starke Schmerzen gehabt hatte, dass ich Tramal-Tropfen eingenommen hatte und danach ein kurzes Stück mit dem Auto gefahren war und wie es zu dem Unfall gekommen war. Betroffen schüttelte er den Kopf und nahm mich zärtlich in den Arme. „Ehrlich Lana, ich mache mir Sorgen um dich“, flüsterte er in mein Haar. Seine Worte waren Musik in meinen Ohren. Auch wenn die Umstände weniger schön waren, gefiel es mir irgendwie, dass Elio sich um mich sorgte. Nach der Behandlung setzte ich mich etwas zu schnell auf, sodass mir schwindelig wurde. Elio eilte sofort an meine Seite und wollte mich schon wieder in eine liegende Postion bringen, doch ich meinte, es würde im Sitzen schon gehen. So saß ich nun auf der Untersuchungsliege während er vor mir stand und mich stütze. Meine Knie berührten seine Oberschenkel. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals. Schon zum zweiten Mal an diesem Abend kamen wir uns so Nahe wie noch nie zu vor. Von unten sah ich zu ihm auf. In diesem Moment wusste ich es genau, er wollte mich küssen.In diesem Moment trafen seine Lippen auf die meinen. Zunächst erwiderte ich den Kuss. Doch als sich der Überraschungsmoment gelegt hatte, sprang ich auf und verließ die Praxis fast im Laufschritt. Huch, das war ganz schön knapp. Ich musste unbedingt mit Dominik reden.

Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich Domink zunächst den Kuss zwischen mir und Elio verschwiegen hatte. Aber ich sagte ihm, dass ich den Wunsch hegte mit meinem Arzt zu schlafen. Wir kannten uns schon so lange und da war immer diese gewisse Chemie zwischen uns. Ich wusste, den Gedanken an ein Abenteuer mit meinem Orthopäden würde ich wohl nie loslassen können. Da ich auch erst einmal selber verstehen wollte, was hier vor sich ging, begann ich ein bisschen im Internet zu recherchieren. Damit meine ich, dass ich verstehen wollte, warum ich trotz glücklicher Ehe und erfülltem Sexleben fremd gehen wollte. Ich stieß auf diverse Polyamorie- und Bigamiegruppen in den verschiedensten Erotikforen. Obwohl das für mich totales Neuland war, konnte ich gleich zu Beginn ein wenig verstehen, wie Polyamorie-Beziehungen entstehen und funktionieren konnten. Doch eine wichtige Frage musste ich mir selbst stellen: war ich in Elio verliebt? Die Antwort war ein eindeutiges Nein. Ich fand ihn durchaus attraktiv und fühlte mich zu ihm hingezogen. Eine gewisse Schwärmerei hatte ich über die Jahre auch für ihn entwickelt, aber mehr war es nicht. Die Frage nach dem „was wäre wenn gewesen“ schien wie das Damoklesschwert über uns zu hängen. Das wohl viel Verlockendere war wahrscheinlich, etwas Verbotenes zu tun. Einfach so ins Paradies hinzuspazieren, mir den größten und schönsten Apfel zu schnappen und einfach zu genießen. Die Schlange brauchte ich dazu nicht. Wir waren beide verheiratet und standen zusätzlich noch in einer Arzt-Patientin-Beziehung zu einander, das machte den wesentlichen Kick für mich aus. Als ich mir sicher war, dass ich wirklich nur Sex mit ihm haben wollte, keine Affäre und schon gar nichts darüber hinaus, sprach ich wieder mit Dominik. Zunächst wollte ich meinen Mann bitten, ob wir einen Dreier mit Elio haben könnten. Wir hatten erst vor kurzem die Konstellation MMF ausprobiert, aber das ist eine andere Geschichte 😉

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, Dominik wäre zunächst nicht etwas geschockt von meinen Wünschen gewesen. Wir besprachen verschiedene Möglichkeiten und kamen zu dem Schluss, dass ich Elio allein genießen durfte. Natürlich nur unter der Vorraussetzung, dass ich Dominik über das Geschehene nicht anlog und nur Safer Sex mit Elio praktizierte. Ich konnte gar nicht glauben, wie aufgeschlossen mein Mann war und wir tatsächlich den Sprung wagten, auch unsere Ehe ein wenig zu öffnen. Aus meiner Sicht sollte Dominik die gleichen Vorteile daraus ziehen können wie ich, aber darüber werde ich zu einem anderen Zeitpunkt ausführlich berichten.

Als Nächstes machte ich mir einen neuen Termin bei Elio aus. Offensichtlich erfreut wieder von mir zu hören, nachdem ich das letzte Mal seine Praxis so überstürzt verlassen hatte, bot er mir einen Vormittagstermin in drei Tagen an. Es war ein warmer Herbsttag und die Sonne schien. Ich entschied mich für meinen Jeans-Minirock und eine weinrote Bluse. Als ich mich in der Früh nach dem Duschen schminkte, trat Dominik von hinten an mich heran und küsste meinen Hals. „Pass auf dich, mein Liebling! Ich wünsche dir viel Spass und freu‘ mich schon auf unsere Nachbesprechung“, sagte er und meinte es auch tatsächlich so. „Nachbesprechungen“ hielten wir auch nach unseren gemeinsamen Dates oder Swingerclubbesuchen. Schließen holten wir uns auf diese Art auch neue Ideen und Anregungen. Als ich schließlich fertig war, fuhr ich voller Elan in die Stadt. Die Musik im Radio auf volle Lautstärke aufgedreht, kam ich ohne Stau bestens voran. Ausnahmsweise fand ich sogleich einen Parkplatz, direkt vor Elios Ordination. Im Rückspiegel begutachtete ich nochmals Make Up und Frisur. Perfekt! Ich klingelte also an der Gegensprachenalage und wurde sofort eingelassen. Im ersten Stock angekommen, erwartete Elio mich bereits an der Eingangstür. Er schien sofort den wahren Grund meines Besuchs zu kennen. Schon im Voraum drückte er mich gegen die Wand und begann mich zu küssen. Ich erwiderte seinen Kuss, doch er fiel nicht so leidenschaftlich aus, wie ich es erwartet hatte. Elio war sehr zärtlich. Schon bald spürte ich seine Erektion, wie sie sich gegen meinen Oberschenkel presste. Meine Neugier leitete meine Hand in seinen Schritt. „Nicht schlecht“, war mein erster Gedanke und ich musste unweigerlich grinsen. Elio knabberte zärtlich an meinem Ohrläppchen, während ich seinen Hals küsste, stets darauf bedacht, keine sichtbaren Spuren zu hinterlassen. Irgendwie waren wir bereits in den Behandlungsraum gestolpert. Obwohl er beim Küssen eher langsam, ja beinahe schon zurückhaltend war, umso schneller war er, als es darum ging, mir aus meinen Kleidern zu helfen. Im Nu stand ich nur noch in Unterwäsche vor ihm, während er noch vollständig angezogen war. Ich hatte meine olivgrüne Spitzenunterwäschen angezogen, Push-Up BH und Tanga. Der Fairness halber befreite ich ihn aus seiner Jeanshose. Mit kreisenden Hüftbewegungen streifte er mit seiner Erektion immer wieder gegen meinen Tanga, während er mich umarmte und wieder küsste. Ich fand es irgendwie irritierend oder sogar etwas nervig, dass er mir seine Latte auf diese Art ständig präsentierte. Schon in diesem Moment ärgerte ich mich, dass sich ständig mein Kopf einschaltete und eine Art Vergeichsraster über die Situation legte. Ich wollte doch eigentlich nur ein bisschen Spass und guten Sex haben. Um kleidungsmäßig endlich auf Gleichstand zu kommen, zog ich ihm das Poloshirt aus. Und da war es: das unerwartete, weiße feingerippte Unterhemd – auch bekannt als „wifebeater“. Gedanklich ein fetter Minuspunkt, also schnell weg damit! Am liebsten hätte ich es ihm einfach vom Leib gerissen und in einem der orangenen Mistsäcke verschwinden lassen. Stattdessen landete es zerknüllt auf dem Boden.

Kaum war der weiße Liebestöter verschwunden, musste ich feststellen, dass Elio für einen Mann einen ziemlich schmalen Oberkörper hatte. Das war mir in dem Poloshirt bisher noch nie aufgefallen. Sicherlich hatte auch das Unterhemd einen falschen Eindruck vermittelt. Elio schien nicht zu merken, dass ich etwas abgelenkt war. Er entledigte sich seiner Boxershort – Gott sei dank nicht noch ein Feinrippmodell! Er führte mich weiter zu seinem Schreibtisch. Seine unterste Schublade war bis oben hin mit Kondomen gefüllt. „Ganz gut vorbereitet, der Herr Doktor“, schoss es mir durch den Kopf. Er zog sich das Präservativ selbst über und zog mich zur Untersuchungsliege. „Gleich passiert es, gleich werde ich endlich mit meinem Orthopäden schlafen“. Mittlerweile hatte ich festgestellt, dass Elio bestenfalls durchschnittlich gebaut war. Das musste ja kein Nachteil sein. In einem Film – vielleicht war es „Geschenkt ist noch zu teuer“ mit Tom Hanks? – kam einmal folgender Satz vor:“ Es kommt nicht auf die Größe des Hammers an, sondern wie man damit nagelt“. Ganz nach diesem Motto ließ ich mich also möglichst unvoreingenommen auf das Weitere ein: Sanft drückte er mich auf die Liege. Er stand am Rand, zwischen meinen bereits gespreizten Beinen. Endlich drang er in mich ein, doch die Freude hielt nur kurz an. Nach nur drei Stößen rutschte er ab und nutze ungefragt mein Hintertüchen für einen Neustart.

Jeder, der meinen Blog kennt, weiß, dass ich auf Analsex stehe. Elio gehört wohl eher nicht zu meinen Lesern und daher fand ich diesen abrupten Wechsel schon ziemlich frech von ihm. Gehörte es denn nicht mehr zur guten Stube, mal mit einem Finger vorzufühlen oder vielleicht Gleitgel bereit zu stellen? War ich schon so lange aus der Dating-Szene draußen und es exsitierte keine „Sex-Knigge“ mehr? Konnte man heutzutage schlechtes Benehmen beim Sex nur noch durch „Safe Words“ abwenden?

Wie dem auch sei, ich hätte sowieso keine Zeit mehr für ein Safe Word oder eine Beschwerde gehabt, denn nach weiteren drei Stößen war das Liebesspiel beendet. Schwer atmend beugte sich Eilo zu mir herunter und entschuldigte sich, dass er viel zu schnell gekommen war. Gut, kann doch mal passieren. Die Hormone der letzten Jahre hatten sich einfach aufgestaut, kann frau ja verstehen. Er machte aber dann keinerlei Anstalten, mich noch lecken oder sonst irgendwie verwöhnen zu wollen – für mich ein absolutes No-Go!

Während er sich bereits wieder anzog bot er mir einen Espresso – wohl nur pro forma – an, den ich jedoch ablehnte. Ein freundschaftliches Bussi auf die Wange später fand ich mich auch schon auf der anderen Seite der Türe wieder. Sowohl vor den Kopf als auch aus der Ordination gestoßen stand ich etwas verdattert einen Moment lang auf dem Gang. Eigentlich hatte ich mir eine schöne Siesta mit einem Latin Lover ausgemalt, doch stattdessen hatte ich nur einen billigen Quickie mit Speedy Gonzales.


ENDE



Der Spieleabend III

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Emily konnte ihrer Schwester kaum etwas abschlagen Obwohl sie gleich alt waren, fühlte sie sich immer ein bisschen für Sofia verantwortlich. „Du, ich würde so gern duschen gehen und mir die Haare waschen. Ich hab so viel geschwitzt letzte Nacht, ich fühl mich so nicht wohl. Würdest du mir bitte helfen?“ Mit großen Rehaugen sah sie ihre Zwillingsschwester an. Emily überlegte kurz und betrachtete Sofias lange blonde Mähne. Sie mussten schon in einer Stunde beim Arzt sein, das würde knapp werden. Aber wir immer gab Emily nach. „Na gut, aber vorher messen wir noch mal deine Temperatur. Wenn du Fieber hast, musst du aufs Haare waschen verzichten, dann gibt’s nur eine schnelle Dusche“, bestimmte Emily. Sie nahm das Fieberthermometer zur Hand, das noch immer am Nachtkästchen lag. Sofia nahm es entgegen und klemmte es sich unter den Arm. Wohlwissend, dass Dr.Bach nachher sicherlich rektal nachmessen würde, ließ es Emily damit gut sein.

Nach fünf Minuten verlangte Emily das Messinstrument zurück. Ohne einen Blick darauf zu werfen gab Sofia es ihrer Schwester. Da Sofias Temperatur im Moment 37,3°C betrug, war die Haarwäsche genehmigt. Um ihren Kreislauf zu schonen, bat Emily ihre Zwillingschwester, sich einfach in die Badewanne zu setzen. So konnte sie ihr auch leichter bei der Haarwäsche behilflich sein. Nach dem Duschen föhnte sie ihr noch ausgiebig die langen Haare trocken und brachte ihr frische Sachen zum Anziehen aus ihrem Schrank. So frisch geduscht sah Sofia schon viel besser aus. Leider hatte nun Emily selbst keine Zeit mehr, sich zu duschen. Sie steckte ihre ebenfalls langen Haare zu einem lässigen Dutt zusammen, schlüpfte schnell in die Jeans von gestern und zog einen Kapuzenpulli über. Als sie sich im Vorzimmerspiegel betrachtete, gefiel sie sich überhaupt nicht. Sie sah ziemlich müde von aus. Sobald sie zurück war, würde sie ein schönes Schaumbad nehmen.

In der Praxis angekommen, meldete Emily ihre Schwester bei der Sprechstundehilfe an, nachdem Sofia bereits im Wartezimmer Platz genommen hatte. Emily hatte gar keine Zeit mehr gehabt, zuhause aufs WC zu gehen und wollte das schnell nachholen. Währenddessen wurde Sofia immer nervöser. Der Geruch von Desinfektionsmittel stieg ihr in die Nase und ließ sie innerlich erschaudern. Ihre Handflächen waren schon ganz feucht und sie wünschte sich, sie wäre nicht hierher gekommen. Immerhin ging es ihr ja auch schon besser als gestern Abend. Als sie aufgerufen wurde, bekam sie es mit der Panik zu tun. Doch gleichzeitig kam ihr ein rettender Einfall. Sie stand auf und ging ins Untersuchungszimmer. „Meine Schwester Sofia ist noch schnell auf die Toilette gegangen, sie ist bestimmt gleich wieder hier“,begrüßte sie Dr. Bach. „Geht schon in Ordnung, kommen Sie bitte herein. Ich nehme an, Sie begleiten Ihre Schwester?“ Mit einem Nicken setzte sie sich ihm gegenüber. Emily, die gehört hatte, dass ihre Schwester bereits aufgerufen wurde, beeilte sich und kam ins Untersuchungszimmer nach. Schließlich wollte sie ihre Schwester, die furchtbare Angst vor Ärzten hätte, nicht lange mit einem alleine lassen.

Sie setzte sich neben Sofia. „Ihre Schwester hat mir bereits erzählt, dass sie gestern hohes Fieber hatten. Leiden Sie noch unter irgendwelchen anderen Beschwerden?“ Verwirrt sah Emily Dr. Bach an, bis ihr dämmerte, was hier los war. „Nein, nein Herr Doktor, da liegt eine Verwechslung vor. Mir geht es gut, meine Schwester ist krank“, versuchte sie so ruhig wie möglich klar zu stellen, obwohl sie innerlich bereits kochte. Eingehend betrachtete er sich die beiden Schwestern an. Streng genommen, sah keine der beiden gesund aus. „Genau davor hat mich Ihre Schwester bereits vorgewarnt. Ich verstehe, dass sie Angst vor Ärzten haben, aber ich werde Ihnen alles erklären und möchte Ihnen wirklich nur helfen, bald möglichst wieder gesund zu werden“ antworte er, als würde er mit einem Kleinkind reden. „Sofia, sag ihm sofort die Wahrheit“, fuhr sie ihre Zwillingsschwester an und wurde vor Wut ganz rot ihm Gesicht. „Na, na, ganz ruhig meine Damen“, mischte sich der Allgemeinmediziner ein. Beruhigend legte er seine Hand um Emilys Handgelenk. Ihr Puls war sehr schnell aber regelmäßig. Ihre Haut fühlte sich ein wenig warm an. Emily versuchte sie ich noch einmal zu wehren: „ich bin nicht krank, sondern meine Schwester!“,entfuhr es ihr ein wenig zu schrill. „Hören Sie, Ihr Puls ist ganz schnell, Ihr Gesicht gerötet und Sie scheinen mir sehr aufgeregt. Lassen Sie mich erst mal Ihren Blutdruck messen und dann sehen wir weiter, einverstanden?“ Natürlich war sie überhaupt nicht einverstanden, aber was sollte sie in ihrer Situation sonst tun als nachzugeben? Während er ihr die Blutdruckmanschette anlegte, atmete sie tief ein und aus, um sich ein wenig zu fassen. „Bekommen Sie schlecht Luft?“, fragte Dr. Bach besorgt nach. „Nein!“, zischte sie ihn an und bereute ihren Fauxpas. „150/85, das ist nicht gerade ein normaler Blutdruck. Aber für sich alleine auch noch nicht besorgniserregend. Wir werden das nachher noch ein mal kontrollieren. Ich möchte jetzt erst mal bei ihnen Fieber messen, Ihre Schwester hat Sie sicherlich bereits darüber informiert, dass ich ein Verfechter der rektalen Methode bin?“, fragte er nach. Emily war unfassbar wütend auf ihre Schwester, aber immerhin würden sie alle in 5 Minuten wissen, dass nicht sie die Patientin hier war. Mehr oder weniger freiwillig legte sie sich seitlich auf die Untersuchungsliege und schob ihre Jeans und den Slip ein Stück nach unten. Dr. Bach hattet das Thermometer bereits mit Vaseline versehen um es schön gleitfähig zu machen. Unglücklicherweise hatte er etwas zu viel von der zähen Salbe aufgetragen und so rutschte das Thermometer gleich wieder aus Emilys Po heraus. „Das muss ich wohl besser festhalten“, kommentierte der Arzt dieses kleine Missgeschick und schob das Fieberthermometer resolut zurück an seinen Platz. Sicherheitshalber führte er es auch ein wenig tiefer ein als beim ersten Mal.

Emily ließ das alles wortlos über sich ergehen, da sie ja wusste, dass das ganze Theater gleich vorüber sein und sie dann mit ihrer Schwester ganz schnell die Rollen tauschen würde. Sofia, die zunehmend blasser wurde, lehnte schwach auf dem Sessel. Die warme Dusche, der Weg in die Praxis und diese kleine Scharade nahmen sie ganz schön in Anspruch. Dr. Bach merkte plötzlich, dass es der „echten“ Sofia nicht gut ging. Er wollte nur schnell ihren Puls tasten und ließ für einen Moment das Glasthermometer los. Dieses rutschte aus Emilys After raus und fiel zu Boden. Da war nichts mehr zu machen, das Thermometer war in viele kleine Einzelteile zerbrochen.

Emily sprang von der Liege und zog sich an. Sie machte einen großen Bogen um den Scherbenhaufen. „Schnell, helfen Sie mir Ihre Schwester auf die Liege zu legen“, ordnete Dr. Bach an. Während nun der Arzt bei Sofia den Blutdruck mas, kümmerte sich die Ordinationsassistentin um die Scherben am Boden. „120/80, das ist schon mal beruhigend. Aber sie glüht am ganzen Körper“, stellte er fest. Schon hatte er ein neues Thermometer zur Hand. „Sofia, können Sie sich auf die Seite drehen?“. Doch die Patientin war zu schwach und gab nur ein Stöhnen von sich. Emily eilte dem Arzt zu Hilfe. Als Sofia das kalte Glasthermometer an ihrem After spürte, riss sie erschrocken die Augen auf. „Nein, bitte nicht“, wimmerte sie. Doch Emily hatte diesmal kein Mitleid mit ihrer Zwillingsschwester und versuchte nicht, den Arzt von der Temperaturmessung abzubringen. Sofia schluchzte leise vor sich hin. Emily spürte in diesem Moment eine gewisse Genugtuung. Diesmal hatte Dr. Bach nicht zu viel Gleitcreme erwischt und konnte das Thermometer entspannt los lassen. „Emily, dann lassen Sie uns Ihre Temperatur noch mal kontrollieren, damit ich weiß ob ich es mit zwei Patientinnen oder einer Lügnerin zu tun habe.“

„Ich bin wirklich nicht krank, bitte glauben Sie mir einfach“, versuchte Emily den Arzt umzustimmen. Ein Blick von ihm genügte und ihr war klar, dass daraus nichts werden würde. Nachdem die Liege nun besetzt war, sah sie ihn fragend an. „Wir machen das schnell im Stehen. Lehnen Sie sich einfach gegen meinen Schreibtisch. Die Hose wieder ein Stück runter ziehen und die Beine bitte leicht spreizen.“ So unangenehm ihr das auch war, folgte sie trotzdem seinen Anweisungen. Diesmal nahm er ein Digitalthermometer zur Hand. Er zog ihre festen Pobacken auseinander und führte zügig das Messinstrument ein. Schon nach etwa einer halben Minute ertönte ein Piepton und Dr. Bach entfernte in einem Ruck das Thermometer. „37,1°C, das ist eine normale Körpertemperatur, Sie sind also raus aus dem Schneider“, sagte er. Emily durfte sich wieder anziehen und nahm nun auf dem Sessel Platz. Mittlerweile war es Zeit auch Sofias Temperatur abzulesen. Diesmal zog Dr. Bach das Thermometer ganz langsam in drehenden Bewegungen aus Sofias Po. „39,7°C, da werde ich gleich einen Zugang legen und ihr etwas Fiebersenkendes verabreichen, erklärte der Arzt. Gründlich inspizierte er ihre Arme, um eine geeignete Vene ausmachen zu können, noch bevor er alles herrichtete. Sofias Hände waren eiskalt, wahrscheinlich würde das Fieber noch weiter ansteigen. In den Ellenbeugen konnte er ebenfalls keine gute Vene finden. Da er ihr rasch helfen wollte, entschied er sich für die Gabe eines Paracetamolzäpfchens. Sofia lag noch immer mit heruntergezogener Hose vor ihm. Er zog sich ein ein Paar Latexhandschuhe an und nahm das große Suppositorium aus dem Medikamentenschrank. Da ihr Anus noch gut eingecremt war, musste er das Zäpfchen nicht noch zusätzlich bestreichen, es würde ganz leicht seinen Weg nach innen finden. Mit Daumen und Zeigefinger zog er ihre Pobacken auseinander und setzte mit der anderen Hand das Zäpfchen an ihrer Rosette an. Sofia erwachte wieder aus ihrem leichtem Dämmerschlaf und versuchte sich zu wehren. „Ganz ruhig, Sie müssen nur kurz still halten“, redete er beruhigend auf sie ein. Sein Finger schob das Suppositorium vorsichtig durch den engen Schließmuskel ganz tief in sie hinein. Dabei tastete er auch gleichzeitig ihren Enddarm aus und stellte fest, dass Sofia dringend einen Einlauf benötigte. Hoffentlich würde das Zäpfchen trotzdem zumindest teilweise wirken können. Plötzlich klagte Sofia über starke Bauchschmerzen. Bevor Dr. Bach seine Patientin weiter untersuchen konnte, half Emily ihrer Schwester sich wieder anzuziehen. Nur die Hose ließ sie geöffnet, damit der Doktor den Bauch besser abtasten konnte. Nun untersuchte der Arzt gründlich Sofias Bauch. Am McBurney-Punkt schien sie besonders schmerzempfindlich zu sein. Sie stöhnte laut auf, als Dr. Bach an dieser Stelle herum drückte. „Ich vermute eine akute Appendizits bei Ihrer Schwester. Ich werde noch ein paar Untersuchungen durchführen müssen, bevor ich mehr sagen kann“, erklärte er an Emily gewandt.

„Sie meinen eine Blinddarmentzündung?“, fragte Emily besorgt nach. Dr. Bach nickte und bereitete gleichzeitig alles für die Blutabnahme vor. „Sofia, du musst jetzt ganz tapfer sein, du wirst ganz kurz gepiekst, damit wir wissen, was du genau hast“, erklärte sie ganz ruhig ihrer Schwester. „Nein, nein, bitte nicht!“, flehte Sofia und begann leise vor sich hin zu weinen. Emily strich ihr zärtlich übers Haar. „Wir machen nur einen Fingerstich, so kann ich die wichtigsten Parameter gleicht hier in der Ordination auswerten und wir müssen nicht erst auf das Ergebnis vom Labor warten. Der Arzt fackelte nicht lange, desinfizierte eine Fingerkuppe seiner Patientin und setzte die Einmallanzette an. „Klick“ und schon war der Fingerstich erledigt. „Au, au au!“, jaulte Sofia etwas verspätet auf. Während Dr. Bach mit der Blutprobe ins Nebenzimmer ging, machte sich Emily große Sorgen um ihre Schwester. Sollte sie operiert werden und somit ins Krankenhaus müssen, wäre das der absolute Horror für sie. Sofia schienen dieselben Gedanken durch den Kopf zu gehen, sie war ganz bleich vor Angst. Dr. Bach kam mit den Ergebnissen zurück. „Im Blut sieht man eine deutliche Leukozytose, der CRP-Wert ist allerdings nur leicht erhöht. Ich möchte noch einen Ultraschall durchführen und dann werde ich entscheiden, ob eine Krankenhauseinweisung notwendig ist“, erklärte er. Emily hatte zwar nur die Hälfte verstanden, aber sie wollte noch die Sonographie abwarten. Nachdem Dr.Bach das kalte, glitschige Kontaktgel aufgetragen und eine ausführliche Rundfahrt auf Sofias Bauch durchgeführt hatte, fasste er das Ergebnis seiner Untersuchung zusammen. „Wie ich bereits erklärte, die weißen Blutkörperchen sind erhöht, das spricht auf jeden Fall für ein entzündliches Geschehen im Körper. Der CRP-Wert, ebenfalls ein Entzündungsparameter, ist nur leicht erhöht, was jedoch nicht sehr aussagekräftig ist, da ausgerechnet dieser Wert oft etwas länger braucht, um massiv anzusteigen. Im Ultraschall lässt sich der Appenix, also der Wurmfortsatz, verdickt darstellen. Alles in allem, würde ich sagen, dass eine OP angezeigt ist, jedoch muss das letztendlich ein Chirurg entscheiden. Ich werde also sofort die Einweisung ins Krankenhaus veranlassen. Haben Sie noch irgendwelche Fragen?“ So in etwa 100, dachte sich Emily. „Gibt es denn keine andere Möglichkeit? Sofia hat wirklich große Angst vor Ärzten und ich weiß nicht, wie sie mit einem Krankenhausaufenthalt klar kommen würde.“ Dr. Bach schien kurz zu überlegen. „Eine Alternative würde es da schon geben, aber dafür müssten Sie mir als erstes einen Revers unterschreiben, dass Sie die stationäre Aufnahme ins Krankenhaus ablehnen und die daraus resultierenden gesundheitlichen Risiken selbst tragen.“, erklärte er an Sofia gewandt. „Ja natürlich, alles was Sie wollen“ antwortete sie schwach. „Zweitens, muss sich eine zuverlässige Person rund um die Uhr um die Patientin kümmern“, dabei sah er Emily an. „Selbstverständlch, Herr Doktor. Ich kann mir frei nehmen, beziehungsweise auch von zuhause arbeiten“, lautete ihre Antwort. „Und drittens“, fuhr er fort. „Sofia wird einige hohe Einläufe über sich ergehen lassen müssen, strenge Diät halten und ich werde einmal täglich vorbei kommen und ihr zwei verschiedene hoch dosierte Antibiotika verabreichen. Sollte es zu einer Verschlechterung kommen, muss Sofia umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Das ist eine ziemliche Verantwortung. Können Sie sich das vorstellen?“ Auch wenn Emily noch sauer auf Sofia war, wegen der Show, die sie vorhin abgezogen hatte, wollte sie alles tun, damit es ihr schnell besser ging und um ihr den Krankenhausaufenthalt zu ersparen. „Ich werde alles machen, was Sie von mir verlangen, Herr Doktor“ versprach Emily und meinte es auch so.

Teufels Küche

Die Gretchen-Frage Teil III. Hier geht es zur Gretchen-Frage Teil II.

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„Nein, ich kann dir noch keine konkrete Verdachtsdiagnose nennen, aber gib akutes Abdomen als Einweisungsgrund an.“… „Wir brauchen keinen RTW, ich bringe sie höchst persönlich. Danke dir, alter Freund! Bis gleich!“

Schon dieses Telefonat war Heinrich nicht leicht gefallen. Das bevorstehende Gespräch mit Gretchen würde ihn einiges an Überwindung kosten. Völlig fertig lag sie im Bett und zwang sich zu einem Lächeln. „Machen wir weiter?“, fragte sie als ob nichts gewesen wäre. „Ja, wir machen weiter, mein Gretchen. Aber dafür fahren wir ins Krankenhaus.“, fiel er mit der Tür ins Haus. „Wie meinst du das?“, wollte sie von ihm wissen. „Ich würde dich gerne durchchecken lassen. Du hast ganz offensichtlich doch Bauchschmerzen und leichte Temperatur. Dazu die Übelkeit, das gefällt mir gar nicht.“ „Werden die dort eine Blutabnahme machen?“. „Ich denke, dass das notwendig ist, ja“, antwortete er ehrlich. Sie schien kurz zu überlegen. „Bleibst du bei mir?“, fragte sie mit zitternder Stimme und feuchten Augen.

„Ja, ich bleibe bei dir“, versprach er und drückte ihr einen beruhigenden Kuss auf die Stirn. „Also gut, dann fahren wir“. Es musste ihr tatsächlich schlecht gehen, dass sie so einfach ohne Widerrede mitkam, dachte er sich. Heinrich wollte ihr vorschlagen, ein paar Kleinigkeiten in eine Tasche zu packen. Jedoch verwarf er den Gedanken gleich wieder. Wenn er auch nur im Ansatz erwähnte, dass sie vielleicht im Krankenhaus bleiben musste, würde sich die Hinfahrt viel komplizierter gestalten. Wahrscheinlich würde sie dann überhaupt nicht mit ihm mitfahren wollen.

Vorsichtig half er ihr auf und nahm ihre Handtasche. Ungeschickt schlüpfte sie in ein Paar flache Sandalen. Heinrich half ihr dabei und schloss auch für sie die Wohnungstüre ab. Sie stützte sich auf ihn, um zum Lift zu gelangen. Die Fahrt vom 3. Stock nach unten kam ihr ewig lange vor. Die stickige Luft in der engen Kabine schien ihr die Kehle einzuschnüren. Unten angekommen, war ihr schwindelig und sie konnte sich nur noch mit viel Mühe auf den Beinen halten. Der erfahrene Mediziner stützte sie weiterhin und begleitete sie sicher zu seinem Wagen. Er half ihr hinein und legte ihr sogar den Sicherheitsgurt an. Mittlerweile war sie ganz blass und kaltschweißig. Er fühlte ihren rasenden Puls am Handgelenk. Jetzt hieß es, keine Zeit zu verlieren. Zum Glück war die Klinik, in der Heinrichs Freund Valentin arbeitete nur ungefähr eine Viertelstunde Autofahrt von hier entfernt.

Gekonnt manövrierte Heinrich den Wagen durch enge Gassen und den mittelstarken Nachmittagsverkehr. Eine Kreuzung überquerte er noch, obwohl die Ampel schon auf Rot umgeschaltet hatte. Margarete neben ihm hatte den Kopf an die Lehne gestützt und schien zu schlafen. „Gretchen, jetzt nicht schlafen, wir sind gleich da!“, ermahnte er sie. Langsam öffnete sie die Augen und sah ihn an. „Gut, schau nach vorne und erzähl mir, was du siehst!“, forderte er sie auf. „Häuser“, stammelte sie leise. „Und was noch?“, hakte er nach. „Autos“, war ihre einfache Antwort. „Weiter! Was siehst du noch?“. „Krankenwagen.“ „Ja du hast Recht mein Gretchen, das ist ein Krankenwagen“. Er sprach mit ihr, wie mit einem Kleinkind. „Wir sind schon da“, verkündete er und war erleichtert, dass sie weiterhin bei Bewusstsein war.

Mit quietschenden Reifen hielt er in der Einfahrt der Notaufnahme an. Er schnappte sich seine kleine Patientin und trug sie durch die automatische Schiebetüre in das Gebäude hinein. Auf halbem Weg kam ihm schon Valentin entgegen, der die beiden bereits erwartet hatte. „Leg sie gleich hier auf die Liege“ begrüßte Valentin seinen langjährigen Freund und Studienkollegen. „Wir bringen sie in die Eins, da ist schon alles vorbereitet. Grelles Licht blendete Gretchens Augen und es fiel ihr schwer, sie weiter geöffnet zu halten. „Ich bin Dr. Wagner, ich werde mich jetzt um Sie kümmern“, stellte sich Valentin bei seiner Patientin vor. „Haben Sie im Moment irgendwelche Schmerzen?“ „Ja, hier“; antwortete sie und zeigte auf ihren rechten Unterbauch. Heinrich kam mit in den Behandlungsraum und übernahm nun die für ihn sonst ungewohnte Rolle des besorgten Angehörigen. Was er über Margaretes Beschwerden wusste, hatte er Valentin bereits am Telefon mitgeteilt. Hilflos stand er neben der Liege und hielt Gretchens Hand, die seine fest umklammerte. Ein gutes Zeichen, dachte er sich. Sie sah ihn an und richtete ihre ganze Konzentration auf Heinrich. Sie merkte beinahe gar nicht, wie ihr ein EKG, eine Blutdruckmanschette und ein Fingerclip angelegt wurden. „Tachykardie bei 110, Blutdruck im Keller, Sättigung bei 95%“ rief eine Schwester. „Zugang legen, Notfallsblute abnehmen, Blutgruppe bestimmen und Volumen im Schuss“ ordnete Dr. Wagner an. Alles ging so unglaublich schnell, dass Margarete kaum spürte, wie ihr der venöse Zugang gelegt wurde. Erst als sie kurz hinsah, umklammerte sie Heinrichs Hand noch fester. Nachdem die Infusion angeschlossen worden war, dauerte es nicht lange und Gretchen schien es etwas besser zu gehen. Eine Krankenschwester nahm ein Ohrthermometer zur Hand, um bei Margarete Fieber zu messen. „Genau 38°C.“ teilte sie den Wert mit. „Vitalzeichen sonst gerade im Normbereich“, ergänzte sie. „Schön, dann machen wir mal etwas gegen die Schmerzen. Fürs erste 1g Paracetamol anhängen und Ultraschall vorbereiten. Dr. Wagner wollte schon das kalte Gel auf Margaretes Bauch verteilen, als diese fragte: „Kann ich vorher bitte noch zur Toilette gehen? Ich muss ganz dringend.“. Die Infusion war bereits zur Hälfte in Margarete eingelaufen. Kein Wunder, dass sie einen starken Harndrang verspürte. „Na gut, aber nur in Begleitung der Schwester“. „Ich kann doch mit ihr gehen“, bot Heinrich an. „Nein, du bist jetzt privat hier“. „Schwester Gabi, bitte begleiten Sie Frau Koller zum WC.“, forderte Dr. Wagner seine Kollegin auf. „Harnstreifentest und Kultur abnehmen“ ergänzte er. Nachdem Schwester Gabi ihre Patientin von allen Kabeln befreit und die Infusion für den Gang zur Toilette abgehängt hatte, machte sie sich langsam mit ihr auf den Weg. Sorgenvoll blickte Heinrich ihr hinterher.

„Ich hätte doch auch in die Allgemeinmedizin gehen sollen, so wie du“, bemerkte Valentin mit einem Augenzwinkern. „Vor allem, wenn man da so hübsche Patientinnen zu sehen kriegt, wie deine Frau Koller“, fuhr er fort. Heinrich, der in Gedanken ganz bei Gretchen war, antwortete seinem Freund nicht. „Wieso wolltest du ihr zuerst eine Lektion erteilen und sie unter falschen Voraussetzungen hier in die Mangel nehmen.“ Da wurde Dr. Bach plötzlich hellhörig. „Valentin, ich erkläre dir das gerne später ausführlich. Aber in der Zwischenzeit kein Wort zu Gretchen, versprich mir das.“ „Du bist mir ihr also per Gretchen?“

Derweil kämpfte sich Gretchen Meter um Meter auf dem Gang mit blauem Linoleumboden voran. Die Wände waren weiß gestrichen und zu Gretchens Glück mit einem Handlauf aus Holz versehen. Sie klammerte sich daran fest und schleppte sich weiter voran. Der scharfe Geruch von Desinfektionsmittel lag in der Luft, vermischt mit dem süßlichen Duft des Todes. Zumindest empfand das Gretchen so. Sie war zuvor erst einmal in einem Krankenhaus gewesen. Damals war ihr Großvater im Krankenhaus verstorben. Gretchen war gerade einmal 4 Jahre alt gewesen. Seitdem roch es für sie in einem Krankenhaus nach Tod und Verwesung, zumindest bildete sie es sich ein.

Obwohl es ihr schon etwas besser ging, war der kurze Weg äußerst beschwerlich für sie. Aufgrund der Schmerzen hielt sie sich leicht nach vorne gekrümmt und kam nur sehr langsam voran. Aber immerhin spielte ihr Kreislauf wieder mit. Erschöpft ließ sie sich auf die Toilette nieder und versuchte erfolglos den Gedanken zu verdrängen, dass der Sitz nur so vor Bakterien wimmeln musste. Als sie in den kleinen Becher pinkelte, viel ihr sofort auf, dass auch Blut dabei war. Nicht auch das noch, dachte sie sich. Es war ihr furchtbar peinlich, ausgerechnet jetzt ihre Regelblutung zu bekommen. Aber von „Regel“ konnte bei Gretchen keine Rede sein, denn sie hatte einen sehr unregelmäßigen Zyklus und musste daher immer mit einer unangenehmen Überraschung rechnen. Praktischerweise fand Margarete auf der Toilette wenigstens frische Binden, obwohl ihr ein Tampon bei weitem lieber gewesen wäre. Sie nahm sich eine davon und kam mit der Harnprobe in der Hand wieder zu Schwester Gabi, die vor der Türe auf ihre Patientin gewartet hatte. Der erfahrenen Krankenschwester fiel natürlich gleich auf, dass die Harnprobe mit Blut versetzt war. „Hab grad meine Tage bekommen“, entschuldigte sich Gretchen.

Zurück im Behandlungsraum wurde Gretchen wieder an den Überwachungsmonitor angeschlossen und war dankbar, nach diesem kleinen Ausflug wieder liegen zu dürfen. Schwester Gabi führte inzwischen den gewünschten Harntest durch. Heinrich war froh, Gretchen wieder neben sich zu haben. Der Gang zur Toilette hatte ihm zu lange gedauert und er hatte sich schon Sorgen gemacht. „Herr Dr. Bach, vielleicht möchten Sie sich einen Kaffee vom Automaten holen?“, schlug Schwester Gabi vor. „Wir kümmern uns auch gut um Ihre Patientin in der Zwischenzeit“, versicherte sie ihm. Heinrich hatte um keinen Preis vor, Margarete jetzt alleine zu lassen. Valentin, der Schwester Gabis Versuch, Dr. Bach für ein kurzes Patientengespräch loszuwerden, durchschaut hatte, mischte sich ein. „Heinrich, sei doch bitte so nett und melde Frau Koller beim Schalter noch an, dann können wir das Administrative hier abschließen. Damit wäre uns sehr geholfen“, betonte er mit Nachdruck. Auch Heinrich hatte den Code verstanden und gab nach, wenn auch nur sehr ungern.

Die Krankenschwester wartete noch einen Augenblick, bis sich die Tür hinter Dr. Bach geschlossen hatte. „Der Harn ist blutig, aber sonst von den Standardwerten her unauffällig.“ „Und was wollten Sie mir dann nicht im Beisein von Dr. Bach berichten?“, fragte Dr. Wagner leicht genervt. „Das Beta-HCG ist positiv“, erklärte Schwester Gabi und zeigte ihm den positiven Schwangerschaftstest.

Überrascht sah Dr. Wagner seine Patientin an. Sie schien nichts von der Schwangerschaft zu ahnen. Er warf Schwester Gabi einen bedeutungsvollen Blick zu. „Piepen Sie meine Frau an. Angesichts der Lage möchte ich, dass der Ultraschall gleich von einer Gynäkologin durchgeführt wird.“ Margarete hatte die Unterhaltung zwar mitbekommen, jedoch nicht verstanden, worum es ging. Nur das Wort Gynäkolgin jagte ihr einen eiskalten Schauer über den Rücken. Gerade als sie fragen wollte, wie es jetzt weitergehen würde, zog Dr. Wagner einen Rollhocker heran und setzte sich zu ihr. Zu seinem Glück blieb ihm das Überbringen schlechter Nachrichten erspart, denn genau in diesem Moment betrat seine Frau das Behandlungszimmer. Sie war eine echte Erscheinung und sah unglaublich gut aus mit ihrer schlanken Figur und ihrem wunderschönen roten Haar, das sie zu einem lockeren Dutt zusammengefasst hatte.

Ihr Auftreten strahlte sowohl Souveränität als auch Professionalität aus. Genau diese Eigenschaften würden viele Patientinnen beruhigen und ihnen das Gefühl geben, in guten Händen zu sein. Doch Margarete schüchterte genau das neben der Profession von Frau Dr. Wagner zusätzlich ein. Ihr perfektes Make-up und der weiße, enganliegende Kittel brachten ihr Vorzüge zu Geltung. Neben ihr kam sich Gretchen klein und unscheinbar vor. Ausgerechnet von Isabella F***ing Rossellini musste sie sich zwischen die Beine schauen lassen und dabei würde es sicherlich nicht bleiben. Zum Glück hatte Gretchen an diesem Morgen ihre Beine frisch rasiert und ihren Intimbereich epiliert. „Eigentlich möchte ich das gar nicht. Mir geht es schon wieder besser. Kann ich nicht einfach gehen?“, flüsterte Margarete zu Schwester Gabi, die nur bestimmt den Kopf schüttelte. Mühsam richtete sich Gretchen auf der Liege auf. „Aber mit meiner Regelblutung ist mir das sehr unangenehm. Ich will da nicht untersucht werden“, versuchte sie es verzweifelt weiter. Doch Schwester Gabi blieb hart und deutete ihr, sie solle sich wieder hinlegen. Wo blieb eigentlich Heinrich so lange?

Zwischenzeitlich informierte Dr. Wagner seine Frau über den aktuellen Zustand ihrer gemeinsamen Patientin. „Ich vermute eine extrauterine Gravidität. Am besten, du siehst es dir selbst an“, schloss er seinen Bericht ab. „Welches Spekulum soll ich herrichten, Frau Dr. Wagner?“, fragte Schwester Gabi. „Ich muss mir einen ersten Einblick verschaffen, dann sehen wir weiter“, antwortet die Gynäkologin. Obwohl sie wie eine echte Furie aussah, klang ihre Stimmen weich und sanft. Sie trat ans Fussende der Liege und betätigte einen Schalter an der Unterseite. Links und rechts kamen Fußstützen zum Vorschein. „Bitte legen sie Ihre Füße in die Schalen, die Sie hier an beiden Seiten sehen. Zitternd und den Tränen nahe kam Gretchen ihrer Aufforderung nach. „Können wir vielleicht noch auf Heinrich warten?“, fragte sie mit bebender Stimme. Gerade weil sie nicht genau wusste, was auf sie zukommen würde, hatte sie furchtbare Angst. Valentin ging dazwischen, er musste ihr nun endlich die Situation erklären. „Frau Koller, wir haben den sehr starken Verdacht, dass sie schwanger sind“. Gretchens verbliebene Farbe wich ihr aus dem Gesicht. Schockiert sah sie ihn an. „Das kann nicht sein“, stammelte sie leise vor sich hin. „Wie oft ich das schon gehört habe“, zischte Valentin und verdrehte seine Augen. „Valentin, bitte! Etwas mehr Fingerspitzengefühl!“, wies ihn seine Frau zurecht. „Ich muss sowieso nach meinen Assistenzärzten sehen. Piep mich an, wenn du mich brauchst“, sagte er noch, bevor den Behandlungsraum verließ. „Geht es dem Baby gut?“, schoss es Margarete plötzlich ein. „Ich kann es noch nicht mit Sicherheit sagen, was da los ist. Dafür müsste ich Sie zuerst eingehend untersuchen“.

Heinrich, der sich viel zu lange mit dem Papierkram herum geschlagen hatte, eilte den Korridor entlang, zurück zu Gretchen. Beinahe wäre er in seinen Freund Valentin gelaufen. „Du hast es aber eilig“, meinte dieser ein wenig schnippisch. „Natürlich, ich will zu Margarete, wenns dir Recht ist“, erwiderte er hastig und wollte schon weiter gehen. „Sie will dich nicht dabei haben. Du musst solange vor dem Behndlungsraum warten.“ Verdutzt blieb Heinrich stehen. „Wenn du hier bist, wer kümmert sich dann jetzt um Gretchen?“, wollte er wissen und eine Woge der Angst überkam ihn. „Vera ist bei ihr und schallt sie gerade. Es sieht nicht gut aus. Zum Glück hast du sie so schnell her gebracht.“, erklärte Valentin und wollte gerade weiter gehen. „Was ist mit ihr? Wieso habt ihr eine Gynäkologin hinzugezogen?“, fragte er noch und war sich nicht sicher, ob er für die Antwort bereit war. „Heinrich, bitte, ich habe dir ohnehin schon viel zu viel gesagt. Du musst einfach warten und dann selbst mit Frau Koller sprechen. Ich muss jetzt leider weiter, aber ich verspreche dir, dass ich später nach ihr sehen werde.“ Mit diesen Worten verschwand Valentin langen Schrittes. Heinrich schlurfte zurück zum Behandlungszimmer und nahm davor auf einem dieser Klappstühle, die an der Wand montiert waren, Platz. Doch er konnte nicht still sitzen. Nervös tigerte er auf und ab. Dabei ließ er die Tür zum Behandlungsraum nicht aus den Augen.

„Reiß dich zusammen, es geht um dein Baby!“, wiederholte Gretchen diese Worte in ihrem Kopf, wie ein stärkendes Mantra. Sie musste ihre Angst überwinden. Hier und jetzt. Und das ganz alleine. Wie gerne hätte sie Heinrich jetzt bei sich gehabt. Aber auf der anderen Seite, wie hätte sie ihm ihre Schwangerschaft erklären sollen? „Ok, machen Sie die Untersuchungen, die Sie eben machen müssen“, sagte Margarete entschlossen, obwohl sie am liebsten schreiend davon gelaufen wäre. Frau Dr. Wagner zog sich Untersuchungshandschuhe an und half Margarete aus ihrem Höschen. Sie sah sofort, dass die Binde bereits von Blut durchtränkt war. „Schwester Gabi, vergessen Sie das Spekulum. Da ist zu viel Blut. Ich werde da nichts sehen können. Vaginalschallkopf, sofort“, ordnete sie an, wobei ihre Stimme nicht mehr sanft oder weich klang. Margarete versuchte sich krampfhaft zu entspannen und locker zu lassen, was genau das Gegenteil zur Folge hatte. Dr. Wagner, deren Geduld sich langsam dem Ende zuneigte, wandte sich erneut an die Krankenschwester im Raum. „Halbe Ampulle Valium i.v und das zackig“. Das Medikament wirkte rasch und schon merkte Gretchen, wie die innere Anspannug einfach von ihr abfiel. Ihre Knie fielen locker zur Seite und sie fühlte sich, als wäre sie in Watte gepackt. Gleichzeitig wurde sie auch ein wenig müde, aber sie musste wissen, wie es um ihr Baby stand. Plötzlich fühlte sie, wie etwas Langes, Hartes in sie eindrang. Konzentriert blickte Dr. Wagner auf den Bildschirm des Ultraschallgerätes. „Valentin hatte Recht“, bestätigte sie die Verdachtsdiagnose ihres Mannes. Sie widmete sich nun ganz ihrer Patientin. „Frau Koller, Sie haben eine Eileiterschwangerschaft, so wie wir es befürchtet haben. „Aber das Baby können Sie doch retten, oder?“, fragte Margarete mit schluchzender Stimme. „Nein, leider nicht. Der Embryo liegt im rechten Eileiter und es sieht so aus, als könnte er jeden Moment zu einer Ruptur führen.“ Margarete hörte nur noch ein Rauschen und konnte durch ihren Tränenschleier nicht mehr klar sehen. Sie zitterte am ganzen Körper und ihre Lippen bebten vor Verzweiflung. „Wir müssen Sie sofort in den OP bringen“, ordnete die Frauenärztin an. Daraufhin erhielt Margarete die zweite Hälfte Valium und es wurde ganz dunkel um sie herum.

Veni-Vidi-Spritze

13256422_1000710703330929_7093037569080284825_nEs fing ganz harmlos an. Carolin hatte schon während des Abendessens ein flaues Gefühl in der Magengegend. Lustlos schob sie die Schinkenfleckerln auf ihrem Teller hin und her. Den Salat hatte sie kaum angerührt. Michael, ihr Mann, hatte guten Appetit wie immer. Schließlich gab sie es auf und ließ ihr Nachtmahl stehen. Stattdessen holte sie sich eine Cola-Dose aus dem Kühlschrank. Oft half ihr dieses Getränk wenn ihr übel war, was vor allem bei kurvenreichen Strecken mit dem Auto der Fall war. Vorsichtig nippte sie an dem kalten Erfrischungsgetränk. Doch diesmal trat die gegenteilige Wirkung ein. Carolins Magen drehte sich um und sie lief mit vorgehaltener Hand zur Toilette. Gerade noch rechtzeitig schaffte sie es, sich über die Porzellanschüssel zu beugen. Schwallartig übergab sie sich ein paar Mal hintereinander. Als sie dachte, sie hätte es hinter sich, schleppte sie sich ins Wohnzimmer und ließ sich auf die Couch sinken. Auf halber Strecke kam ihr Michael entgegen, der sich aufs WC flüchtete. Kaum hatte er die Tür hinter sich zugemacht, hörte seine Frau qualvolles Würgen.

Nun war es offiziell, auch die beiden hatte die Magen-Darm-Grippe erwischt und nieder gestreckt. Sie mussten sich wohl bei ihrer Tochter Emma angesteckt haben, die den Virus ganz sicher gestern aus dem Kindergarten angeschleppt hatte. Nachdem Emma heute wieder quietschlebendig war und sogar unbedingt bei ihrer Oma übernachten wollte, hegte Carolin die Hoffnung, dass der Spuk in 24 Stunden wieder vorüber sein würde.

Doch zunächst musste sie hoffen, dass sie es rechtzeitig auf die zweite Toilette im Haus schaffen würde. Nach drei Runden gab sich Michael geschlagen und legte sich ins Bett. Seine Frau folgte ihm, jedoch blieb sie nicht lange liegen. Schon nach wenigen Minuten quälte sie sich erneut über der Kloschlüssel. Schwach wankte sie ins Bad und suchte im Medizinschrank nach den Vomex-Zäpfchen. Vielleicht würden die ihr auch in diesem Fall helfen. Normalerweise würde sie in solch einer Situtation ihren Mann um Hilfe bitten. Da es ihm aber selber nicht gut ging, musste sie eben selbst Hand anlegen. Zuvor zog sie sich noch schnell in ihr bequemes rotes Nachthemd um. „Unten ohne“ konnte sie sich das Zäpfchen viel leichter verabreichen. Sie stütze sich am Rand des Waschbeckens ab und ging leicht in die Knie. Ohne lange zu fackeln setzte sie das Zäpfchen am Poloch an und schob es durch den Schließmuskel. Zack – und drin war es. Jetzt hieß es nur mehr warten, dass das Medikament auch seine volle Wirkung entfaltete.

Carolin fragte ihren Mann, ob er auch ein Vomex haben wollte, bekam jedoch nur mehr ein leises Schnarchen als Antwort aus dem Schlafzimmer. Daraufhin legte sich wieder zu ihm ins Bett. Kaum hatte sie sich seitlich hingelegt, wurde sie von starkem Brechreiz wieder zum Aufstehen gezwungen. Über der Toilette hängend fasste sie den Entschluss, einfach hier zu bleiben und die nächste Brechattacke abzuwarten. Ihr Bauch tat ihr schon furchtbar weh. Ihr Hals brannte und der bittere Geschmack von Magensäure, verschlimmerte ihre Beschwerden. Kraftlos ließ sie sich auf den Boden sinken und kauerte sich auf den kühlen Fliesen zusammen. Sie war total müde und erschöpft, aber an Schlaf war nicht zu denken. Das Vomex hatte wider Erwartens  nichts geholfen.

Nach etwa einer weiteren Stunde des Quälens kam Michael und hockte sich neben seine Frau auf den Boden. „Schatz, komm doch endlich ins Bett. Du kannst ja nicht hier am Boden schlafen, du wirst dich auch noch erkälten.“ Matt schüttelte sie den Kopf. Er versuchte ihr auf die Beine zu helfen. Doch sie waren beide zu schwach dazu. Mit viel gutem Zureden gelang es Michael seine Frau zumindest von einer Art Embryostellung auf die Knie zu bringen. Mehr ging momentan einfach nicht. Auf allen Vieren kämpfte sie sich ins Kinderzimmer. Das war ganze zwei Meter näher als ihr eigenes Schlafzimmer. Mit letzter Kraft und der Unterstützung ihres Gatten hievte sie sich in das Bett ihrer Tochter. Erschöpft und vor Kälte zitternd kuschelte sie sich in die rosafarbene Hello Kitty-Bettwäsche. „Hast du schon was gegen die Übelkeit genommen?“ erkundigte sich Michael voller Sorgen. „Ja, aber es hat nichts geholfen. Michi, ich kann nicht mehr. Wimmerte sie und vergrub ihr Gesicht im Kissen. Entschlossen raffte Michael sich auf. Sie hörte ihn im Nebenzimmer telefonieren. Kurz darauf kam er mit einem Kübel zurück und sagte:“ Ich hab’ den Ärztefunkdienst angerufen. Der diensthabende Doc ist schon auf dem Weg hierher. Der kann dir sicher helfen!“ „Oh nein, das will ich nicht! Ist ja voll peinlich!“ klagte sie. „Stell dich jetzt bitte nicht so an! Dir geht es so schlecht, dass du nicht mal ein paar Schritte gehen kannst und liegst lieber wie ein Häufchen Elend auf dem Boden.“ fuhr er sie an. Ein einzelne Träne kullerte ihre Wange hinter. Sie fühlte sich wieder ein bisschen wie ein kleines Mädchen, als sie so zusammengekauert unter der zuckerlrosanen Decke lag. Michael setzte sich zu ihr an die Bettkante und küsste die Träne weg. „Sorry Schatz, das war nicht böse gemeint. Aber ich mach’ mir wirklich Sorgen um dich! Mich hats offensichtlich nicht so schlimm erwischt.“ versuchte er sich bei ihr zu entschuldigen. Sie nickte nur und begann von schloss die Augen.

Nacht etwa zwanzig Minuten klingelte es an der Tür. Michael empfing den Arzt und führte ihn rauf ins Kinderzimmer. Er war mittleren Alters und ein etwas dunklerer Typ. Vielleicht Grieche. Der Dok kam gleich zur Sache und setzte sich zu Carolin ans Bett. „Na, was haben Sie den für Beschwerden?“ wollte er von ihr wissen. Freundlich, aber bestimmt. Kurz und knapp schilderte sie ihm ihre Symptome. „Fieber auch?“ fragte er nach. Das konnte Carolin verneinen. Sie fühlte sich zwar hundeelend, aber wenigstens nicht fiebrig. Trotzdem legte der Arzt prüfend seine Hand auf ihre kaltschweißige Stirn. „Gut, Ihre Temperatur dürfte nicht erhöht sein.“ stellte er fest. Obwohl ihr schlecht ging, fielen ihr seine sanftmütigen, brauen Augen auf.  „Machen Sie mal bitte Ihren Bauch frei, damit ich Sie untersuchen kann.“ forderte er sie auf. Nachdem Carolin keine Unterwäsche oder sonst ewas trug, schob sie ihr ohnehin kurzes Nachthemd nur so weit, wie unbedingt nötig hinauf. Ihren Unterkörper versteckte sie unter der Decke. Mit seinen warmen Händen tastete er nun ihren Bauch ab, was zwar nicht schmerzhaft jedoch äußerst unangenehm war. „Haben Sie irgendwelche Allergien?“ fragte der Dok seine Patientin. Auch das konnte sie verneinen. Regelmäßige Medikamente konnte sie auch keine nennen. „So, dann machen Sie bitte eine Pobacke frei. Ich werde Ihnen was gegen die Übelkeit spritzen. Das wirkt sehr gut und damit wird es Ihnen schnell besser gehen.“ erklärte der Notarzt. Zögerlich drehte sich Carolin auf die Seite und fummelte nervös an ihrem Nachthemd herum. Das schnalzen der Gummihandschuhe ließ sie kurz aufschrecken. Wie aus dem Nichts brachte der Arzt eine bereits aufgezogene Spritze hervor. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie die lange Nadel an. Carolin hatte das Gefühl, dass er die Spritze schon die ganze Zeit irgendwo bereitliegen hatte. Wahrscheinlicher war es wohl, dass sie vor Erschöpfung kurz eingedöst war, und das Vorbereiten der Injektion gar nicht mitbekommen hatte.

Mit einem Isozid-Tupfer desinfizierte der erfahrene Mediziner den rechten äußeren Quadranten von Carolins wohl geformten Po. Wäre sie nicht so geschafft gewesen, hätte sie sich sicher gewehrt oder zumindest kurz protestiert. Aber in ihrem Zustand ließ sie es einfach über sich ergehen. Eine Nadel – ein Stich – ein Brennen. Schon war das Ganze wieder vorbei. Es dauerte nicht lange bis das Paspertin wirkte und Carolin endlich den erholsamen Schlaf fand.

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Das Bild wurde mir dankenswerterweise von Alexander Wurditsch zur Verfügung gestellt.


Ende

Schwester Nadja III

Hier geht es zum zweiten Teil…

Gegen 21.00 Uhr klopfte es an die Tür zu Nadjas Zimmer. Erschöpft von den Strapazen des Tages war sie gerade erst eingenickt. Als die Tür aufging, schien das Licht vom Gang ins Zimmer herein. Blinzelnd setzte sich Nadja in ihrem Bett auf. Ein Blick auf die Uhr versicherte ihr, dass der Schichtwechsel bereits erfolgt und Schwester Martina somit außer Dienst gegangen war. An ihrer Stelle trat die hübsche, blonde Schwester Lisa, die erst seit kurzem auf der Geburtsabteilung tätig war, ein. „Guten Abend, Nadja! Ich wollte nur fragen, ob du noch etwas für die Nacht brauchst“.wurde die Patientin von ihrer jungen Kollegin begrüßt. „Nein, danke. Alles okay.“ entgegnete ihr diese verschlafen. Lisa hatte eine kleine Infusionsflasche dabei und hängte diese wortlos auf den entsprechenden Ständer dazu. Sie nahm das Ende des Infusionsschlauches in die Hand und steckte es an den Venezugang, was mit dem Dreiwegsventil kein Problem war. Sie öffnete die Rollklemme und langsam begann das Paracetamol, sich den Weg durch Nadjas Körper zu bahnen. Wider erwarten machte Lisa keine Anstalten zu gehen. Sie druckste sichtlich herum. „Ähm Nadja, Dr. Havass hat dir noch ein Dulcolax-Zäpfchen verordnet.“ erklärte Lisa schüchtern, während ihr zartes Puppengesicht rot anlief. „Ich dachte, dass du es dir vielleicht lieber selber verabreichen möchtest.“ergänzte sie zurückhaltend und legte das Medikamtent dezent mit einem Tupfer Vaseline aufs Nachtkästchen. Daraufhin wünschte sie Nadja noch eine gute Nacht und zog sich aus dem Zimmer zurück.  Nadja überlegte kurz, ob sie sich das Suppositorium einführen sollte, entschied sich jedoch dagegen. Erstens, hatte sie keine diesbezüglichen Beschwerden. Zweitens war ihr letzter Stuhlgang erst zwei Tage her und morgen könnte sie sich von ihrer Mutter naturtrüben Traubensaft bringen lassen, der wirkte immer sehr gut bei ihr. Und drittens war es mit dem großen Bauch beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, sich selbst ein Zäpfchen erfolgreich einzuführen. Nicht einmal für eine regelmäßige Besucherin des Schwangerschaftsyogakurses war das eine leichte Übung. Getrost löschte sie das Licht und drehte sich mit dem Gesicht zur Wand. Es dauerte nich lange, bis sie in einen tiefen Schlaf gefallen war.

Um Mitternacht wurde die Türe zu Nadjas Zimmer erneut geöffnet. Es war Dr. Havass, der noch einmal nach seiner Privatpatientin sehen wollte, bevor er selbst ins Bett ging. Er schlich leise ins Zimmer hinein. Durch die halbgeöffnete Tür fiel genügend Licht ins Zimmer, sodass er ausreichend gut sehen konnte. Nadja schlief weiterhin tief und fest. Zufrieden stand der Gynäkologe neben dem Bett seiner Patientin und beobachtete sie. Sie lag immer noch in derselben Postion wie zuvor, wahrscheinlich weil sie in ihrem Zustand am besten auf ihrer rechten Seite schlief. Von oben betrachtete der Arzt ihr Gesicht.

Eine einzelne rote Haarsträhne war ihr in die Stirne gefallen. Er musste den Instinkt unterdrücken, ihr diese zärtlich hinters Ohr zu streichen und ihr einen sanften Kuss aufzudrücken. Er hatte sie furchtbar gerne, auch wenn sie für ihn unerreichbar war. Er wusste, dass sie ihn nicht besonders mochte. Das zeigte sie ihm schließlich in jedem gemeinsamen Dienst mit ihrer abweisenden Haltung ihm gegenüber. Trotzdem oder gerade deswegen begehrte er sie sehr. Dr. Havass war äußerst attraktiv mit seinem stets braungebranntem Teint und wusste dies auch. Dazu dunkles, leicht gewelltes Haar und grüne Augen- ein Traum von einem Mann. Sein Ruf eines Kittel-Casanovas eilte ihm stets voraus. Er hatte bereits viele Affären mit unzähligen Krankenschwestern gehabt. Aber mit Nadja, so stellte er sich vor, wäre es wohl die heißeste Liaison aller Zeiter. Ihr Temprament und ihre quirlige, fröhliche Art hatten es ihm angetan. Wie schön das war, sie jetzt so aus der Nähe betrachten zu können. Plötzlich spürte er, dass er alleine davon sehr erregt war. Das war wohl der beste Zeitpunkt, endlich ins Bett zu gehen. Schwermütig wollte er gerade Nadjas Zimmer verlassen, als er das noch unberührte Zäpfchen auf dem Nachtkästen liegen sah. Tadelnd schüttelte er den Kopf. Na sowas, war die Nachtschwester etwa nachlässig gewesen? Oder vielleicht die Patientin gar selbst?

Er dachte kurz nach, was er nun tun sollte. Nach kurzem Zögern, konnte er nicht anders. Er nahm das Zäpfchen vom Nachttisch und schlug behutsam die Decke zurück. Daraufhin atmete Schwester Nadja hörbar einmal tief ein, schlief jedoch weiter. Das Nachthemd war verrutscht und so hatte der Arzt freie Sicht auf ihren wunderschönen Rücken und ihren wohlgeformten, glatten Po. Ihr unteres Bein war mehr oder weniger ausgestreckt und das darüber liegende war leicht angewinkelt. So hatte er auch einen Einblick auf ihre intimsten Körperstellen. Er konnte nicht widerstehen und berührte sie hingebungsvoll mit seinem Zeigfinger. Zwischen ihren Beinen fühlte sie sich warm und nass, beinahe schlüpfrig vor purer Lust, an. Von einem animalischen Verlangen getrieben, begann er ihre Klitoris zu umkreisen. In diesem Moment stöhnte Nadja kurz auf. Erschrocken zog Dr. Harvass seinen Finger, der nun ganz feucht war, wieder zurück. Zum Glück wachte sie auch davon nicht auf. Da fiel sein Blick auf ihre straffe Rosette. Die Versuchung war einfach zu groß. Er verteilte ihren süßen Liebessaft auf der empfindsamen Körperöffung und probierte mit der Fingerspitze sachte in sie einzudringen. Widerstandslos nahm ihr Anus seinen Finger ein kleines Stück in sie auf. Das ermutigte ihn, den kleinen Torpedo, der nun mittlerweile etwas weicher geworden war, an ihrem Poloch anzusetzen. Nun gab es kein Zrück mehr. Nicht konnte ihn aufhalten. Entschlossen drückte er das Zäpfchen tief in Nadjas After. Dabei entkam ihr ein Seufzer aus ihrem tiefsten Inneren. Vorsichtig zog der Arzt seinen Finger aus ihrem Rektum zurück. Mit einer enormen Errektion und einem verräterischen Lächeln im Gesicht verließ er leise das Patientenzimmer.

Etwa eine halbe Stunde später wurde Nadja von dem dringenden Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen, geweckt. Schlaftrunken setzte sie sich auf. Als sie gerade aufstehen wollte, fiel ihr Blick auf den Nachttisch. Der kleine Tupfer mit Vaseline lag noch immer da, das Zäpfchen aber war verschwunden. Verdutzt blieb sie noch einen Moment an der Bettkante sitzen. Sie war sich sicher, dass sie sich das Zäpfchen am Abend nicht selbst verabreicht hatte. Plötzlich kam ihr ein alarmierender Gedanke. Irgendein Gefühl sagte ihr, dass ihr Dr. Havass das Medikament appliziert hatte. Aber das konnte ja nicht sein! Das musste sie dann wohl geträumt haben…

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Ende