Die Silvesterparty

Vor ein paar Jahren beschlossen meine Stationsschwester und der leitende Oberarzt statt einer Weihnachtsfeier eine Silvesterparty auszurichten. Alle Ärzte und Schwestern von der Herzstation waren dazu eingeladen, bis auf die wenigen Kollegen, die auch an diesem Abend ihren Dienst verrichten mussten.
Lange fieberte ich diesem Event entgegen, sah ich doch schließlich für mich endlich die Chance, meinem Lieblingsoberarzt etwas näher zu kommen. Endlich war der 31. Dezember gekommen. Siegessicher griff ich nach meinem „kleinen Schwarzen“ und zog es über meine schwarze Spitzenunterwäsche und die halterlosen, hautfarbenen Strümpfe an. Wie eine zweite Haut umspielte das Kleid meine weiblichen Kurven und betonte mein volles Dekolleté. Meine dunkelbraunen, schulterlangen Haare trug ich, ganz im Gegensatz zum Dienst im Krankenhaus, offen. Noch ein wenig Make-Up und ein paar Spritzer meines damaligen Lieblingsparfums „Pleasures“ von Esteé Lauder und mein Styling war komplett. Schnell schlüpfte ich in meine roten High Heels, legte meinen dazu passenden Seidenschal um und zog meinen langen, ebenfalls schwarzen Mantel über. Wie immer war ich etwas spät dran.
Als ich in der Steffl Skybar angekommen war, war Gideon, mein Lieblingsarzt bereits da und von meinen Kolleginnen umringt. Unsere Blicke trafen sich, als ich den Raum betrat und wir lächelten uns gegenseitig an. Ein Kellner kam auf mich zu und reichte mir ein Glas Champagner. Im nächsten Augenblick war Gideon verschwunden, offensichtlich war er vor meinen Kolleginnen geflüchtet. Ich konnte nicht länger nach ihm Ausschau halten, denn unser leitender Oberarzt stand bereits in der Mitte des Raumes und bat um unsere Aufmerksakeit, indem der mit einem Messer gegen seine Champagnerglas klimperte. Alle nahmen ihre Plätze entlang einer U-förmigen Tafel ein. Nachdem ich ein bisschen zu spät gekommen war, blieb mir nur ein Sitzplatz an der kurzen, inneren Seite des U übrig. Schnell begab ich mich zu dem freien Stuhl und stellte mit großer Freude fest, dass Gideon auf derselben Seite saß, wie ich. Zwischen uns saßen nur drei weitere gemeinsame Arbeitskollegen.
Die lange Tafel war mit einem weißen Tischtuch, Stoffservietten und einem äußerst eleganten Geschirr mit Goldrand gedeckt. Silbernes und goldenes Konfetti lag kunstvoll verstreut. Auf jedem Teller glänzte ein kleiner Glücksbringer in Form eines flaschengrünen, vierblättrigen Kleeblatts aus Glas. Für jeweils vier Personen stand in der Mitte eine Karaffe mit Wasser und ein Champagnerkühler, mit einer vollen Flasche Dom Pérignon. Wer sollte das alles nur trinken, fragte ich mich im Stillen. Von den Ärzten waren sicher die meisten mit dem Auto gekommen.
Als Dr. Karner, unser Oberarzt, zu einer Rede ausholte, machte ich mir keine Gedanken mehr, welches Ende die vielen Champagnerflaschen wohl nehmen würde und füllte mein Glas erneut an. Auch Gideon schenkte sich nach und prostete mir hinter dem Rücken unserer Kollegen zu. Hinter der Tafel war eine Art Tribüne, von einem schweren Vorhang verdeckt. Dahinter kam per Knopfdruck durch unseren Chef eine Leinwand hervor. Mit Schrecken sah ich kommen, was nun unausweichlich schien: eine PowerPoint-Präsentation. Gideon und ich sahen einander an, prosteten uns erneut zu und verdrehten beide die Augen. Gisela, meine Stationsschwester gesellte sich zu Herrn Dr. Karner in die Mitte des Raumes und hielt kleine gelbe Kärtchen mit ihren Händen festumklammert. Die beiden empfanden diesen Abend als gute Gelegenheit, das vergangene Jahr auf der Herzstation gemeinsam Revue passieren zu lassen. Dazu hatten sie viele bunte Diagramme erstellt, die unsere Bettenauslastung zeigten. Besonders erfreut schien der Oberarzt über die Belegung der Sonderklassezimmer zu sein. Er konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Als die Eurozeichen aus seinen Pupillen wieder verschwunden waren, fand er auch ein paar lobende Worte für die Schwestern und Pfleger, die sich jeden Tag größte Mühe in ihrem Beruf gaben. Erneutes Augenrollen meinerseits und wieder nahmen Gideon und ich gleichzeitig einen großen Schluck aus unseren Gläsern. Gegen Ende der Rede und der langweiligen Präsentation, wusste ich schon gar nicht mehr, wie oft ich mir selbst nachgeschenkt hatte. Ich wusste nur, dass ich schon jetzt ziemlich betrunken war und dringend etwas zu essen brauchte.
Zum Glück war das Buffet gerade eröffnet worden. Mit wackeligen Beinen stand ich auf und bemühte mich um gleichmäßige Schritte durch den Raum. Am Ende der Schlange angekommen, musste ich mich am Tisch festhalten, weil sich um mich herum alles zu drehen begann. Da hörte ich eine Stimme, die von weit her zu kommen schein: „Lana, alles ok mit dir?“ Obwohl ich nickte, packte mich Gideon am Ellbogen und führte mich bestimmt auf die Dachterrasse hinaus. Die kalte Winterluft traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Nach ein paar tiefen Atemzügen ging es mir deutlich besser und die Erde drehte sich für mich wieder mit ihrer gewohnten Geschwindigkeit weiter. „Ich hab‘ es wohl mit dem Champagner ein wenig übertrieben“, gab ich schließlich zu, um die etwas unbehagliche Stille zwischen uns zu brechen. „Bei dieser langen und trockenen Rede, wird dir das niemand zum Vorwurf machen. Aber du hättest vermutlich vorher eine Kleinigkeit essen sollen“, antwortete er in einem leicht tadelnden Tonfall. Zitternd stand ich vor ihm und wollte mich schon zum Gehen abwenden. Doch Gideon legte mir sein Jackett um die Schultern und gab mir mit seinem durchdringenden Blick zu verstehen, dass ich noch ein bisschen länger an der frischen Luft bleiben sollte. Da konnte ich nicht widersprechen. Ich genoss einfach seine Anwesenheit und den atemberaubenden Ausblick über Wien. Der Stephansdom schien zum Greifen nahe und die vielen Lichter in der ganzen Stadt leuchteten strahlend hell. Es muss wohl der Alkohol gewesen sein, denn anders konnte ich mir meinen plötzlichen Mut nicht erklären. Ich sah ihm direkt in die Augen und die Worte verließen einfach so meinen Mund: „Weißt du eigentlich, dass du bei uns auf der Station der meist begehrte Arzt bist?“ „Ach so?“, fragte er gespielt überrascht nach. „Wer findet mich denn so begehrenswert?“, wollte er wissen und konnte seine Freude über dieses Kompliment kaum verbergen. „Zwei oder drei Kolleginnen“, meinte ich vorsichtig. „Sind die Damen heute hier?“, bekundete er sein Interesse. Ich ließ mir Zeit, um den Raum nach den anderen Krankenschwestern abzusuchen. Dabei wusste ich doch genau, um wen es sich handelte. Gideon wirkte ein wenig ungeduldig und so gab ich zumindest die Kollegin an, von der ohnehin schon alle wussten, dass sie es auf ihn abgesehen hatte. „Andrea schwärmt besonders von dir, das kann dir ja nicht entgangen sein“, meinte ich trocken und ärgerte mich, was ich hier veranstaltete. Eigentlich wollte ich doch diesen Abend nutzen, um meinem Lieblingsarzt näher zu kommen, doch aktuell schilderte ich ihm nur eine willige Krankenschwester, die mit ihm vermutlich sofort ins Bett gehen würde. „Ja, ja. Das ist mir nicht entgangen. Im letzten Dienst wollte sie, dass ich ihr ein EKG schreibe, für ihren angeblichen Tauchkurs“, erklärte er schmunzelnd. Wow, die fährt ja ganz schön schwere Geschütze auf, dachte ich mir und hasste sie gleich ein bisschen mehr. Unabhängig davon, dass uns offensichtlich derselbe Mann gefiel, konnte ich Andrea schon vom ersten Tag an nicht leiden und dieses Gefühl beruhte wohl auf Gegenseitigkeit. „Und wer findet mich noch attraktiv?“, unterbracht Gideon meine Gedanken. „Attraktiv hab ich nie gesagt – begehrt ist das richtige Wort“, gab ich keck zurück. „Gut, also wer findet mich noch begehrenswert?“. Augenrollend gab ich seiner Neugier nach: „Julia ist recht angetan von dir“. Offensichtlich sagte ihm der Name nichts. „Die kleine Rothaarige, die nach den Feiertagen auf die Stroke-Unit wechseln wird“, half ich ein wenig nach. Immer noch standen ihm die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Aber darauf ging keiner von uns beiden weiter ein. „Und die dritte, ist sie heute Abend auch hier?“, fragte er und sah mir dabei direkt in die Augen. Zum Glück war es draußen so dunkel, dass er wahrscheinlich nicht sehen konnte, wie meine Wangen feuerrot anliefen. „Sie gehört sicher zu den jüngeren Schwestern, stimmts?“, hakte er nach. Ich nickte. „Sie arbeitet erst seit zirka einem halben Jahr auf der Herzstation?“ Das traf auf insgesamt zwei Krankenschwestern zu. Wieder nickte ich. Dann schien er angestrengt überlegen zu müssen. Nun war er es, der sich Zeit ließ. Dabei ließ er mich nicht aus den Augen und ich hatte das Gefühl, dass er allein mit seinem Blick meine Gedanken lesen konnte. Er trat näher an mich heran. „Sie steht hier mit mir auf der Dachterrasse, hab‘ ich Recht?“.
Ich konnte ihn nur ein wenig verlegen anlächeln, bevor er seine Lippen auf meine legte. Neugierig erforschte seine Zunge meinen Mund. Ich schlang meine Arme um ihn und presste meinen Körper gegen seinen. Dabei erwiderte ich seinen innigen Kuss und fühlte mich wie im siebten Himmel. Er schmeckte nach purer Lust. So nah an ihm dran, konnte ich sein verführerisches Aftershave riechen. Ich sog seinen betörenden Duft ein, als sein Jackett von meinen Schultern rutschte und auf dem Boden landete. Doch das war mir in diesem Moment völlig egal. Gideon zog mich noch näher an sich heran. In seinen starken Armen kam ich mir gleichzeitig beschützt und begehrt vor – eine gewaltige Kombination. Viel zu früh beendete er den Kuss und ging vor mir in Knie, während er mit einer Hand zunächst meine Hüfte und dann mein Bein entlang hinab fuhr. Er hob sein Jackett auf und legte mir seine Hand behutsam über mein Kreuzbein. „Wir sollten wieder reingehen, bevor du dich noch erkältest“, sagte er bestimmt und schob mich mit sanftem Druck durch die Glastür. Ein Gefühl der Enttäuschung machte sich in mir breit. Doch dann flüsterte Gideon mir ins Ohr: „Nachher sollten wir unbedingt an dieser Stelle weiter machen“ und zwinkerte mir zu. Ich konnte seinen feuchten, warmen Atem an meinem Hals spüren und ein wohliger Schauer lief über meinen Rücken.
Während des Essens beachtete Gideon mich kaum und auch ich unterhielt mich mit anderen Kollegen. Als es zehn Minuten vor Mitternacht schlug, klimperte Dr. Karner erneut gegen sein Glas. Daraufhin begaben sich alle auf Geheiß unseres Oberarztes auf die wundervolle Dachterrasse. Eifrige Kellner wuselten mit vollen Tabletts herum und verteilten Champagner. Dicht gedrängt standen wir im Freien und genossen den Ausblick über die Stadt, die heute Nacht auch nicht zu schlafen schien. Die verbleibenden Minuten des Jahres waren verstrichen und so zählten wir gemeinsam den Countdown ins neue Jahr hinunter. Plötzlich stand Gideon hinter mir. Ich konnte ihn zwar nicht sehen, jedoch spürte ich seine Anwesenheit ganz deutlich. Bei „3“ zog er mich rasch in einen abgelegenen, dunklen Winkel. Um Punkt Mitternacht drückte er mich gegen die Mauer und küsste mich voller Leidenschaft. Diesmal wurde mir nicht vom Alkohol schwindelig. Während die Bummerin in unseren Ohren dröhnte und die ersten Takte des Wiener Walzers aus der Ferne zu uns drangen, schob er mein Kleid hoch und meinen feuchten String ein Stück hinunter. Die bunten Funken des Feuerwerks knallten um uns herum und es fühlte sich passend zum Rhythmus meiner pulsierenden Pussy an. Er begann meinen Hals zu küssen und mit seinen Fingern über meinen glattrasierten Venushügel zu streifen. Er berührte mich dort, wo sich meine Schamlippen teilten. Ich biss mir auf die Unterlippe, um ein Stöhnen zu unterdrücken. „Schhhh, reiß dich zusammen“ flüsterte er mir mit seiner verwegenen Stimme ins Ohr. Ich konnte mich nur schwer beherrschen. Mit sanften Druck hielt er mit einer Hand meinen Mund zu. Das erwartungsvolle Pochen meiner Klitoris wurde immer heftiger. Seine sinnlichen Berührungen versetzten meinen Lustpunkt in zarte Schwingungen. Mein Atem wurde schneller und mein Herz hämmerte gegen meinen Brustkorb als ob es gleich hinaus springen wollte. Ich hob ein Bein und schlang es um sein Becken, um seinen geschickten Fingern mehr Spielraum zu gewähren. Gemeinsam mit dem Feuerwerk explodierte ich um die Wette. Meine Schenkel verkrampften sich und ich krallte mich an seinem Nacken fest, als ein unbändiger Orgasmus über mich hineinbrach.
Als ich mich wieder beruhigt hatte, rückte ich mein Outfit zurecht. „In zehn Minuten treffen wir uns beim Aufzug“, bestimmte Gideon und verschwand plötzlich in der Menge.
Also verabschiedete ich mich von meinen Kolleginnen und holte den Mantel aus der Garderobe. Beim Aufzug wartete Gideon bereits auf mich. Die Türen schlossen sich hinter uns und wieder fielen wir über einander her. Wir hatten es eilig, endlich in seine Wohnung zu kommen und den hemmungslosen Sex zu haben, für den wir beide geschaffen waren. Nur zwei Gassen weiter wartete bereits ein Taxi auf uns. Gideon nannte dem Fahrer die Adresse. Wir konnten die Finger nicht von einander lassen. Diesmal küsste ich ihn zuerst und fasste mit meiner Hand in seinen Schritt. Das Leuchten in seinen Augen verriet mir, dass ihm gefiel, wie ich ihn massierte. Er griff nach meiner Brust und schaffte es sogar durch den Stoff des Kleides und den BH meine Brustwarze zu zwirbeln. Ich stöhnte leise aus. „Schhhh, reiß dich zusammen“. Er küsste mich mit einer Mischung aus Macht und Begierde. „Bist du eher devot oder dominant?“, hauchte er mir ins Ohr. „Ein bisschen was von beidem“ gab ich zu und biss mir auf die Unterlippe. Und wieder fiel er über mich her, diesmal noch leidenschaftlicher, noch heftiger. Zum Glück waren wir endlich angekommen.
In einander verschlungen stolperten wir in seine Wohnung. Gideon führte mich direkt in sein Schlafzimmer. Gegenseitig rissen wir uns die Kleider vom Leib, nur die Strapse behielt ich an. Er setzte sich aufs Bett und zog mich rittlings auf seinen Schoß. Der sinnlichen Ästhetik seines Körpers war ich mir in diesem Moment nur allzu bewusst. Endlich nahm ich seinen harten Schwanz in mich auf. Ich drohte vor Geilheit zu explodieren und ritt ihn wild, als ob es kein Morgen gäbe. Mit einem Arm umschlang er meine Taille und mit der zweiten Hand packte er mich am Hals. In seinen Händen wurde ich zu Wachs und genoss seine wohldosierte Grobheit.
Er kam mir mit dem Becken entgegen und stieß tief in mein Inneres. Nun musste ich mich nicht mehr zusammen reißen und stöhnte hemmungslos. Mit Schwung drehte er uns beide plötzlich um, sodass ich auf dem Rücken lag. Gideon legte meine Beine auf seine Schultern und fickte mich hart. Eine abrupte Pause ließ mich wieder zu Atem kommen. Seine Bewegungen wurden immer langsamer, sodass ich unter ihm Höllenqualen erlitt. Ich wollte in tief und heftig in mir spüren. Mit seiner Taktik brachte er mich beinahe um den Verstand. Ich versuchte, mit meinem Becken den Rhythmus vorzugeben, da schlug Gideon mich mit der Hand ins Gesicht. Noch nie zuvor hatte mich ein Mann geschlagen. Ich musste zugeben, dass ein wenig Schmerz, mir tatsächlich Lust bereitete. Also lächelte ich ihn frech an und bewegte meine Hüften, um ihn tiefer in mir spüren zu können. Gideon schlug mich ein zweites Mal. „Willst du wohl endlich still halten?“, sagte er und bedachte mich mit seinem strengen Blick, bei dem es mir jedes Mal eiskalt den Rücken herablief. Wie ein Blitz schlug dieser wohlige Schauer zwischen meinen Beinen ein. Ich schlug die Augen nieder, was er als Zustimmung verstanden hatte. Seine Stöße wurden wieder tiefer und kräftiger. Innerlich jubelte ich, doch ich ließ es mir nicht anmerken. Ich versuchte, mich zu beherrschen, weil ihm das zu gefallen schien. „Braves Mädchen“, lobte er mich, was mich nur noch heißer machte. Er stieß immer heftiger in mich hinein und belohnte so meine Geduld. Ich spürte sein gesamtes Körpergewicht auf mir. Mit einer Hand hielt er meine Handgelenke fest. Ich konnte nichts mehr machen und war ihm völlig ausgeliefert. Endlich konnte ich loslassen und mich ihm komplett hingeben. Gemeinsam erlebten wir einen gigantischen Orgasmus. Keuchend lagen wir beide neben einander. „Wow, einfach nur wow“, brachte ich erschöpft hervor. „Mir gefällt es, wenn du ein bisschen dominant bist. Ich kann es kaum noch glauben, dass wir…“ „Schhh, schhh“, unterbrach er mich und legte einen Finger auf meine Lippen. „Morgen früh brauche ich dich fit und ausgeschlafen.“

Der Spieleabend III

Hier geht es zu „Der Spieleabend II“…

Emily konnte ihrer Schwester kaum etwas abschlagen Obwohl sie gleich alt waren, fühlte sie sich immer ein bisschen für Sofia verantwortlich. „Du, ich würde so gern duschen gehen und mir die Haare waschen. Ich hab so viel geschwitzt letzte Nacht, ich fühl mich so nicht wohl. Würdest du mir bitte helfen?“ Mit großen Rehaugen sah sie ihre Zwillingsschwester an. Emily überlegte kurz und betrachtete Sofias lange blonde Mähne. Sie mussten schon in einer Stunde beim Arzt sein, das würde knapp werden. Aber wir immer gab Emily nach. „Na gut, aber vorher messen wir noch mal deine Temperatur. Wenn du Fieber hast, musst du aufs Haare waschen verzichten, dann gibt’s nur eine schnelle Dusche“, bestimmte Emily. Sie nahm das Fieberthermometer zur Hand, das noch immer am Nachtkästchen lag. Sofia nahm es entgegen und klemmte es sich unter den Arm. Wohlwissend, dass Dr.Bach nachher sicherlich rektal nachmessen würde, ließ es Emily damit gut sein.

Nach fünf Minuten verlangte Emily das Messinstrument zurück. Ohne einen Blick darauf zu werfen gab Sofia es ihrer Schwester. Da Sofias Temperatur im Moment 37,3°C betrug, war die Haarwäsche genehmigt. Um ihren Kreislauf zu schonen, bat Emily ihre Zwillingschwester, sich einfach in die Badewanne zu setzen. So konnte sie ihr auch leichter bei der Haarwäsche behilflich sein. Nach dem Duschen föhnte sie ihr noch ausgiebig die langen Haare trocken und brachte ihr frische Sachen zum Anziehen aus ihrem Schrank. So frisch geduscht sah Sofia schon viel besser aus. Leider hatte nun Emily selbst keine Zeit mehr, sich zu duschen. Sie steckte ihre ebenfalls langen Haare zu einem lässigen Dutt zusammen, schlüpfte schnell in die Jeans von gestern und zog einen Kapuzenpulli über. Als sie sich im Vorzimmerspiegel betrachtete, gefiel sie sich überhaupt nicht. Sie sah ziemlich müde von aus. Sobald sie zurück war, würde sie ein schönes Schaumbad nehmen.

In der Praxis angekommen, meldete Emily ihre Schwester bei der Sprechstundehilfe an, nachdem Sofia bereits im Wartezimmer Platz genommen hatte. Emily hatte gar keine Zeit mehr gehabt, zuhause aufs WC zu gehen und wollte das schnell nachholen. Währenddessen wurde Sofia immer nervöser. Der Geruch von Desinfektionsmittel stieg ihr in die Nase und ließ sie innerlich erschaudern. Ihre Handflächen waren schon ganz feucht und sie wünschte sich, sie wäre nicht hierher gekommen. Immerhin ging es ihr ja auch schon besser als gestern Abend. Als sie aufgerufen wurde, bekam sie es mit der Panik zu tun. Doch gleichzeitig kam ihr ein rettender Einfall. Sie stand auf und ging ins Untersuchungszimmer. „Meine Schwester Sofia ist noch schnell auf die Toilette gegangen, sie ist bestimmt gleich wieder hier“,begrüßte sie Dr. Bach. „Geht schon in Ordnung, kommen Sie bitte herein. Ich nehme an, Sie begleiten Ihre Schwester?“ Mit einem Nicken setzte sie sich ihm gegenüber. Emily, die gehört hatte, dass ihre Schwester bereits aufgerufen wurde, beeilte sich und kam ins Untersuchungszimmer nach. Schließlich wollte sie ihre Schwester, die furchtbare Angst vor Ärzten hätte, nicht lange mit einem alleine lassen.

Sie setzte sich neben Sofia. „Ihre Schwester hat mir bereits erzählt, dass sie gestern hohes Fieber hatten. Leiden Sie noch unter irgendwelchen anderen Beschwerden?“ Verwirrt sah Emily Dr. Bach an, bis ihr dämmerte, was hier los war. „Nein, nein Herr Doktor, da liegt eine Verwechslung vor. Mir geht es gut, meine Schwester ist krank“, versuchte sie so ruhig wie möglich klar zu stellen, obwohl sie innerlich bereits kochte. Eingehend betrachtete er sich die beiden Schwestern an. Streng genommen, sah keine der beiden gesund aus. „Genau davor hat mich Ihre Schwester bereits vorgewarnt. Ich verstehe, dass sie Angst vor Ärzten haben, aber ich werde Ihnen alles erklären und möchte Ihnen wirklich nur helfen, bald möglichst wieder gesund zu werden“ antworte er, als würde er mit einem Kleinkind reden. „Sofia, sag ihm sofort die Wahrheit“, fuhr sie ihre Zwillingsschwester an und wurde vor Wut ganz rot ihm Gesicht. „Na, na, ganz ruhig meine Damen“, mischte sich der Allgemeinmediziner ein. Beruhigend legte er seine Hand um Emilys Handgelenk. Ihr Puls war sehr schnell aber regelmäßig. Ihre Haut fühlte sich ein wenig warm an. Emily versuchte sie ich noch einmal zu wehren: „ich bin nicht krank, sondern meine Schwester!“,entfuhr es ihr ein wenig zu schrill. „Hören Sie, Ihr Puls ist ganz schnell, Ihr Gesicht gerötet und Sie scheinen mir sehr aufgeregt. Lassen Sie mich erst mal Ihren Blutdruck messen und dann sehen wir weiter, einverstanden?“ Natürlich war sie überhaupt nicht einverstanden, aber was sollte sie in ihrer Situation sonst tun als nachzugeben? Während er ihr die Blutdruckmanschette anlegte, atmete sie tief ein und aus, um sich ein wenig zu fassen. „Bekommen Sie schlecht Luft?“, fragte Dr. Bach besorgt nach. „Nein!“, zischte sie ihn an und bereute ihren Fauxpas. „150/85, das ist nicht gerade ein normaler Blutdruck. Aber für sich alleine auch noch nicht besorgniserregend. Wir werden das nachher noch ein mal kontrollieren. Ich möchte jetzt erst mal bei ihnen Fieber messen, Ihre Schwester hat Sie sicherlich bereits darüber informiert, dass ich ein Verfechter der rektalen Methode bin?“, fragte er nach. Emily war unfassbar wütend auf ihre Schwester, aber immerhin würden sie alle in 5 Minuten wissen, dass nicht sie die Patientin hier war. Mehr oder weniger freiwillig legte sie sich seitlich auf die Untersuchungsliege und schob ihre Jeans und den Slip ein Stück nach unten. Dr. Bach hattet das Thermometer bereits mit Vaseline versehen um es schön gleitfähig zu machen. Unglücklicherweise hatte er etwas zu viel von der zähen Salbe aufgetragen und so rutschte das Thermometer gleich wieder aus Emilys Po heraus. „Das muss ich wohl besser festhalten“, kommentierte der Arzt dieses kleine Missgeschick und schob das Fieberthermometer resolut zurück an seinen Platz. Sicherheitshalber führte er es auch ein wenig tiefer ein als beim ersten Mal.

Emily ließ das alles wortlos über sich ergehen, da sie ja wusste, dass das ganze Theater gleich vorüber sein und sie dann mit ihrer Schwester ganz schnell die Rollen tauschen würde. Sofia, die zunehmend blasser wurde, lehnte schwach auf dem Sessel. Die warme Dusche, der Weg in die Praxis und diese kleine Scharade nahmen sie ganz schön in Anspruch. Dr. Bach merkte plötzlich, dass es der „echten“ Sofia nicht gut ging. Er wollte nur schnell ihren Puls tasten und ließ für einen Moment das Glasthermometer los. Dieses rutschte aus Emilys After raus und fiel zu Boden. Da war nichts mehr zu machen, das Thermometer war in viele kleine Einzelteile zerbrochen.

Emily sprang von der Liege und zog sich an. Sie machte einen großen Bogen um den Scherbenhaufen. „Schnell, helfen Sie mir Ihre Schwester auf die Liege zu legen“, ordnete Dr. Bach an. Während nun der Arzt bei Sofia den Blutdruck mas, kümmerte sich die Ordinationsassistentin um die Scherben am Boden. „120/80, das ist schon mal beruhigend. Aber sie glüht am ganzen Körper“, stellte er fest. Schon hatte er ein neues Thermometer zur Hand. „Sofia, können Sie sich auf die Seite drehen?“. Doch die Patientin war zu schwach und gab nur ein Stöhnen von sich. Emily eilte dem Arzt zu Hilfe. Als Sofia das kalte Glasthermometer an ihrem After spürte, riss sie erschrocken die Augen auf. „Nein, bitte nicht“, wimmerte sie. Doch Emily hatte diesmal kein Mitleid mit ihrer Zwillingsschwester und versuchte nicht, den Arzt von der Temperaturmessung abzubringen. Sofia schluchzte leise vor sich hin. Emily spürte in diesem Moment eine gewisse Genugtuung. Diesmal hatte Dr. Bach nicht zu viel Gleitcreme erwischt und konnte das Thermometer entspannt los lassen. „Emily, dann lassen Sie uns Ihre Temperatur noch mal kontrollieren, damit ich weiß ob ich es mit zwei Patientinnen oder einer Lügnerin zu tun habe.“

„Ich bin wirklich nicht krank, bitte glauben Sie mir einfach“, versuchte Emily den Arzt umzustimmen. Ein Blick von ihm genügte und ihr war klar, dass daraus nichts werden würde. Nachdem die Liege nun besetzt war, sah sie ihn fragend an. „Wir machen das schnell im Stehen. Lehnen Sie sich einfach gegen meinen Schreibtisch. Die Hose wieder ein Stück runter ziehen und die Beine bitte leicht spreizen.“ So unangenehm ihr das auch war, folgte sie trotzdem seinen Anweisungen. Diesmal nahm er ein Digitalthermometer zur Hand. Er zog ihre festen Pobacken auseinander und führte zügig das Messinstrument ein. Schon nach etwa einer halben Minute ertönte ein Piepton und Dr. Bach entfernte in einem Ruck das Thermometer. „37,1°C, das ist eine normale Körpertemperatur, Sie sind also raus aus dem Schneider“, sagte er. Emily durfte sich wieder anziehen und nahm nun auf dem Sessel Platz. Mittlerweile war es Zeit auch Sofias Temperatur abzulesen. Diesmal zog Dr. Bach das Thermometer ganz langsam in drehenden Bewegungen aus Sofias Po. „39,7°C, da werde ich gleich einen Zugang legen und ihr etwas Fiebersenkendes verabreichen, erklärte der Arzt. Gründlich inspizierte er ihre Arme, um eine geeignete Vene ausmachen zu können, noch bevor er alles herrichtete. Sofias Hände waren eiskalt, wahrscheinlich würde das Fieber noch weiter ansteigen. In den Ellenbeugen konnte er ebenfalls keine gute Vene finden. Da er ihr rasch helfen wollte, entschied er sich für die Gabe eines Paracetamolzäpfchens. Sofia lag noch immer mit heruntergezogener Hose vor ihm. Er zog sich ein ein Paar Latexhandschuhe an und nahm das große Suppositorium aus dem Medikamentenschrank. Da ihr Anus noch gut eingecremt war, musste er das Zäpfchen nicht noch zusätzlich bestreichen, es würde ganz leicht seinen Weg nach innen finden. Mit Daumen und Zeigefinger zog er ihre Pobacken auseinander und setzte mit der anderen Hand das Zäpfchen an ihrer Rosette an. Sofia erwachte wieder aus ihrem leichtem Dämmerschlaf und versuchte sich zu wehren. „Ganz ruhig, Sie müssen nur kurz still halten“, redete er beruhigend auf sie ein. Sein Finger schob das Suppositorium vorsichtig durch den engen Schließmuskel ganz tief in sie hinein. Dabei tastete er auch gleichzeitig ihren Enddarm aus und stellte fest, dass Sofia dringend einen Einlauf benötigte. Hoffentlich würde das Zäpfchen trotzdem zumindest teilweise wirken können. Plötzlich klagte Sofia über starke Bauchschmerzen. Bevor Dr. Bach seine Patientin weiter untersuchen konnte, half Emily ihrer Schwester sich wieder anzuziehen. Nur die Hose ließ sie geöffnet, damit der Doktor den Bauch besser abtasten konnte. Nun untersuchte der Arzt gründlich Sofias Bauch. Am McBurney-Punkt schien sie besonders schmerzempfindlich zu sein. Sie stöhnte laut auf, als Dr. Bach an dieser Stelle herum drückte. „Ich vermute eine akute Appendizits bei Ihrer Schwester. Ich werde noch ein paar Untersuchungen durchführen müssen, bevor ich mehr sagen kann“, erklärte er an Emily gewandt.

„Sie meinen eine Blinddarmentzündung?“, fragte Emily besorgt nach. Dr. Bach nickte und bereitete gleichzeitig alles für die Blutabnahme vor. „Sofia, du musst jetzt ganz tapfer sein, du wirst ganz kurz gepiekst, damit wir wissen, was du genau hast“, erklärte sie ganz ruhig ihrer Schwester. „Nein, nein, bitte nicht!“, flehte Sofia und begann leise vor sich hin zu weinen. Emily strich ihr zärtlich übers Haar. „Wir machen nur einen Fingerstich, so kann ich die wichtigsten Parameter gleicht hier in der Ordination auswerten und wir müssen nicht erst auf das Ergebnis vom Labor warten. Der Arzt fackelte nicht lange, desinfizierte eine Fingerkuppe seiner Patientin und setzte die Einmallanzette an. „Klick“ und schon war der Fingerstich erledigt. „Au, au au!“, jaulte Sofia etwas verspätet auf. Während Dr. Bach mit der Blutprobe ins Nebenzimmer ging, machte sich Emily große Sorgen um ihre Schwester. Sollte sie operiert werden und somit ins Krankenhaus müssen, wäre das der absolute Horror für sie. Sofia schienen dieselben Gedanken durch den Kopf zu gehen, sie war ganz bleich vor Angst. Dr. Bach kam mit den Ergebnissen zurück. „Im Blut sieht man eine deutliche Leukozytose, der CRP-Wert ist allerdings nur leicht erhöht. Ich möchte noch einen Ultraschall durchführen und dann werde ich entscheiden, ob eine Krankenhauseinweisung notwendig ist“, erklärte er. Emily hatte zwar nur die Hälfte verstanden, aber sie wollte noch die Sonographie abwarten. Nachdem Dr.Bach das kalte, glitschige Kontaktgel aufgetragen und eine ausführliche Rundfahrt auf Sofias Bauch durchgeführt hatte, fasste er das Ergebnis seiner Untersuchung zusammen. „Wie ich bereits erklärte, die weißen Blutkörperchen sind erhöht, das spricht auf jeden Fall für ein entzündliches Geschehen im Körper. Der CRP-Wert, ebenfalls ein Entzündungsparameter, ist nur leicht erhöht, was jedoch nicht sehr aussagekräftig ist, da ausgerechnet dieser Wert oft etwas länger braucht, um massiv anzusteigen. Im Ultraschall lässt sich der Appenix, also der Wurmfortsatz, verdickt darstellen. Alles in allem, würde ich sagen, dass eine OP angezeigt ist, jedoch muss das letztendlich ein Chirurg entscheiden. Ich werde also sofort die Einweisung ins Krankenhaus veranlassen. Haben Sie noch irgendwelche Fragen?“ So in etwa 100, dachte sich Emily. „Gibt es denn keine andere Möglichkeit? Sofia hat wirklich große Angst vor Ärzten und ich weiß nicht, wie sie mit einem Krankenhausaufenthalt klar kommen würde.“ Dr. Bach schien kurz zu überlegen. „Eine Alternative würde es da schon geben, aber dafür müssten Sie mir als erstes einen Revers unterschreiben, dass Sie die stationäre Aufnahme ins Krankenhaus ablehnen und die daraus resultierenden gesundheitlichen Risiken selbst tragen.“, erklärte er an Sofia gewandt. „Ja natürlich, alles was Sie wollen“ antwortete sie schwach. „Zweitens, muss sich eine zuverlässige Person rund um die Uhr um die Patientin kümmern“, dabei sah er Emily an. „Selbstverständlch, Herr Doktor. Ich kann mir frei nehmen, beziehungsweise auch von zuhause arbeiten“, lautete ihre Antwort. „Und drittens“, fuhr er fort. „Sofia wird einige hohe Einläufe über sich ergehen lassen müssen, strenge Diät halten und ich werde einmal täglich vorbei kommen und ihr zwei verschiedene hoch dosierte Antibiotika verabreichen. Sollte es zu einer Verschlechterung kommen, muss Sofia umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Das ist eine ziemliche Verantwortung. Können Sie sich das vorstellen?“ Auch wenn Emily noch sauer auf Sofia war, wegen der Show, die sie vorhin abgezogen hatte, wollte sie alles tun, damit es ihr schnell besser ging und um ihr den Krankenhausaufenthalt zu ersparen. „Ich werde alles machen, was Sie von mir verlangen, Herr Doktor“ versprach Emily und meinte es auch so.

Engerl oder Bengerl?

Einen frechen kleinen Gruß schickt euch frecher kleiner Krampus.

Gerade noch rechtzeitig bin ich mit der Geschichte fertig geworden. Ich hab‘ wirklich bis zur letzten Minute getippt und hoffe, dass euch das Ergbnis gefällt. – Lana

6:00 Uhr morgens im Marienkrankenhaus. Gähnend saß die äußerst attraktive Schwester Larissa am Computer und dokumentierte die letzten Pflegeberichte ihres Nachtdienstes sorgfältig ein. Sie reckte und streckte sich, um ihre Verspannungen und Rückenschmerzen etwas zu lindern, doch heute schien das nichts zu helfen. Die Arbeit auf der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie stellte eine echte Herausforderung für sie dar, vor allem körperlich. Schon seit Beginn auf der neuen Station vor drei Monaten quälten sie immer wieder starke Rückenschmerzen. Pilates und Wärmeanwendungen halfen ihr oft, dass die Beschwerden ein erträgliches Ausmaß annahmen, aber seit zwei Wochen kam sie ohne Schmerzmittel nicht mehr aus.
Sie tippte bereits die letzten Zeilen ein, als sich plötzlich Lukas, der junge Assistenzarzt neben sie auf den freien Drehsessel fallen ließ. „Und, war noch was Besonderes oder sollte ich noch irgendetwas vor der Morgenbesprechung wissen?“, fragte er nach. „Nein, wenn was Dringendes gewesen wäre, hätten wir dich angerufen“, gab sie trocken zurück. Es war nicht so, dass sie Lukas nicht leiden konnte. Eigentlich war er sehr um sie bemüht und versuchte ständig, mit ihr zu flirten, was ihm meist gründlich misslang. Mit seiner etwas anhänglichen Art empfand sie ihn einfach als anstrengend. Außerdem war Lukas einfach nicht ihr Typ. Obwohl er über 1,80m groß war, was der hübschen Krankenschwester schon gefiel, war ihr sein sonstiges Aussehen einfach zu brav. Die blonden kurzen Haare, die rahmenlose Brille, dahinter wasserblaue Augen. Genau so gut könnte auf seinem Mitarbeiterausweis statt Dr. Lukas Fromm (ach, wie passend) auch einfach „Heiliger Lukas“ stehen. Larissa stand nun mal auf Bad Boys. Ungeachtet seiner Präsenz holte sie einen Blister aus ihrer Kitteltasche hervor. Sie drückte sich eine Schmerztablette raus und spülte sie mit einem Schluck kalten Kaffees runter. Tadelnd schüttelte Lukas den Kopf. „Meinst du nicht, dass das ein bisschen übertrieben ist, vor allem auf nüchternen Magen? Außerdem fährst du bald nach Hause und kannst dich ausruhen“, meinte er und musterte sie von der Seite. „Nein, finde ich eigentlich nicht. Für starke Rückenschmerzen genau das Richtige. Und wenn du es so genau wissen musst, ich hab‘ heute noch etwas vor und will mich nicht den ganzen Tag mit den Schmerzen quälen“, lautete ihre knappe Antwort. Seit Wochen schon redete sie von nichts Anderem, als dem Badener Perchtenlauf. „Deine Rückenschmerzen kommen vielleicht von zu viel Sex“ meinte er zunächst noch mit einem Schmunzeln im Gesicht. Im nächsten Moment, als ihm bewusst geworden war, was er da schon wieder von sich gegeben hatte, wäre er am liebsten im Boden versunken. Überrascht über seine Aussage sah sie ihn an, hatte jedoch sofort die passende Antwort parat: „Kann schon sein. Sex ist gefährlich. Sex kann dich töten. Weißt du eigentlich, was der menschliche Körper währenddessen alles durchmacht?“ Sie wartete seine wahrscheinlich gestammelte Antwort gar nicht erst ab und fuhr unbeirrt fort während sie langsam aufstand und von oben auf ihn herab sah. Sie kam etwas näher auf ihn zu und ihr pralles Dekolleté fiel genau in sein Blickfeld: „Die Pupillen werden weit, die Arterien ziehen sich zusammen und das Herz rast, was den Blutdruck in die Höhe schießen lässt. Die Körpertemperatur steigt, die Atmung wird schnell und flach. Zugleich feuert das Gehirn unendlich viele elektrische Impulse ab. Sekretdrüsen arbeiten auf Hochtouren und die Muskeln verkrampfen. Es ist einfach brutal und auch irgendwie ekelig. Wenn es nicht so wahnsinnig viel Spass machen würde, wäre die Menschheit vielleicht schon ausgestorben.“ Fassungslos starrte Lukas sie an. Seine Atmung ging schnell und flach. Die Diplomkrankenschwester hatte den braven Assistenzarzt komplett aus der Fassung gebracht.
Triumphierend ließ sie ihn zurück und machte sich auf den Weg ins Dienstzimmer zur Übergabe. Gedanklich war sie aber bereits beim Perchtenlauf am Abend.

Nachdem sich Larissa zuhause ausgeschlafen hatte, ließ sie sich ein schönes Schaumbad ein. Sie lehnte sich entspannt zurück und genoß die wohlige Wärme, die sie umgab. Momentan waren ihre Rückenschmerzen tatsächlich nicht so schlimm. Vorbeugend würde sie aber noch eine Tablette einnehmen, bervor sie nach Baden zur Adventmeile fuhr. Nach dem Bad schlüpfte sie in ihre neue schwarze Skinny-Strech-Hose, die ihre weiblichen Rundungen perfekt umschmeichelte. Dazu trug sie ihren roten Winterpullover. Nachdem sie Make-up aufgelegt hatte, zauberte sie ein paar große Locken in ihr schulterlanges Haar. Die dunkelbraunen Locken umspielten ihr hübsches Gesicht. Zufrieden betrachtete sie ihr Spiegelbild, schnappte sich ihren ebenfalls roten Mantel und die dazu passende Handtasche und verließ ihre Wohnung.
In Baden angekommen, hatte sie zum Glück gleich einen Parkplatz gefunden und suchte in der Menschenmenge nach ihrer Arbeitskollegin Elena, mit der sie sich für heute verabredet hatte. „Hey, da bist du ja, du siehst einfach super aus!“, begrüßte sie plötzlich eine bekannte Stimme hinter ihr. Larissa drehte sich zu ihrer Freundin um und umarmte sie zur Begrüßung. „Danke, aber du schaust auch sehr gut aus.“ Elena strahlte nach diesem Kompliment und meinte: „Aber ich bin heute nicht auf Aufriss“, und zwinkerte Larissa zu. „Ich hab‘ meinem Bruder ein Profilbild von dir gezeigt, und du hast ihm schon auf dem Foto verdammt gut gefallen“, fuhr Elena fort. „Das war aber nicht ausgemacht! Das ist ja unfair! Ich weiß ja auch nicht wie er aussieht!“, empörte sich Larissa mit gespielter Dramatik. „Keine Sorge, Stefan wird dir sicher gefallen, er ist hundertprozentig dein Typ! Vor allem, sobald er diese hässliche Maske einmal abgenommen hat“, lachte Elena. Dass er Larissa auch ganz sicher, oder vor allem mit der Maske gefallen würde, behielt sie für sich. Die beiden Freundinnen hatten noch etwas Zeit bis zum Beginn und holten sich je einen kräftigen Beerenpunsch zum Aufwärmen.

Mit einem Schlag dröhnte laute Musik aus den Lautsprechern und orangefarbener Rauch strömte aus den Nebelmaschinen in die Mitte der Fußgängerzone. Die ersten Perchten und Krampusse erschienen in den leuchtenden Rauchschwaden und rasselten mit ihren schweren Ketten. Für Larissa war die Luft ab diesem Moment wie elektrisiert. Die Bässe wummerten durch ihren Körper und ein wohliger Schauer lief ihr über den Rücken. Gleich darauf erschien ein monströser Festwagen. Ganz oben auf saß der Heilige Nikolaus, geknebelt und gefesselt. Plötzlich sprangen zwanzig zottelige Gestalten mit hässlichen Fratzen vom Wagen herunter und stürmten auf die Zuschauer zu, um ihnen Angst einzujagen. Einer von ihnen stach jedoch deutlich mit seiner aufwendig gearbeiteten Maske hervor und blieb auch von Larissa nicht unbemerkt. Grüne Augen leuchteten aus den Tiefen der Augenhöhlen während der Mund zu einem diabolischen Grinsen geschnitzt war. Der Perchte trug einen langen schwarzen langen Ziegenbart und war mit einem dunklen Fell bekleidet. Um seine Hüften schwangen schwere Eisenketten. Larissa konnte ihren Blick nicht mehr von ihm abwenden, so fasziniert war sie. Offensichtlich hatte er ihren Blick gespürt, denn in großen Schritten kam er auf sie zu und schlug spielerisch mit seiner Rute nach ihr. Er deutete, sie solle über die Absperrung zu ihm rüber klettern. Sie tauschte einen fragenden Blick mit Elena aus, die ihr auffordernd zunickte. „Wow, Elenas Bruder lässt wohl tatsächlich nichts anbrennen“, dachte sie sich. Er half ihr über das Gitter und warf sie sich über die Schulter. Während er sie zum Festwagen schleppte, verpasste er ihr mit seiner Rute ein paar Hiebe auf den Hintern. Larissa kreischte vor Vergnügen auf. Die Vorschau auf den weiteren Abend gefiel ihr schon ein mal. Ihr Unterleib kribbelte bereits in freudiger Erwartung Die Parade zog weiter durch die Innenstadt. Die Musik schien immer lauter zu werden und die Stimmung war am Höhepunkt angelangt. Auch einige andere Perchten hatten sich weibliche Opfer aus dem Publikum geangelt und auf den Festwagen verschleppt. Am Ende der Fußgängerzone wurde es noch einmal richtig laut. Trommeln schlugen rhythmisch im Takt, die Ketten rasselten wild und aus den Maschinen zischte der Qualm nur so hervor. Larissa wurde plötzlich von zwei starken Händen gepackt und vom Wagen runter gehoben. Kurzerhand legte er sie sich wieder um die Schulter und trug sie ein kurzes Stück bis sie aus der Menschenmenge verschwunden waren. „Das war ja eine echt geile Show“, gab Larissa ganz begeistert von sich. „Was hältst du noch von einer kleinen Privatvorführung?“, fragte er durch seine Maske hindurch. „Ich denke, das würde mir gefallen“, antworte sie und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Sie hakte sich bei ihm unter und so gingen sie noch ein paar Straßen weiter, bis er sie zu einem Hauseingang führte. Larissa kannte sich in dieser Gegend nicht besonders gut aus, aber nachdem es sich um Elenas Bruder handelte, machte sie sich darüber keine weiteren Gedanken. Stefan schloss das Haustor auf und führte sie hinein. Sie mussten noch 2 Stöcke hoch bis sie vor der Wohnungstüre standen. Sie traten in die kleine Wohnung ein und während Larissa gleich aus ihrem Mantel schlüpfte und ihn in der Gaderobe aufging, blieb Stefan völlig bekleidet neben ihr stehen. Lediglich die Eisenketten legte er ab. Larissas Handy piepte ein paar Mal hintereinander um ihr entgangene Anrufe und ein paar Nachrichten zu melden. Sie wollte gerade nach ihrem Smartphone greifen als Stefan sie bestimmt am Hals packte. „Du magst es doch gern ein bisschen wilder, oder?“ Sie nickte und ließ das Telefon, ohne auf das Display zu zu sehen, zurück in die Handtasche gleiten. Geschickt stellte sie es noch auf lautlos, um nicht nochmals gestört zu werden. Er lockerte seinen Griff an ihrem Hals und fuhr mit seinen langen Krallen an ihrer pulsierenden Halschlagader entlang. Larissas Herz klopft wie wild in ihrer Brust. Sie war zu tiefst erregt, doch gleichzeitig hatte sie auch ein wenig Angst. Sie war bisher noch nie mit einem fremden Mann einfach so mitgegangen.
Larissa spielte an seinem falschen Bart herum und wollte ihm schon die Maske abnehmen, doch er hielt sie davon ab. „Du scheinst ein ganz freches Luder zu sein und du magst es offenbar, wenn man dir den Hintern so richtig versohlt, also komm, runter mit der Hose!“ Im Berufsleben mochte sie nicht so gerne, einfach irgendwelchen Aufforderungen nachzukommen, aber im Schlafzimmer fiel ihr das ganz leicht. Gehorsam drehte sie sich um, sodass sie ihm den Rücken zuwandte. Langsam öffnete sie ihre Hose und schob sie nur ein kleines bisschen tiefer. Auch wenn sie folgsam sein würde, so mochte sie es doch, ein wenig mit dem Feuer zu spielen. Sie schlüpfte aus ihrem roten Pullover und trug darunter nur ein schwarzes Tanktop. Dann wackelte sie mit ihrem süßen Po ganz langsam hin und her, während sie sich galant ihrer Hose entledigte.
Bestimmt, aber doch auch gefühlvoll führte er sie zum Sofa. „Beug dich mit dem Oberkörper über die Lehne und mach die Beine breit“, kommandierte er hinter seiner Maske. Sie gehorchte und spürte schon die beginnende Nässe in ihrem Tanga. Mit seiner Rute striff er zunächst ihren linken schlanken Knöchel entlang, um dann die Innenseite ihres Schenkels zu tätscheln. Zärtlich klatschte er mit seiner Rute ein paar mal gegen ihren Schritt, was sie vor Lustschmerzen aufschreien ließ. Er genoß es, sie lustvoll zu quälen und strich nun ihr rechtes Bein hinab. Am liebsten hätte er sich schon jetzt auf der Stelle sein warmes Kostüm vom Leib gerissen, um über sie herzufallen. Aber ein wenig musste er sich noch gedulden, obwohl es langsam aber sicher eng in seiner Hose wurde.
Schon im Vorfeld hatte er sich ein paar Dinge zurecht gelegt, so sicher war er sich, dass Larissa heute mit ihm mitkommen würde. Er griff nach der schwarzen Augenbinde und versuchte sie ihr von hinten anzulegen. „Das ist nicht fair, ich kann dich ja dann gar nicht sehen, wenn du endlich dein Kostüm ausziehst“ zierte sie sich ein wenig. „Willst du mich lieber sehen oder tief in dir spüren?“, fragte er mit rauchiger Stimme. Diesem Argument konnte sie nichts entgegenbringen, also ließ sie sich artig die Augenbinde überstreifen. Nun hatte er es furchtbar eilig, endlich sein zotteliges Fell loszuwerden, nur seine Maske behielt er noch immer auf. „Zieh dein T-Shirt aus“, befahl er ihr, nachdem er schon nackt und bereit hinter ihr stand. Eigentlich wollte sie wieder etwas Aufmüpfiges darauf entgegnen, entschied sich jedoch anders. Sie war schon so geil, dass sie glaubte, das Vibrieren ihres Unterleibes hören zu können. Larissa lehnte noch immer über dem Sofa und schob ihm ihr Becken entgegen. Die Zeit in der er ein Kondom über seinen harten Schwanz rollte, kam ihr unendlich lang vor. Sie konnte nicht länger warten. „Stefan, bitte quäl mich nicht länger, ich bin schon soo bereit“, hauchte sie. Einen Moment lang schien er zu zögern, bevor er den dünnen String beiseite schob, sie an den Hüften packte und endlich in sie eindrang. Sein harter Schwanz füllte sie komplett aus, als er ganz tief in ihr war. Mit einer Hand griff er an ihre Kehle und übte leichten Druck aus. Sie atmete jetzt schon schnell und presste ein bisschen gegen seine Hand an ihrem Hals, aber er schien zu wissen, was er tat. Dass er so dermaßen Besitz von ihr ergriff und ganz Herr der Lage war, raubte ihr beinahe die Luft zum Atmen. Während er sie langsam von hinten fickte, dachte sie schon, es konnte kaum noch besser werden, als er mit seiner zweiten Hand an in ihrer Brustwarze zu spielen begann. Zunächst zwirbelte er sie ein wenig gekonnt zwischen seinen Fingern. Dann drückte er sie immer wieder ein bisschen nach innen und zwickte sie ganz leicht hinein. Larissa fühlte sich in fachmännischen Händen. Sie spürte schon die Vorboten eines Orgasmus, die auch ihm nicht entgangen waren. Doch anstatt sie zum Höhepunkt zu treiben, zog er sich aus ihr zurück. Keuchend fasste sie nach hinten und bekam nur seine festen Oberschenkel zu greifen. „Fick mich weiter, bitte“, flehte sie ihn an. „Dein Wunsch ist mir Befehl“, antwortete er und stieß von hinten wieder in sie rein. Voller Erleichtertung darüber, dass er sie nicht weiter quälte, stöhnte sie auf. Er bewegte sich nur ganz langsam in ihr vor und zurück. Dafür fasste er nun nach vorne, um ihre Klitoris zu massieren. Sie pulsierte gegen seine Finger, als ob sie jeden Moment explodieren würde. Zusätzlich zu seinem Penis führte er noch einen Finger in ihre Pussy ein. Er begann sie schneller zu ficken und rieb ihren Lustpunkt. Langsam zog er seinen Finger aus ihrer nassen Spalte und steckte ihn ihr in den Mund. „Lutsch deinen Saft“, bestimmte er. Artig folgte sie einem Befehl. Zur Belohnung fickte er sie nun schell und hart. Mit Schwung packte er sie an ihren Haaren, zog ihren Kopf nach hinten und küsste sie auf ihren wunderschönen Hals. Sie fühlte die Hitze in ihr aufsteigen kurz bevor ihr gesamter Unterleib rhythmisch zu zucken begann. „Oh ja, oh ja“, stöhnte sie und krallte ihre Fingernägel in das Sofa. Auch er stöhnte lauthals, als er seinen Höhepunkt erreicht hatte. Noch ein paar mal stieß er zu, bevor er sich auf sie nieder ließ. Mit den Armen stützte er sich ab, um ihr nicht weh zu tun. Ihr Atem ging immer noch stoßweise als sie ihn fragte, ob sie nun die Augenbinde abnehmen konnte. „Eine Moment noch, ich sage dir gleich, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.“, antwortete er ihr, ebenso erschöpft und außer Atem. Er nahm die Maske ab und war froh, das Ding endlich los zu sein. Es war ganz schön heiß darunter gewesen. Nachdem er die Maske auf dem Couchtisch abgelegt hatte, bückte er sich zu ihr hergab und küsste sie zum ersten Mal an diesem Abend innig auf den Mund. Sie schmeckte so, wie er es gehofft hatte: süß und warm und ein bisschen verrucht. Langsam löste er sich von ihr und gab ihr noch einen Kuss und einen Klaps auf ihren göttlichen Hintern. Dann sprang er auf und verschwand im Badezimmer. „Ich bin nur schnell duschen. Nimm ruhig die Augenbinde ab und fühl dich ganz wie zuhause. Ich bin gleich wieder da.“, rief er durch die geschlossene Türe. „Ich warte auf dich und dann folgt die zweite Runde“, rief sie lachend zurück.

Sie nahm die Decke, die auf dem Sofa lag und wickelte sich darin ein. Neugierig wie sie war, schlich sie durch die Wohnung. Vielleicht hingen hier ja ein paar Fotos von ihrem bösen Buben. Sie kam nicht weit, denn sie hörte ihr Handy in ihrer Handtasche vibrieren. Sie sah nochmal zur Badezimmertür hinüber, sie wollte schließlich nicht unhöflich sein. Aber Stefan schien immer noch zu duschen, also schnappte sie sich ihr Smartphone.
10 entgangene Anrufe, 1 Sprachnachricht und 5 WhatsApp-Nachrichten – alle von Elena. Oh Gott, hoffentlich ist ihr nichts passiert, dachte sie sich voller Sorgen und begann mit dem Lesen der Messages:

„Hey Süße, wo bist du?“

„Oh Mann, du hast sicher dein Handy wieder auf lautlos, bin beim Punschstand 666 und warte dort auf dich 😈“

Hallo??? Ich friere mir hier meinen Hintern ab, wo steckst du???

„Also Stefan ist schon da, nach der Demaskierung, wo zum Henker bist du???“

„Larissa,ich erreich dich nicht! Ruf mich sofort zurück, wenn du das gelesen hast!!!“

Was meinte Elena mit „Stefan ist schon da“? Das konnte doch gar nicht sein, es sei denn… Langsam dämmerte Larissa, was wohl die andere Möglichkeit sein musste und pure Angst stieg in ihr hoch. Ihr Fluchtinstinkt nahm nun überhand. Wie verrückt rüttelte sie an der Tür, doch die war fest versperrt. Im Wohnzimmer gab es nur ein schmales Längsfenster, ähnlich wie in einer Sauna, das sich über die gesamte Wand erstreckte. Es schien keine Möglichkeit zu geben, dieses zu öffnen. Von Panik erfasst, stürmte sie ins nächste Zimmer. Vor Schreck fiel ihr das Handy aus der Hand, denn was sie hier sah, schnürte ihr die Kehle zu. Sie fühlte sich dem Untergang geweiht, als sie auf dem Bett einen offenen Arztkoffer vorfand. Auf einem Tablett lagen verschiedene Spritzen mit unterschiedlich langen Nadeln. Am Kopfende baumelten Fesseln, wie Larissa sie von der psychiatrischen Abteilung kannte. Einen Moment lang stand sie wie gelähmt einfach nur da und starrte auf das weitere medizinische Equipment, das im Schlafzimmer verteilt herumlag. Plötzlich setzte ihr Verstand wieder ein. Sie musste unbedingt Hilfe holen, so lange sie es noch konnte. Rasch bückte sie sich und griff nach ihrem Handy. Beim Hochschnellen musste sie sich wohl verrissen haben, denn ein stechender Schmerz durchlief sie wie ein Blitz. Darauf konnte sie jetzt nicht viel Rücksicht nehmen. Mit einer Hand hielt sie sich die schmerzende Stelle und mit der anderen wählte sie Elenas Nummer. Während sie auf das Rufzeichen drückte, erklang eine Stimme hinter ihr: „Beende den Anruf, sofort.“. Irgendwie kam ihr diese Stimme bekannt vor, sie konnte sie jedoch nicht so richtig einordnen. Wie ferngesteuert drückte sie die rote Taste und gab somit ihre letzte Chance auf Rettung auf. „Sehr gut, und jetzt dreh dich zu mir um und gib mir dein Handy.“ Innerlich wappnete sich Larissa, ihrem Peiniger ins Gesicht zusehen. Sie hatte mit allem Möglichen gerechnet, aber nicht mit der Gestalt die vor ihr stand.
Lukas, der nur ein Handtuch um seine Hüften trug, hob beide Arme entwaffnend hoch und wollte gearde etwas sagen, doch Larissa viel ihm ins Wort. „DU???“ schrie sie völlig hysterisch. „DU warst das die ganze Zeit über? Ich glaub’s einfach nicht! Und das hier?“, sie machte eine ausschweifende Handbewegung durch den Raum. „Was soll das alles? Willst du mich etwa umbringen?“. Die schrecklichsten Szenarien aus unterschiedlichsten Horrorfilmen liefen vor ihrem geistigen Auge ab. Vorsichtig machte Lukas einen Schritt auf sie zu. „Bleib mir ja weg vom Leib“, schrie sie ihn erneut an und griff nach dem erstbesten Gegenstand, den sie auf dem Bett hinter sich zu fassen bekam. Leider war es nur ein Stethoskop mit dem sie nun wie von der Tarantel gestochen vor seinem Gesicht herumfuchtelte. „Was willst du denn damit? Mich etwa zu Tode abhören?“, lachte er und nahm ihr das Ding aus der Hand. Kreidebleich und zitternd stand sie vor ihm. „Komm, lass uns ins Wohnzimmer gehen, dann werde ich dir alles erklären.“, sagte er mit ruhiger Stimme und führte sie nach nebenan. Total erschöpft ließ sie sich auf das Sofa sinken. Tränen schimmerten bereits in ihren Augen. „Ich zieh mir nur schnell etwas an“, erklärte Lukas und verschwand nochmal im Schlafzimmer. Einen Augenblick später stand er in Jeans gekleidet und mit nacktem Oberkörper vor ihr. Er setzte sich ihr gegenüber auf den Couchtisch und erzählte ihr einfach alles. Von seinen Gefühlen für sie, die er vom ersten Tag an für sie gehabt hatte. Von den unzähligen fehlgeschlagenen Versuchen, sie um ein Date zu bitten. Er erzählte ihr auch, dass er eine Unterhaltung zwischen ihr und Elena mitbekommen hatte, in der sie ihn den Heilgen Lukas genannt und sich über ihn lustig gemacht hatte. Er wusste schon längst, dass sie auf böse Jungs stand. Aber er hatte gehofft, bei einem gemeinsamen Essen das Eis brechen und ihr zumindest andeutungsweise klarmachen zu können, dass er nicht so brav war, wie er aussah. Und dann kam für ihn die perfekte Gelegenheit. Sein Bruder, der Mitglied der Weigelsdorfer Wicked Devils war, hatte sich das Bein gebrochen und konnte daher nicht beim Badener Perchtenlauf teilnehmen. Für Lukas schien das die Gelegenheit zu sein, Larissa endlich näher zu kommen. Obwohl er bei seinen Vorbereitungen äußerst optimistisch gewesen war, wunderte es ihn nun rückblickend doch, wie leichtfertig Larissa mit ihm mitgekommen war und schon alleine dafür würde er sie liebend gerne übers Knie legen. Mittlerweile hatte Larissa sich etwas beruhigt und konnte nun auch ihm den nicht unwesentlichen Part ihrer Geschichte erzählen. Nachdem Lukas erfahren hatte, dass sich Larissa auf ein Blind Date mit Elenas Bruder eingelassen hatte, wurde ihm so einiges klar. „Du solltest vielleicht Elena schreiben, dass alles ok ist“. Mit diesen Worten gab Lukas ihr das Handy zurück. Sofort fing sie an, wild drauf los zu tippen. Die Kurzfassung musste für heute reichen, Details würden morgen folgen.
„Was ich jetzt aber immer nicht nicht verstehe, ist, was du mit dem ganz Zeug da drüben vor hattest“, meinte Larissa verlegen und deutete mit ihrem Kopf in Richtung Schlafzimmer. „Das ist eigentlich ganz einfach. Nachdem du dich schon seit längerem mit deinen Rückenschmerzen herumschlägst, wollte ich mir das heute noch etwas genauer ansehen und dich auch gleich infiltrieren. Die vielen Tabletten, die du im Moment so schluckst, sind einfach nicht gut für deinen Magen. Aber ich schätze für heute hattest du schon genug Aufregung.“

„Um ehrlich zu sein, ich hab‘ mir vorhin irgendwas verrissen und…“ sie brach ab und konnte nicht mehr weiter sprechen. „Es ist ok, um Hilfe zu bitten, Larissa. Du musst nicht immer die Starke, Unabhängige und Unnahbare spielen. Lass dir doch einfach von jemandem helfen, der seit der ersten Begegnung einfach nur für dich da sein wollte“. Er zog sie in seine Arm und merkte wie plötzlich eine gewaltige Last von ihr abzufallen schien. Leise schluchzte sie an seiner Schulter. Noch nie hatte sie sich von einem Mann so verstanden gefühlt. Nach einer Weile lehnte sie einfach nur so an ihm und atmete wieder ruhig und gleichmäßig. „Wollen wir uns mal um deinen Rücken kümmern?“, fragte er. „Ja, Herr Doktor“, antwortete sie verlegen und sah ihn schüchtern von der Seite an. „Oh, Larissa würde wohl mit der Zeit eine hervorragende WE-Patientin abgegeben“, dachte sich Lukas im Stillen. Aber dieses Geheimnis würde er vorerst noch für sich behalten. Lukas ging nach nebenan und holte das Tablett mit den vorbereiteten Spritzen und seinen Reflexhammer. Rasch führte er noch eine kurze Anamnese durch, doch die meisten Fragen konnte er sich selbst beantworten. Durch ihre enge Zusammenarbeit und sein hervorragendes Beobachtungsvermögen wusste er das Meiste bereits. „Leg dich bitte hin, ich werde dich noch untersuchen, bevor ich dir die Injektionen verabreiche“, bat er seine süße Privatpatientin. Sie machte, was er von ihr verlangte, blieb jedoch in die leichte Wolldecke gehüllt und machte keine Anstalten, diese abzulegen. „Da stört noch etwas“, bemerkte er lächelnd und zog an der Decke an. Larissa schob sie widerwillig beiseite und lag nun nur mit ihrem dünnen Tange bekleidet auf dem Sofa. Lukas war noch mal ins Schlafzimmer gegen. Als er zurück kam, trug er ein weißes Poloshirt und reichte Larissa ein weinrotes T-Shirt zum überziehen. Dankbar nahm sie es und schlüpfte hinein. Es roch frisch gewaschen und trotzdem ein bisschen nach Lukas. Es fühlte sich zwar ungewohnt aber zugleich auch ihrgendwie vertraut an, sein T-Shirt zu tragen. „Larissa, heb mal dein linkes Bein gestreckt nach oben – sehr gut und jetzt das rechte.“ Er verhielt sich äußerst professionell, genauso wie sie ihn auch aus dem Krankenhaus kannte. Er stand auf und platzierte sich am Ende des Sofas. Mit seinen Händen griff er nach ihren zierlichen Vorfüßen., dabei fielen ihm ihre rot lackierten Nägel auf. „Beide Großzehen anziehen, so fest du kannst- sehr gut“. Dann wechselten seine Hände die Position. „Und jetzt dagegen drücken…“. „also würde ich auf die Pedale treten“, vervollständigte sie seine Anweisung. Larissa würde tatsächliche eine wundervolle WE-Patientin abgeben, schoss es ihm erneut durch den Kopf. Falls er Recht hatte, könnten sie eine Menge Spass zusammen haben. Als nächstes strich er mit seinen Händen ihre Unterschenkel entlang und musste unweigerlich daran denken, wie er es zuvor mit der Rute getan hatte. „Wie ist das vom Gefühl her?“, wollte er wissen. „Mmmh, fühlt sich sehr gut an und erinnert mich an vorhin“, antwortete sie etwas heiser und lächelte ihn an. Er neigte seinen Kopf zur Seite und schenkte ihr einen tadelnden Blick. „Kein Taubheitsgefühl, das war wohl eher, was du hören wolltest, oder?“. Er nickte nur und malte sich schon aus, wie gemeinsame Doktorspielchen aussehen könnten. „So, jetzt prüfe ich noch deine Reflexe – auch hier scheint alles in Ordung zu sein“, erklärte er und legte den Reflexhammer wieder beiseite. „Nun werde dir etwas Schmerzlinderndes und zugleich Entzüngunshemmendes ins Iliosakralgelenk, genauer gesagt in den Gelenkspalt spritzen.“ „Aua nein, das wirst du ganz sicher nicht, das tut ja weh!“, versuchte sie sich zu widersetzen. „Ich werde dich jetzt infiltrieren und ich sage dir auch warum. Ich habe nicht nur gehört, wie du mich vor Elena den „Heilegen Lukas“ genannt hast. Ich habe auch gehört, wie du später ihm Gespräch gesagt hast, dass ich ein guter Arzt bin und aus deinem Munde will das etwas heißen. Du wirst mir doch jetzt nicht erklären wollen, dass das gelogen war, oder etwa doch?“. Erstaunt sah sie ihn an und schüttelte nur ihren Kopf. „Auch wenn es dir schwer fällt, mir nach diesem Abend zu vertrauen, stell dich kurz vor mich hin“, wies er sie an. Sie kam seiner Aufforderung nach. „Mit einem kalten Tupfer desinfizierte er ihre Haut auf der sich sogleich die zarten Härchen aufstellten. Rasch verpasste er ihr mit geübter Hand die drei Injektionen. Lukas war überrascht, dass sie die Inflitration so einfach über sich ergehen ließ, er hätte sie viel trotziger eingeschätzt. Aber vielleicht ging es ihr tatsächlich nicht gut genug, um ihrer sonst etwas zickigen Art freien Lauf zu lassen. Er war so flink, dass sie sich über das Pieksen erst viel zu spät beklagte, nämlich erst dann, als bereits alles vorbei war und er die Einstichstellen mit kleinen Pflastern versorgte. „Du bist eine echt lausige Schauspielerin“ sagte er lachend und zog sie auf seinen Schoß. Sie drehte sich zu ihm und and sah ihn lange an als ob sie sich jedes Detail seines Gesichts einprägen wollte. Auf einmal wusste sie gar nicht mehr, was sie so schlimm an blonden kurzen Haaren und wasserblauen Augen gefunden hatte.

Praxis in der City

Diese Story ist als Parodie zu verstehen und bezieht sich auf die liebenswerte und manchmal auch etwas schrullige Community

auf zity.biz. „Outsider“ werden mit dem Inhalt eher weniger anfangen können.

Jede Ähnlichkeit zu realen Charakteren ist rein zufälliger Natur und ohne böse Absicht. Beim Schreiben dieser Geschichte sind keine User zu Schaden gekommen

Viel Spass beim Lesen!

LG,

Lana

Etwas unsicher drückte ich den Knopf der Gegensprechanlage. Ich war ein bisschen nervös, schließlich war dies mein erster Arbeitstag in der in Gemeinschaftspraxis von Dr. Sommer und Dr. Winter. Die Tür wurde mit einem Summen geöffnet und ich trat ein. Neugierig beäugten mich die wartenden Patienten als ich an ihnnen vorbei in die Praxis ging. Eleonora, eine erfahrene Krankenschwester, arbeitete als Arzthelferin in der Ordination. Wir stellten uns einander vor und dann zeigte sie mir, wo ich mich umziehen konnte. Die Ärzte waren schon in den jeweiligen Behandlungsräumen.

„Am Freitag kommen unsere ganz besonderen Patienten, musst du wissen“ erklärte mir Eleonora. Auf meine Frage hin, ob sie damit Privatpatienten meine, zwinkerte sie mir zu und sagte: „Ja, so in der Art“. „Womit soll ich denn anfangen?“ fragte ich voller Eifer. „Valentina, heute schaust du hauptsächlich nur zu und lernst einmal unsere Patienten kennen. Sie haben alle sehr unterschiedliche und spezielle Vorlieben, die wir berücksichtigen wollen.“ Nach einem Blick auf die Uhr, schickte sie mich die Tür der Ordination für die Patienten zu öffnen. Zurück am Schalter, schob sie mir einen Bürohocker heran und ich nahm neben ihr Platz. Da kam auch gleich ein Herr in Anzughose, weißem Hemd und Krawatte gekleidet an den Schalter. „Guten Tag Herr W. Sie brauchen wieder ihre übliche Therapie?“ Grinsend sah er mich an und nickte zustimmend. „Gut, sie können schon zur Frau Doktor Sommer rein gehen, sie erwartet Sie bereits. Damit verschwand Herr W. im Behandlungsraum 1. Eleonora wandte sich mir zu. „Das ist einer unser langjährigsten Patienten. Er kommt jede Woche her, um seine „Vitaminspritzen“ zu erhalten. Er ist Kassenpatient und möchte die Medivitan-Spritzen nicht privat zahlen. Deswegen bekommt er nur gekühltes NaCl“. Ich wusste nicht genau, wie ich reagieren sollte. „Aber die helfen ihm dann doch gar nicht“ warf ich ein. „Doch, doch, aber auf einer ganz anderen Ebene“ beruhigte mich die Krankenschwester und sah mich mit einem amüsierten Lächeln an. „Am liebsten hat er es, wenn die Frau Doktor etwas streng mit ihm ist. Und, er tut immer so, als wäre er ganz überrascht, dass er jetzt eine Spritze braucht“ erzählte Eleonora weiter. „Nächste Woche kannst du Frau Dokotor Sommer assistieren und ihn festhalten, da wird er sich besonders freuen“ fügte sie noch hinzu. Ich fand das ein wenig merkwürdig, doch ich hatte gar nicht erst die Möglichkeit, genauer nachzufragen.

Da schritten plötzlich zwei Herren in weißen Tunikas und mt Lorbeerkränzen auf den Köpfen an uns vorbei und nahmen gleich direkt im Wartezimmer Platz. Die Fragezeichen standen mir ins Gesicht geschrieben. „Ah ja, die zwei sind ganz harmlos. Sie halten sich für römische Götter und verbringen die meiste Zeit im Warteraum. Dort diskutieren sie über Gott und die Welt. Sie treffen sich hier öfter auch mit anderen Herren und besprechen alle erdenklichen Arten von Einläufen.“ Mir fiel die Kinnlade runter, darauf hatte ich keinen Kommentar parat. Langsam musste ich mich fragen, was für eine Art Praxis das hier war.

Dann stand plötzlich eine junge Frau vor mir. Sie sah ganz normal aus. Eleonora nickte ihr wissend zu und bat sie, gleich weiter in Behandlungsraum 2 zu gehen. „Das wird etwas länger dauern. Frau L. wünscht sich immer sehr ausführliche Untersuchungen. Dr. Winter betreut sie zwar erst seit etwa eineinhalb Jahren, aber er dürfte seine Sache sehr gut machen. Sie verlässt die Praxis immer mit einem zufriedenen Lächeln.“ „Um himmels Willen, was macht er denn mit ihr da drinnen?“ fragte ich und konnte meine Empörung nicht verbergen. „Im Prinzip nimmt er sich sehr viel Zeit für seine Patienten, ist einfühlsam und geht auf ihre Wünsch ein. Zum Beispiel simuliert Frau L. In regelmäßigen Abständen eine Blinddarmentzündung, nur um rektal gemessen zu werden“ sagte Eleonora, als ob dies ganz selbstverständlich wäre. „Das ist aber auch ein bisschen seltsam“ bemerkte ich spitz. „Viel seltsamer ist, dass ihr der Blinddarm schon als Kind entfernt wurde“ kicherte die sonst so professionelle Krankenschwester.

In der Zwischenzeit war Herr W. mit seiner Behandlung fertig. Mit leidendem Gesichtsausdruck verließ er die Praxis und rieb sich seine schmerzende Pobacke. Da stand auch schon wieder der nächste Patient, gekleidet in Sportklamotten und Laufschuhen, am Schalter. „Guten Tag Herr Rs, wie ich sehe, sind Sie ja bestens vorbereitet“ begrüßte Eleonora den jungen Mann. „Kommen Sie bitte mit, Behandlungsraum 3, hier wird die Ergometrie durchgeführt. Ich schließe Sie mal ans EKG-Gerät an und die Frau Doktor kommt dann zu Ihnen. Übrigens, sie trägt heute einen schwarzen Spitzen-BH“ hörte ich meine Kollegin noch sagen, bevor sie die Tür hinter sich schloss.

Einen Augenblick später kam ein älterer Mann in die Praxis herein. Freudig kam er auf mich zu und fragte mich, wie es mir ging. Ich war etwas überrascht von dieser Frage und gestand, dass ich ein wenig müde war. Das alles hier war neu für mich und ich bemühte mich, mir möglichst viel zu merken. Er lehnte sich an der Theke an, während er mich zu mustern schien. „Haben Sie schon mal Rizinusöl eingenommen?“ Irgendwie fehlte mir da jetzt der Kontext und ich schüttelte schweigend den Kopf. „Ich sag‘ Ihnen Fräulein, 60ml Rizinusöl ab und an bewirken wahre Wunder.“ Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte, aber das störte den Alten nicht. Unbeirrt fuhr er fort: “Rizinusöl kann auch täglich eingenommen werden. Mit Verlaub, ich halte es für unbedenklich und es bringt auch keinen Gewöhnungseffekt mit sich.“ Ich konnte mir gerade noch ein Gähnen unterdrücken, als Eleonora wieder neben mir auftauchte. „Ihre Bestellung, Herr Ri ist hinten im Lagerraum. Sind sie sicher, dass Sie den 60l-Kanister selbst transportieren wollen?“ Der alte Mann ließ meine Kollegin gar nicht weiter reden. „Ich maße es mir an, zu sagen, dass ich mich bester Gesundheit erfreue und diese Aufgabe mit Leichtigkeit meistern werden. Schließlich…“ „trinke ich jeden Tag mein Rizinusöl“ beendte Eleonora den Satz für ihn.

Die Patienten schienen sich heute die Türklinke gegenseitig in die Hand zu drücken. Schon stand wieder eine Frau vor mir. Sie sah mich kurz an, schüttelte den Kopf und ging direkt weiter ins Wartezimmer. „Wer war die Dame?“ wollte ich von meiner Kollegin wissen. „Ach ja, das ist die Frau C. Sie ist nicht direkt Patientin bei uns, aber sie kommt ab und zu vorbei. Dann lässt sie ein paar Kommentare fallen, befindet unsere Praxis für skurril und geht dann wieder.“ Vom Schalter aus konnte ich hören, dass die Frau sich im Wartezimmer mit den anderen Leuten unterhielt, konnte jedoch kein einziges Wort verstehen. Mein Versuch, dem Gespräch zu lauschen wurde vom nächsten Besucher unterbrochen.

Ein etwas älterer, jedoch charmanter Herr begrüßte mich überschwänglich und stellte sich auch gleich bei mir vor. Herr Doktor E. war hier ebenfalls kein Patient, sondern der Vertretungsarzt. Wir plauderten sehr nett miteinander und schließlich bot er mir auch eine ausführliche Gesundenuntersuchung an, inklusive Gyn-Vorsorge, gerne auch außerhalb der üblichen Ordinationszeiten. Ich versprach ihm, über sein Angebot nachzudenken. Er hatte noch ein wenig Zeit und holte einen großen Karton aus dem Auto. Eleonora bat mich, den Inhalt in den Kühlschrank zu räumen. Also verstaute ich genau 100 Packungen Diclofenac-Zäpfchen von Ratiopharm. „Was hat’s denn mit den vielen Zäpfchen auf sich?“ Obwohl meine Frage an die Krankenschwester gerichtet war, antwortete mir Dr. E.: Tja, das kann ich Ihnen schon sagen. Ich mach‘ hier in 2 Wochen die Praxisvertretung und dann hab‘ ich gerne einen Vorrat da“ erklärte er und zwinkerte mir dabei zu. „Schwester Valentina, ich freue mich schon auf die gemeinsame Zusammenarbeit! Baba und bis in 2 Wochen“ verabschiedete sich er von mir und weg war er.

Der Vorschlag einer „ausführlichen Gesundenuntersuchung“ war ja ganz interessant und gewiss etwas, worüber ich nachdenken würde. Aber das war nicht das Einzige. Die Eindrücke des Tages und die vielen besonderen Patienten, würden mir ebenfalls nicht so schnell aus dem Kopf gehen. Allesamt wirken sie ja ganz sympathisch. Ich bin definitiv schon auf meine nächsten Arbeitstage hier gespannt.

Sandra bekommt eine Spritze

Sandra war heute bei ihrer Gynäkologin die auch ihre Arbeitskollegin im Krankenhaus ist. Sie war etwas spät dran, aber hätte sich ruhig etwas Zeit lassen können. Noch ganze 40 Minuten musste sie warten, bis sie endlich an der Reihe war. Der Gedanke an die bevorstehende Spritze bereitete ihr Unbehagen und die Wartezeit verging qualvoll langsam. Hoffentlich würde die Ärztin heute nicht ihren Blutdruck kontrollieren. Endlich wurde sie ins Untersuchungszimmer gerufen. Nach einem ausführlichen anamnestischen Gespräch wurde Sandra zur Untersuchungsliege gebeten. „Mach‘ dich schon mal untenrum frei, ich bereite alles für den Abstrich vor“ sagte die Ärztin zu ihrer Patientin. Aus Bequemlichkeit zog Sandra ihre Hose und ihren pinkfarbenen Tanga bis zu den Knöcheln hinunter und legte sich auf die Liege. Auf dem Rücken liegend stellte sie die Beine auf und ließ sie locker zur Seite fallen. Als Frau Dr. Keller zu ihrer Patientin kam, hatte sie bereits eine gute Sicht auf ihre glatt rasierte Scham. Sie trug bereits Handschuhe und hatte ein langes Wattestäbchen in der Hand. Dieses führte sie so tief wie möglich ein. Es dauerte nicht lange und die Ärztin verpackte das Untersuchungsmaterial sachgemäß. „So Sandra, entspann dich mal. Schön locker lassen, ich mach’ gleich den Tastbefund.“ erklärte die Gynäkologin. Sie verteilte ausreichend Gleitgel auf ihrem rechten Mittel- und Zeigefinger und führte beide gefühlvoll in Sandras Vagina ein. Sie musste ihre Finger noch etwas weiter rein schieben. „Portio weich, gut verschieblich. S minus 5. So weit alles in bester Ordnung“. fasste sie das Ergebnis der manuellen Untersuchung zusammen. Sandra war froh, dass alles ok war. „So, wenn du dich jetzt auf die linke Seite drehen magst, kann ich dir auch gleich die Spritze rein jagen“ schlug sie mit einem freundlichen Lächeln vor. „Naja, nicht unbedingt rein jagen, wenns geht. Aber was sein muss, muss sein“ antwortete Sandra eher kleinlaut. Dr. Keller bereitete die Vitamin B Spritze vor und holte einen Tupfer zur Hautdesinfektion. Sandra lag halb nackt auf der Untersuchungsliege und zuckte zusammen als der nasse Tupfer ihre Pobacke berührte. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Dennoch versuchte sie sich zu entspannen. Die Ärztin ertastete die Punktionsstelle und wischte nochmals drüber. Reflexartig zog Sandra ihr Bein an und legte ihre zierliche Hand schützend über die vermeintliche Injektionsstelle. „Ganz ruhig, ist doch halb so schlimm“ versuchte die Frauenärztin ihre etwas ängstliche Patientin zu beruhigen. Sandra legte sich wieder brav in dieselbe Position wie zuvor. „Es tut mir leid, aber bei Spritzen kann ich einfach nicht anders“ erklärte sie entschuldigend. „Na du bist mir vielleicht eine Krankenschwester“ entgegnete Dr. Keller ein wenig belustigt ihrer Kollegin. Erneut desinfizierte sie den rechten äußeren Quadranten. Sehr behutsam setzte sie die Nadel an. „Achtung jetzt piekst es kurz.“ sprach die Ärztin eine freundliche Warnung aus. Sandra schloss die Augen und atmete tief durch. Da spürte sie schon, wie sich die lange spitze Nadel in sie hinein bohrte. Jetzt noch kurz still halten, bis die 5ml injeziert sind, dachte sie sich. „So, schon vorbei. Du kannst dich wieder anziehen“ kommentierte die Gynäkologin das Ende der Injektion. Wow, das hat ja gar nicht weh getan! „Danke, das hast du echt toll gemacht!“ lobte Sandra die erfahrene Ärztin. „Oh, die Einstichstelle blutet ganz leicht nach.“ bemerkte Dr. Keller und klebte ein Pflaster darüber.

Sandra zog sich wieder an und setzte sich nochmals zur Frau Doktor an den Schreibtisch, welche schon Stethoskop und Blutdruckmanschette vorbereitet hatte. Zuerst legte sie sanft die Manschette um Sandras linken Oberarm. Dann taste sie nach dem Puls an ihrem schmalen Handgelenk während sie per Manometer die Manschette stetig aufpumpte. Das Stehtoskop hatte sie bereits um den Hals hängen. Sie steckte sich noch die Oliven in die Ohren legte die Membran in der Ellenbeuge ihrer Patientin an. Langsam ließ sie die Luft aus. „115/80.“ verkündete sie zufrieden den Blutdruckwert. So eine schöner Wert, und das nach der fiesen Spritze!

Den nächsten Termin bei ihrer Gynäkologin würde Sandra erst im August haben. Aber die nächste Spritze , das wusste sie, würde nicht so lange auf sich warten lassen.

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Ende

Schwester Nadja III

Hier geht es zum zweiten Teil…

Gegen 21.00 Uhr klopfte es an die Tür zu Nadjas Zimmer. Erschöpft von den Strapazen des Tages war sie gerade erst eingenickt. Als die Tür aufging, schien das Licht vom Gang ins Zimmer herein. Blinzelnd setzte sich Nadja in ihrem Bett auf. Ein Blick auf die Uhr versicherte ihr, dass der Schichtwechsel bereits erfolgt und Schwester Martina somit außer Dienst gegangen war. An ihrer Stelle trat die hübsche, blonde Schwester Lisa, die erst seit kurzem auf der Geburtsabteilung tätig war, ein. „Guten Abend, Nadja! Ich wollte nur fragen, ob du noch etwas für die Nacht brauchst“.wurde die Patientin von ihrer jungen Kollegin begrüßt. „Nein, danke. Alles okay.“ entgegnete ihr diese verschlafen. Lisa hatte eine kleine Infusionsflasche dabei und hängte diese wortlos auf den entsprechenden Ständer dazu. Sie nahm das Ende des Infusionsschlauches in die Hand und steckte es an den Venezugang, was mit dem Dreiwegsventil kein Problem war. Sie öffnete die Rollklemme und langsam begann das Paracetamol, sich den Weg durch Nadjas Körper zu bahnen. Wider erwarten machte Lisa keine Anstalten zu gehen. Sie druckste sichtlich herum. „Ähm Nadja, Dr. Havass hat dir noch ein Dulcolax-Zäpfchen verordnet.“ erklärte Lisa schüchtern, während ihr zartes Puppengesicht rot anlief. „Ich dachte, dass du es dir vielleicht lieber selber verabreichen möchtest.“ergänzte sie zurückhaltend und legte das Medikamtent dezent mit einem Tupfer Vaseline aufs Nachtkästchen. Daraufhin wünschte sie Nadja noch eine gute Nacht und zog sich aus dem Zimmer zurück.  Nadja überlegte kurz, ob sie sich das Suppositorium einführen sollte, entschied sich jedoch dagegen. Erstens, hatte sie keine diesbezüglichen Beschwerden. Zweitens war ihr letzter Stuhlgang erst zwei Tage her und morgen könnte sie sich von ihrer Mutter naturtrüben Traubensaft bringen lassen, der wirkte immer sehr gut bei ihr. Und drittens war es mit dem großen Bauch beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, sich selbst ein Zäpfchen erfolgreich einzuführen. Nicht einmal für eine regelmäßige Besucherin des Schwangerschaftsyogakurses war das eine leichte Übung. Getrost löschte sie das Licht und drehte sich mit dem Gesicht zur Wand. Es dauerte nich lange, bis sie in einen tiefen Schlaf gefallen war.

Um Mitternacht wurde die Türe zu Nadjas Zimmer erneut geöffnet. Es war Dr. Havass, der noch einmal nach seiner Privatpatientin sehen wollte, bevor er selbst ins Bett ging. Er schlich leise ins Zimmer hinein. Durch die halbgeöffnete Tür fiel genügend Licht ins Zimmer, sodass er ausreichend gut sehen konnte. Nadja schlief weiterhin tief und fest. Zufrieden stand der Gynäkologe neben dem Bett seiner Patientin und beobachtete sie. Sie lag immer noch in derselben Postion wie zuvor, wahrscheinlich weil sie in ihrem Zustand am besten auf ihrer rechten Seite schlief. Von oben betrachtete der Arzt ihr Gesicht.

Eine einzelne rote Haarsträhne war ihr in die Stirne gefallen. Er musste den Instinkt unterdrücken, ihr diese zärtlich hinters Ohr zu streichen und ihr einen sanften Kuss aufzudrücken. Er hatte sie furchtbar gerne, auch wenn sie für ihn unerreichbar war. Er wusste, dass sie ihn nicht besonders mochte. Das zeigte sie ihm schließlich in jedem gemeinsamen Dienst mit ihrer abweisenden Haltung ihm gegenüber. Trotzdem oder gerade deswegen begehrte er sie sehr. Dr. Havass war äußerst attraktiv mit seinem stets braungebranntem Teint und wusste dies auch. Dazu dunkles, leicht gewelltes Haar und grüne Augen- ein Traum von einem Mann. Sein Ruf eines Kittel-Casanovas eilte ihm stets voraus. Er hatte bereits viele Affären mit unzähligen Krankenschwestern gehabt. Aber mit Nadja, so stellte er sich vor, wäre es wohl die heißeste Liaison aller Zeiter. Ihr Temprament und ihre quirlige, fröhliche Art hatten es ihm angetan. Wie schön das war, sie jetzt so aus der Nähe betrachten zu können. Plötzlich spürte er, dass er alleine davon sehr erregt war. Das war wohl der beste Zeitpunkt, endlich ins Bett zu gehen. Schwermütig wollte er gerade Nadjas Zimmer verlassen, als er das noch unberührte Zäpfchen auf dem Nachtkästen liegen sah. Tadelnd schüttelte er den Kopf. Na sowas, war die Nachtschwester etwa nachlässig gewesen? Oder vielleicht die Patientin gar selbst?

Er dachte kurz nach, was er nun tun sollte. Nach kurzem Zögern, konnte er nicht anders. Er nahm das Zäpfchen vom Nachttisch und schlug behutsam die Decke zurück. Daraufhin atmete Schwester Nadja hörbar einmal tief ein, schlief jedoch weiter. Das Nachthemd war verrutscht und so hatte der Arzt freie Sicht auf ihren wunderschönen Rücken und ihren wohlgeformten, glatten Po. Ihr unteres Bein war mehr oder weniger ausgestreckt und das darüber liegende war leicht angewinkelt. So hatte er auch einen Einblick auf ihre intimsten Körperstellen. Er konnte nicht widerstehen und berührte sie hingebungsvoll mit seinem Zeigfinger. Zwischen ihren Beinen fühlte sie sich warm und nass, beinahe schlüpfrig vor purer Lust, an. Von einem animalischen Verlangen getrieben, begann er ihre Klitoris zu umkreisen. In diesem Moment stöhnte Nadja kurz auf. Erschrocken zog Dr. Harvass seinen Finger, der nun ganz feucht war, wieder zurück. Zum Glück wachte sie auch davon nicht auf. Da fiel sein Blick auf ihre straffe Rosette. Die Versuchung war einfach zu groß. Er verteilte ihren süßen Liebessaft auf der empfindsamen Körperöffung und probierte mit der Fingerspitze sachte in sie einzudringen. Widerstandslos nahm ihr Anus seinen Finger ein kleines Stück in sie auf. Das ermutigte ihn, den kleinen Torpedo, der nun mittlerweile etwas weicher geworden war, an ihrem Poloch anzusetzen. Nun gab es kein Zrück mehr. Nicht konnte ihn aufhalten. Entschlossen drückte er das Zäpfchen tief in Nadjas After. Dabei entkam ihr ein Seufzer aus ihrem tiefsten Inneren. Vorsichtig zog der Arzt seinen Finger aus ihrem Rektum zurück. Mit einer enormen Errektion und einem verräterischen Lächeln im Gesicht verließ er leise das Patientenzimmer.

Etwa eine halbe Stunde später wurde Nadja von dem dringenden Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen, geweckt. Schlaftrunken setzte sie sich auf. Als sie gerade aufstehen wollte, fiel ihr Blick auf den Nachttisch. Der kleine Tupfer mit Vaseline lag noch immer da, das Zäpfchen aber war verschwunden. Verdutzt blieb sie noch einen Moment an der Bettkante sitzen. Sie war sich sicher, dass sie sich das Zäpfchen am Abend nicht selbst verabreicht hatte. Plötzlich kam ihr ein alarmierender Gedanke. Irgendein Gefühl sagte ihr, dass ihr Dr. Havass das Medikament appliziert hatte. Aber das konnte ja nicht sein! Das musste sie dann wohl geträumt haben…

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Ende

Schwester Nadja II

Hier geht’s zum ersten Teil…

Schwester Martina hatte ihre Arbeitskollegin mit dem Rollstuhl ins Zimmer gefahren. Mittlerweile war es früher Abend und draußen war es bereits dunkel. Nadja stand auf und legte sich in das freie Bett neben dem Fenster. Da würde morgen früh hoffentlich die Sonne zu ihr herein scheinen und ihr ein wenig tröstende Wärme spenden. „So Nadja, fangen wir gleich mal mit den Vitalparametern an.“ kommandierte die erfahrene Diplomkrankenschwester. Vorher brachte sie noch das Patientenidendifikationsband an Nadjas zierlichem Handgelenk an. „Dreh’ dich mal auf die Seite, dann beginnen wir mit der Temperaturkontrolle.“ schlug Martina bestimmt vor. Nadja, die das nicht einsehen wollte, meinte daraufhin: „ wir messen doch sonst auch immer mit dem Ohrthermometer, also warum sollten wir das jetzt auf einmal anders machen.“„Ja, das weißt du ja noch gar nicht. Dr. Havass wird mit Anfang Mai unser leitender Stationsarzt und möchte einige Änderungen vornehmen. Die rektale Temperaturmessung ist jetzt wieder Standard.“ erklärte Martina trocken. Nadja dachte, einen süffisanten Unterton in der Stimme ihrer Kollegin gehört zu haben. Widerwillig drehte sie sich dennoch zur Seite und schob ihre Hose und den Slip ein kleines Stück hinunter. Schwester Martina nahm ein digitales Thermometer aus ihrer Brusttasche heraus. Es steckte bereits in einer Einmalhülle. Rücksichtslos verzichtete Martina auf den Tupfer Vaseline. Mit einer Hand spreizte sie Nadjas Pobacken auseinander und mit der anderen bohrte sie den Fiebermesser einige Zentimeter tief in den Anus ihrer Arbeitskollegin. Nadja empfand die Prozedur als äußerst unangenehm und musste sich bemühen, sich nicht zu verkrampfen. Auch diesmal kletterte die Temperatur schnell nach oben. Das leise Piepsen kündigte bereits das Ende der Messung an. Von der digitalen Anzeige konnte die strenge Krankenschwester einen Wert von 38.5°C ablesen. Gewissenhaft trug sie diesen in der Fieberkurve ein. Nadja zog sich wieder vollständig an. Daraufhin kontrollierte Martina noch Puls und Blutdruck ihrer Patientin und notierte auch diese Werte in Nadjas Kurve. „Ich schick’ dann mal Dr. Fink zu dir, der wird sich um alles Weitere kümmern“ kündigte Martina mit einem zuckersüßen Lächeln im Gesicht an und verließ das Krankenzimmer.

Es dauerte nicht lange, bis es an der Tür klopfte. Unsicher trat Dr. Fink herein und wollte sich gerade bei Schwester Nadja vorstellen. „Michael! Wir kennen uns doch! Ich arbeite hier auf der Station, nur bin ich schon länger in vorzeitigem Mutterschutz.“ begrüßte sie ihn leicht gereizt. „Ach so, ja. Natürlich!“ stammelte Dr. Fink vor sich hin. Mit beiden behandschuhten Händen hielt er eine weiße Plastiktasse fest umschlossen. „Ähm, also. Ich werde dann jetzt Blut abnehmen.“ kündigte der junge Arzt wenig überzeugend sein Vorhaben an. Nadja wollte ihn nicht weiter verunsichern und nickte ihm zu. Er packte einen rosafarbenen Venflon und einen Alkoholtupfer zum Desinfizieren der Punktionsstelle aus. Unaufgefordert streckte Nadja ihren rechten Arm aus und ballte ihre Hand zu einer Faust. Dr. Fink setzte sich zu ihr ans Bett und legte den Stauschlauch an. Geistesgegenwärtig schaltete die Patientin das Licht über ihrem Bett ein. Dankbar lächelte Dr. Fink sie an. Er wischte einige Male über Nadjas Ellenbeuge und suchte verzweifelt nach einer geeigneten Vene. Schließlich fand er auch eine. Mit ruhiger Hand setzte er zielbewusst die Nadel an. Gleichzeitig spannte er mit der anderen Hand die Haut ein wenig, um mit der Kanüle leichter eindringen zu können. Überraschend kompetent punktierte er die Vene und schob den Veneverweilkatheter bis zum Anschlag vor. Schnell entfernte er die Nadel aus der Kanüle und setzte einen grünen Adapter an deren Ende. So konnte er das Blut direkt in die Röhrchen fürs Labor abnehmen. Als er damit fertig war, fixierte er den venösen Zugang. Neben Nadjas Bett stand schon der Infusomat bereit, der das wehenhemmende Medikament langsam, jedoch kontinuierlich in sie hinein pumpen würde. Doch bevor der Arzt sie an den Dauertropf anschließen konnte, wollte sie sich noch schnell ein Krankenhaushemd überziehen. Das war bequemer und es war einfacher anzuziehen, ohne Infusionschlauch im Arm. Sie ging zum Kasten und holte ein hässliches, gelbgemustertes Nachthemd heraus. Rasch verschwand sie im Badezimmer, um sich umzuziehen. Enttäuscht stellte sie fest, dass sie ein rückenfreies OP-Hemd trug. Wahrscheinlich gab es schon wieder Lieferschwierigkeiten mit der Wäscherei. Immerhin hatte sie ihre hübsche Unterwäsche anbehalten. Sie legte sich wieder ins Bett und wurde an die Infusion angeschlossen.

Als nächstes stand ihr die schmerzhafte Spritze für die Lungenreifung ihres Kindes bevor. Das nötige Medikament wurde direkt in den Muskel injiziert und tat höllisch weh. Normalerweise stand Schwester Nadja auf der richtigen Seite der Nadel, aber heute war das anders. Panik überkam sie. Sie hatte furchtbare Angst vor i.m.-Spritzen. Sie wollte sich zwar zusammenreißen, aber ihr wurde heiß und ihre Handflächen waren feucht. Dr. Fink hatte die Spritze bereits in die Hand genommen, in der anderen hielt er einen neuen Alkoholtupfer. „Also, wenn Sie sich dann bitte frei machen würden, damit ich Ihnen das Dexabene spritzen kann.“ forderte er freundlich, jedoch unsicher die hübsche Patientin auf. Zögernd schob Nadja das Nachthemd ein wenig beiseite. Ein schlichtes schwarzes Höschen mit einem schmalen Spitzenband kam zum Vorschein. Dr. Fink setzte sich wieder zu Schwester Nadja ans Bett. Beinahe zärtlich desinfizierte der noch unerfahrene Arzt Nadjas Po. Der nasse Tupfer verursachte bei der nervösen Schwester eine ziemlich starke Gänsehaut. Als der Mediziner die Schutzkappe der Nadel entfernte, hielt sie es nicht mehr länger aus. Der blanke Horror stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Nein! Bitte noch nicht! Ich kann das jetzt nicht!“ schrie sie panisch und verkroch sich unter der Bettdecke. Ihr kindisches Verhalten war ihr furchtbar peinlich, aber sie war dagegen machtlos. Leicht irritiert legte Dr. Fink die Spritze wieder weg und begann beruhigend auf Nadja einzureden. „Schwester Nadja, Sie wissen doch, dass Sie die Spritze dringend für Ihr Baby brauchen.“ versuchte der Turnusarzt die werdende Mutter zu überzeugen. Ängstlich sah sie ihn mit ihren Rehaugen an. Sie konnte sich ihr Verhalten ja selbst nicht erklären. Aber sie hatte sich schon immer vor Spritzen gefürchtet. Natürlich wusste sie auch, wie wichtig die Injektion für ihr ungeborenes Kind war. Jedoch kostete es sie sehr viel Überwindung. Dr. Fink hatte ein sehr freundliches Gesicht und zum ersten Mal fielen Nadja die Lachfalten rund um seine Augen auf. Geduldig wartete er, bis sie sich ein wenig gefangen hatte. Inzwischen atmete sie ruhig und gleichmäßig, um sich besser entspannen zu können. „Darf ich vielleicht Ihre freie Hand ein bisschen drücken, während Sie mir die Spritze geben?“fragte die sonst so selbstsichere Frau mit einer beinahe kindlichen Stimme. Verständnisvoll lächelte Dr. Fink Nadja an und nickte ihr aufmunternd zu. Erneut griff er nach der Spritze. Als die Nadel näher kam, wich die nun eher schüchterne Patientin noch ein mal ein Stück aus, blieb dann doch ruhig liegen und griff nach der warmen Hand des Arztes. Er ließ es einfach zu. Während sie die Augen fest geschlossen hatte, bohrte er vorsichtig mit der Nadel in ihren Muskel und applizierte das Medikament. „So, schon vorbei!“ verkündete Dr. Fink. Überrascht öffnete Nadja ihre braunen Augen und schaute den gut aussehenden Arzt erleichtert an. „Danke!“ hauchte sich kaum hörbar, als ihr wieder eine glitzernde Träne über ihre Wange rollte. Mit seinem Daumen wischte Dr. Fink sie zärtlich weg und reichte ihr ein Taschentuch. Nadja fühlte sich ein wenig einsam und sehnte sich vergeblichst nach den liebevollen Berührungen ihres Mannes. Dr. Fink hatte seine Sache gut gemacht, nicht nur als er ihr die Spritze verabreicht hatte. Stumm blieb er noch eine Weile bei ihr sitzen und hielt ihre Hand, bevor er sich dezent aus ihrem Krankezimmer zurückzog.

Hier geht’s zum dritten Teil…

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Schwester Nadja 

Eine einzelne Träne kullerte über Nadja’s hübsches Gesicht, als sie auf der Liege im Untersuchungszimmer Platz genommen hatte und die Hebamme sie ans CTG-Gerät anschloss. Nadja war Krankenschwester auf der Geburtsabteilung des St. Elisabeth Spitals. Doch heute war sie ausnahmsweise selbst die Patientin. Sie war schwanger in der 32. Woche und hatte schon den ganzen Vormittag über ein unangenehmes Ziehen im Unterleib gespürt. „Wumm-wumm-wumm“ hörte Schwester Nadja die Herztöne ihres Kindes, als der Wehenschreiber mit den Aufzeichnungen begann. Nadja lag auf ihrer linken Seite und die Hebamme Julia stand neben ihr. Besorgt blickte sie auf das Milimeterpapier, das aus dem Gerät gedruckt wurde. „Nadja, ich fürchte, du hast tatsächlich vorzeitige Wehen. Ich ruf’ mal Dr.Havass an, der ist heute der diensthabende OA.“ kündigte die Hebamme an und ließ Nadja alleine im Untersuchungszimmer zurück. „Wehen in der 32. Schwangerschaftswoche, das ist nicht gut. Es sind noch acht Wochen bis zum errechneten Geburtstermin.“ dachte die junge Krankenschwester traurig über ihre Situation nach. Zu allem Übel hatte auch noch Dr. Havass Dienst, der war immer so grob und unfreundlich. Ausgerechnet. diese Woche war Nadja’s Ehemann geschäftlich in Dänemark und wusste noch gar nicht Bescheid, was hier los war. Später musste sie ihn unbedingt anrufen. Die nächsten zwanzig Minuten würde die werdende Mutter beim CTG verbringen, damit das Ergebnis auch aussagekräftig war. Sorgenerfüllt lag sie nun da und dachte daran, was jetzt auf sie zukommen würde: stationäre Aufnahme und Tokolyse.Die Zeit verging schnell und Dr. Havass kam zur Tür hinein. „Na, wen haben wir denn da? Sie sind doch etwa acht Wochen zu früh hier.“ stellte er einfühlsam, wie immer, fest. Es folgte ein routinierter Blick auf die Aufzeichnungen des Wehenschreibers. „Schwester Nadja, Sie kennen ja das weitere Procedere. Wir machen erst einen Abstrich und eine Sono. Danach leiten wir die Tokolyse ein und die Lungenreifung werden wir selbstverständlich auch machen“ erklärte er knapp die übliche Vorgehensweise. Matt nickte Schwester Nadja ihrem Oberarzt zu. Zwischenzeitlich war Hebamme Julia zurück gekommen und befreite ihre Kollegin von dem CTG-Gurt. Dr. Havass hatte sich einen Hocker geholt und das Ultraschallgerät und den kleinen Wagen mit den nötigen Untersuchungsmaterialien näher herangefahren. „So, Schwester Nadja, wenn Sie sich nun untenrum frei machen könnten“ forderte er sie ungewöhnlich höflich auf. Sie hatte sich auf den Rücken gedreht. Mit etwas Mühe hob sie ihr Becken an, um Hose und Slip runter zu schieben. Dr. Havass war ihr da gerne behilflich und zog ihr die Kleidung bis zu den Kniekehlen hinunter. „Oh, was haben wir denn da für ein hübsches Tattoo?“ kommentierte er den zarten Schmetterling, der Schwester Nadja’s rechte Hüfte zierte. „So ein widerlicher Schleimbeutel!“ ging es Nadja durch den Kopf. Der Facharzt zog sich ein Paar Latexhandschuhe an. Da Nadja sichtlich unentspannt war, ermahnte er sie, beide Beine aufzustellen und locker zur Seite fallen zu lassen. Widerwillig tat sie es obwohl ihr das Ganze furchtbar peinlich war. Warum musste ausgerechnet Dr. Havass heute Dienst haben? Sie hasste ihn, weil er immer so ein schmieriges Grinsen im Gesichte hatte und seine Patientinnen sicher nicht nur mit den Augen eines Arztes ansah. So ein Widerling!

Vorsichtig führte Dr. Havass einen sterilen Stiehltupfer tief in Nadjas Scheide ein und nahm eine kleine Probe aus ihrer Schleimhaut ab. „Das Ergbnis werden wir erst in ein paar Tagen haben. Erstens haben wir Wochenende und zweitens lassen sich die Herren Kollegen aus dem Labor gerne ein bisschen Zeit.“ sprach er, während er die Probe auf dem Objektträger verteilte und anschließend verpackte.

Danach nahm er den vaginalen Schallkopf zur Hand, streifte ein Kondom darüber und verteilte großzügig Gleitgel obenauf. Gefühlvoll führte der erfahrene Gynäkologe den Schallkopf vaginal in Nadja ein. Sie war überrascht, wie einfühlsam er das machte. Sie hatte erwartet, dass er viel gröber vorgehen würde. Er drehte den Schallkopf ein wenig hin und her, änderte die Postion und machte einige Aufnahmen. „Gut, keine Trichterbildung vorhanden, aber der Muttermund ist etwas verkürzt mit 30mm.“ erläuterte der Arzt den sonographischen Befund. Damit konnte Nadja leben. Das bedeutete für sie strenge Bettruhe und die übliche Therapie. Mit den Worten „so viel Gleitgel hätten wir ja gar nicht gebraucht“ entfernte Dr. Havass den Schallkopf. „So ein Idiot!“ dachte Nadja im Stillen. Sie wollte gerade nach ihrer Hose greifen und sich wieder anziehen, doch der Oberarzt packte sie an ihrem Handgelenk und hielt sie davon ab. „Wir brauchen auch einen manuellen Tastbefund.“ sagte er zu ihr. Einsichtig gab Nadja nach.Sie hoffte durch ihre Kooperation, die Untersuchung möglichst rasch hinter sich bringen zu können. Erneut streifte sich der Arzt ein Paar Untersuchungshandschuhe über, diesmal Sterile. Mit Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand drang er unendlich sanft in ihre Vagina ein. Sachte tastete er sie von innen her aus. Er bewegte seine Finger ein wenig vor und zurück. Dann drückte er seine Finger nach unten. „Schwester Nadja, wann hatten Sie denn das letzte Mal Stuhlgang?“ fragte er fachmännisch nach. Oh Gott, wie peinlich. Obwohl dies im Krankenhaus eine durchaus übliche Frage war, wollte Nadja dieses Thema lieber nicht mit ihrem Oberarzt bereden. Wohlwissend, dass ihr die Wahrheit irgendeine Form von Abführmittel bescheren würde, log sie: „heute morgen, Herr Doktor.“. Zweifelnd nahm er ihre Antwort zur Kenntnis. „Der Muttermund fühlt sich fest an. Das ist ein gutes Zeichen.“ beendete er die manuelle Untersuchung. Nadja war sichtlich erleichtert über diese Infomation. Erneut wollte sie sich wieder anziehen, da hielt sie der gute Doktor wieder davon ab. „Ich möchte noch gerne Ihre Temperatur messen. Rektal. Auch wenn es ein wenig altmodisch erscheint, so halte ich dies doch für angebracht.“ kündigte der Arzt seine Absichten an. „Ich fühl’ mich aber nicht fiebrig und so lange ich mich erinnern kann, verwenden wir auf unserer Station immer ein Ohrthermometer!“ protestierte Schwester Nadja energisch. „Außerdem werden die Entzündungsparamter mit der Blutabnahme mitbestimmt.“ argumentierte sie weiter. „Auf den Blutbefund möchte ich nicht warten. Eine etwaige Antibiose würde sich dadurch auch ein wenig verzögern, was in ihrem Fall nicht von Vorteil wäre. Also stellen Sie sich nicht so an, das dauert schließlich ja nicht lange!“ mahnte der Oberarzt etwas ungeduldig. „Dann messen wir eben im Ohr.“ versuchte Schwester Nadja einzulenken. „Meine liebe Nadja, ich bin nun seit über zwanzig Jahren Arzt. Ich bin auch neuen Entwicklungen in der Medizin durchaus aufgeschlossen. Aber, die rektale Temperaturmessung führt nun einmal als einzige zu einem akkuraten Ergebnis. Da stimmen Sie mir doch hoffentlich zu, oder?“ beendete er sein Plädoyer. Argumentativ fiel Schwester Nadja nichts mehr dazu ein, also nickte sie schweigend. „Wir könnten längst fertig sein, wenn Sie sich nicht so angestellt hätten.“ tadelte Dr. Havass seine unfolgsame Patientin. „Von mir aus können Sie gleich auf dem Rücken liegen bleiben und einfach wieder die Beine zur Seite fallen lassen.“ ergänzte er seinen Monolog. Zum Glück nahm er ein digitales Thermometer aus einer der Schubladen heraus und steckte es in eine Einmalhülle. Gütigerweise tauchte er die Spitze in ein wenig Vaseline ein. „Und nun, einfach locker lassen.“ befahl Dr. Havass. Nadja bemühte sich seiner nachdrücklichen Aufforderung nachzukommen. Er setzte die Thermometerspitze an ihrem Anus an und führte sie ganz langsam einige Zentimeter tief ein. Erst dann schaltete er das Meßinstrument ein. Nadja fühlte deutlich wie ihre Wangen zu glühen begannen. Besonders dieser Moment war unbeschreiblich unangenehm. Aus dem Nichts heraus begann der Gynäkologe das Fieberthermometer zu bewegen. Vor und zurück. Dann drehte er es ein bisschen hin und her. Die Anzeige ließ er dabei nicht aus den Augen. Ihre Temperatur stieg unerwartet rasch an. 35.8, 36.5, 37.0.,37.5°C Bei 38.1°C piepste das Thermometer schließlich und wurde in einer schnellen Bewegung von Dr. Havass aus Nadja’s Po heraus gezogen. „Gut, dass wir gemessen haben. Sie haben leichtes Fieber.“ Freute sich der Arzt insgeheim, dass er Recht hatte. „Ich werde Dr. Fink bitten, bei der Blutabnahme auch gleich eine Blutkultur zu machen. Nur um noch einmal sicher zu gehen.“erklärte er besserwisserisch. Alles was Nadja daran störte, war, dass Dr. Fink, der tollpatschige Turnusarzt ebenfalls heute Dienst hatte. Angeblich hätte er auf der Chirurgie versucht, bei einer Leiche Blut abzunehmen. Heute waren wohl die Besten der Besten um das Wohl der Patienten bemüht. „Na dann werde ich alles für Ihre Aufnahme in die Wege leiten lassen, Schwester Nadja. Es ist noch ein Zweibettzimmer frei. Zimmer 110. Schwester Martina kommt dann zu Ihnen und kümmert sich um alles weitere. Sie wissen, Sie haben strenge Bettruhe. Also dürfen Sie nur zur Toilette aufstehen, mehr nicht.“ sprach der Facharzt während er aufstand und Richtung Türe ging. Nadja atmete erleichtert auf, endlich war alles vorbei. Glücklicherweise wäre morgen ein anderes Team im Dienst. Da drehte sich Dr. Havass noch mal zu seiner Patientin um und sagte: „ Ach übrigens, wegen der Obstipation müssen wir noch etwas unternehmen. Ich werde mir etwas Entsprechendes einfallen lassen.“ Mit dieser Ankündigung verließ er das Untersuchundszimmer und wurde sogleich von Schwester Martina abgelöst.

Martina und Nadja waren nie Freundinnen gewesen und vermieden es nach Möglichkeit, miteinander Dienst zu machen. Nadjas Arbeitskollegin hielt ihre Fieberkurve in der Hand und war sichtlich um einen freundlich Ton bemüht. „Komm Nadja, ich bringe dich mit dem Rollstuhl auf Zimmer 110. Dr. Havass hat gesagt, du hättest Fieber, aber er hat gar nichts in deiner Kurve dokumentiert.“ stellte Martina sachlich fest. „Er hat mir nicht einmal gesagt, wie hoch meine Temperatur war, nur dass ich leichtes Fieber hätte.“ erklärte Nadja ihrer unsympathischen Kollegin. „Na, dann werden wir einfach noch einmal nachmessen.“ beschloss die überaus korrekte Krankenschwester.

Hier geht’s zum zweiten Teil…

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